Das Flüstern der Magie von Laura Kneidl

„Was ist der Plan für heute?“ „Dasselbe wie immer. Abstauben, polieren, sortieren, freundlich zu Kunden sein, auch wenn es mir schwerfällt, und wenn es das Leben gut mit mir meint, darf ich irgendwo einbrechen und einen magischen Gegenstand klauen.“

Seite 60

Inhalt:

Fallon ist 19 und hat ein seltenes Talent – sie kann die Magie flüstern hören. Darum ist sie eine Archivarin, sie sammelt magische Gegenstände und bringt sie in Sicherheit, damit sie den Menschen nicht schaden können. Und dann ist da plötzlich Reed, der sich ziemlich seltsam benimmt und irgendetwas scheint ihn mit Fallon zu verbinden. Doch dann stiehlt Reed etwas aus dem Archiv und plötzlich hat nicht nur Fallon große Probleme, sondern die ganze Stadt ist in Gefahr …

Meinung:

Also zuerst: Wie wunderschön ist bitte dieses Cover? Ich glaube, es ist mein liebstes Fantasy Cover von Laura Kneidl bisher! Genauso wie der Titel einfach super schön klangvoll ist und dann auch noch perfekt einen wichtigen Aspekt des Buches wieder spiegelt.

Die Geschichte wird aus Fallons Sicht erzählt, aus der Ich-Perspektive und das ist auch die einzige Erzählperspektive dieses Buches, was ich eine gute Abwechslung fand zu z.B. „Krone der Dunkelheit“. Ich war super schnell in dem Buch drin und habe mich mit Fallon auch sehr wohl gefühlt, allein weil ich ihren Namen mag. Fallon arbeitet mit magischen Gegenständen bzw. sie spürt sie auf, mithilfe von Jess einer Art männlichen Felicity Smoak. Die zwei arbeiten schon lange zusammen und gehen vertraut miteinander um, auch wenn Fallon Jess nicht alles erzählt. Und dann sind da noch Fallons Eltern, die ihr mit der Führung des Archivs, in dem die magischen Gegenstände gesammelt werden, total im Nacken sitzen und ständig etwas zu meckern haben.

Reed: „Schade. Ich dachte, ich könnte ein Real-Life-Jason-Bourne werden.“

Fallon: „Wenn hier jemand Jason Bourne ist, dann ich.“

Reed: „Und wer bin ich dann? Deine Bikinischönheit, die nass aus dem Wasser steigt?“

Seite 194

Und dann ist da natürlich noch Reed. Reed, der irgendwie anders ist, als die Anderen und den Fallon aus Neugier an sich heranlässt. Sehr nahe heran. Aber dann hintergeht er sie und ich fand diese Wendung super cool. Sie hat mich auf eine ganz falsch Fährte geführt (nicht nur einmal und nicht nur in diesem Teil der Geschichte) und ich fand es so spannend! Reed ist ein toller Charakter mit einer krassen Geschichte, die ich hier irgendwie gar nicht erwartet hatte! Er hat mich als Figur immer wieder überrascht und ihn mochte ihn ganz vielleicht sogar ein bisschen lieber als Fallon.

Seit ich Reed begegnet war, focht ich einen Kampf gegen mich selbst aus: Fallon gegen die Archivarin.

Seite 105

Ich liebe den Widerspruch in Fallon, ihren Ehrgeiz und ihren Eifer für ihren Traumberuf. Mit 19 übernimmt sie wahnsinnig viel Verantwortung und muss hart für ihren Traum kämpfen. Ich fand es so witzig, das sie die magischen Gegenstände teilweise im Alltag nutzt, statt sie brav im Archiv verstauben zu lassen und hätte das ganz genauso gemacht! Das Einzige, was ich an dem Buch zu meckern hätte, ist, dass mir der „erotische Teil“ etwas zu aufgesetzt wirkte und dass das Ende ruhig noch etwas spektakulärer hätte sein dürfen. Aber das ist wieder mal Jammern auf sehr hohem Niveau und das Buch ist toll!

Normal? Wie sollte ich mich normal verhalten, wenn nichts an dieser Situation normal war? Mich selbst mit einem magischen Dolch zu erstechen, war normal. Nachts in ein Museum einzubrechen, war normal. (…) Arm in Arm mit einem Mann zu laufen, den ich mochte, war definitiv nicht normal.

Seite 128

Mein Highlight waren auf jeden Fall die magischen Gegenstände. Die Autorin hat hier wahnsinnig viel Kreativität, Liebe und auch Humor bewiesen und ich hätte davon gerne noch so viel mehr gehabt! Eine Diebin auf der Suche nach magischen Gegenständen – das ist definitiv guter Stoff für eine Geschichte. Der Schreibstil war gewohnt Laura-Kneidl-wunderbar und hat mich nur so durch die Seiten fliegen lassen.

Urteil: Ich fand das Buch wirklich toll, bin froh, das es keinen schlimmen Cliffhanger hat und ich auf einen nächsten Band hin fiebern muss und es kommt auf meiner „Laura Kneidl Fantasybücher Liebe“-Liste ziemlich nah hinter „Light&Darkness“ und den Elementen der Schattenwelt.

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