Dear Martin von Nic Stone

„Schon mal überlegt, dass du vielleicht gar nicht „passen“ sollst? Leute, die Geschichte schreiben, passen selten irgendwo rein.“

Seite 52

Inhalt:

Justyce ist ein vorbildlicher Schüler und Anwärter auf einen Studienplatz in Yale. Doch als er nachts einer Freundin helfen will und verhaftet wird interessiert den Polizisten, der ihm die Handschellen anlegt nichts davon. Denn Justyce ist schwarz und er lebt in den USA im Jahr 2017. Jeden Tag hat er es mit Rassismus zu tun, nur Sarah-Jane, seine kluge, schöne — und weiße – Debattierpartnerin interessiert Justyces Hautfarbe nicht im Geringsten. Mit Briefen an sein großes Vorbild Martin Luther King Jr. versucht Justyce in dieser Welt klar zu kommen, die so anders ist, als sie es sein sollte. Doch dann überschlagen sich die Dinge und selbst Martin Luther King Jr. Scheint keine Antwort mehr zu haben.

Meinung:

„Warum können wir nicht alle so miteinander auskommen wie die Schmetterlinge?“

Seite 240

Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das Cover und auf dem auch die klare Leseempfehlung von Angie Thomas steht – der Autorin von The Hate U Give. Es beginnt mitten in der Nacht, Justyce hat seine Ex-Freundin aufgestöbert, die völlig betrunken Auto fahren will. Sie wehrt sich gegen Justyce und in diesen Moment platzt ein Polizist. Ohne etwas zu fragen oder vorzuwarnen nimmt er Justyce mit unnötiger Gewalt fest. Die Hilfe, die für den 17jährigen Jungen herbeieilt wird ignoriert, stundenlang muss er auf dem Gehweg sitzen in zu engen Handschellen. Ein Gefühl, das er nie wieder vergessen wird.

Nach dieser Nacht scheint alles anders. Natürlich weiß die ganze Schule Bescheid, ein Lehrer versucht zu helfen und startet eine Diskussionsrunde. Doch was dabei hervorgeht, macht alles vielleicht noch viel schlimmer.

Ja, es gibt keine extra Trinkbrunnen für Farbige mehr, und theoretisch ist es illegal, jemanden zu diskriminieren, aber wenn man mich zwingen kann, in zu engen Handschellen auf dem Asphalt zu sitzen, obwohl ich nichts Böses getan habe, dann gibt es eindeutig ein Problem. Dann ist es mit der Gleichheit nicht so weit her, wie die Leute behaupten.

Seite 23

Bei dem ersten Brief den Justyce nach den Ereignissen an Martin Luther King schreibt, hab ich fast geweint und das war im Laufe des Buches nicht das einzige Mal. Es war krass, einfach nur krass und der Gedanke daran, dass derartige Dinge wirklich noch passieren ist so gruselig, beinahe ekelhaft. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum Leute anders behandelt werden, nur wegen ihrer Hautfarbe. Ich finde das Buch wahnsinnig stark und bewegend, hab absolut mitgefiebert und musste es zwischendurch kurz weglegen, um wieder klar zu kommen. Wenn ihr „The Hate U Give“ gemocht habt, werdet ihr auch dieses Buch sehr mögen!

Dieses Buch ist nichts für mal eben und nichts für nebenbei. Es ist nichts zum Augen verschließen und nichts zum Vergessen. Dieses Buch trifft mitten ins Herz und regt unheimlich zum Nachdenken an, es macht wütend und traurig. Die Briefe an Martin Luther King sind sehr bewegend, machen aber den kleinsten Teil der Geschichte aus, falls ihr keine Briefromane mögt. Justyce ist ein starker Charakter, der versucht das Richtige zu tun, der aber auch verzweifelt ist und mit einem Druck zu tun hat, den niemand spüren sollen müsste. Darunter bricht er auch mal zusammen, was ich aber absolut nachvollziehbar und gut fand.

„Hier und heute, auf diesen roten Hügeln Georgias, sitzen ein Sohn ehemaliger Sklaven und die Söhne ehemaliger Sklavenhalter zusammen am Tisch der Brüderlichkeit, Alter. Der Traum ist wahr geworden.“

Seite 47

Urteil: Ein Buch mit einer unglaublich traurigen und wichtigen Message. Sowas sollte im Schulunterricht gelesen werden und nicht Törleß oder Don Carlos.

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