Someone Else – Laura Kneidl

Der neue Liebesroman von Laura Kneidl.

Auch ein Bösewicht sollte mehr sein, als das Motiv, das ihn antreibt. Man konnte die Weltherrschaft an sich reißen wollen und trotzdem eine Vorliebe für indisches Essen und Jazzmusik haben.

Seite 106

Inhalt:

Cassie und Auri sind die besten Freunde, perfekte Mitbewohner und teilen sich ihr liebstes Hobby – Fantasy-Bücher. Und obwohl Cassie sich sicher ist, dass niemand sie besser kennt als Auri, scheinen sie doch manchmal ganze Welten zu trennen. Auri liebt Football und ist gerne unter Menschen, während Cassie lieber für sich ist und einen kleinen Freundeskreis hat. Doch ihre Gefühle für Auri werden mit jedem Tag stärker, aber damit wächst auch ihre Angst, denn was, wenn ihre Liebe zueinander nicht stärker ist, als dass was sie zu trennen scheint?

Meinung:

Cassie und Auri sind den Laura Kneidl-Lesern bereits aus „Someone New“ ein Begriff. Hier bekommen sie ihre ganz eigene Geschichte und jede Menge Raum zum nerdig sein. Beide sind große Fans von Patrick Rothfuss, womit sie bei mir auf jeden Fall schon mal Pluspunkte gesammelt haben.

Ich mochte die Umsetzung der Cosplay-Thematik sehr, die vielen Buchszenen und die Momente im Tattoo-Studio, in dem Cassie anfängt zu arbeiten. Die Figuren aus Band I sind ebenfalls wieder vertreten, was für Fans der Geschichte richtig toll ist. Denn auch wenn mir persönlich Band I nicht so sehr gefallen hat, mag ich es in dieser Art von Reihen unheimlich gerne, wenn auch das „vorherige Paar“ weiterhin Teil der Handlung ist.

Cassie hat Diabetes. Eine Krankheit mit der wir wahrscheinlich alle schon mal Kontakt hatten und ich finde es so gut, dass das hier mal aufgegriffen wird! Auch die Umsetzung, die Beeinflussung der Geschichte hierdurch fand ich richtig gut! Außerdem hat es mir gut gefallen, dass es in dieser Geschichte keine dramatische Vergangenheit gab. Es war eine schöne Abwechslung.

Die Geschichte fließt ruhig und sanft dahin und passt damit gut zu den Charakteren. Es gibt viel Liebe, viel Humor, aber auch deutliche Konflikte und Zerrissenheit zwischen Auri und Cassie.

Es war der süße Duft von Pancakes, der mich weckte.

Seite 155

Den Schwarz/Weiß-Konflikt, auf den Laura hier ebenfalls eingeht, fand ich sehr sehr heftig. Es ist mir einfach unbegreiflich, dass es Leute gibt, die wirklich aufgrund der Hautfarbe Unterschiede machen, besonders, wenn es um Pärchen geht. Ich fand es sehr wichtig, dass auch das mal thematisiert wurde, auch wenn die Szenen für mich super schwer nachzuvollziehen waren. Mein Gehirn sagt die ganze Zeit: „Es kann nicht sein, Menschen können einfach nicht so reagieren, nicht so gemein sein.“ Aber offensichtlich hatte die Autorin ja einen Grund, das hier so aufzugreifen. Es würde mich sehr interessieren, ob die angesprochenen Szenen auf wahren Begebenheiten und Erfahrungen beruhen.

Denn die Gemeinsamkeiten, die Auri und mich verbanden, waren so zahlreich wie die Unterschiede, die uns trennten.

Seite 24

Ich persönlich bin mit Cassie nicht so ganz warm geworden. Ich habe ihr Verhalten manchmal nicht so gut verstehen können und teilweise wirkt es einfach so, als würde sie „nur“ auf der Couch liegen und Serien gucken. Was auch total okay ist, ich mache das auch sehr sehr gerne. Aber irgendwie war es mir ein bisschen zu viel. Außerdem war Auri mir manchmal etwas zu naiv. Ich hab nicht ganz verstanden, warum die zwei nicht einfach offen miteinander geredet haben, was dann irgendwann auch kam, aber irgendwie … ich weiß nicht. Mir hat ein bisschen was gefehlt.

Mir hat das Buch sehr viel besser gefallen, als Someone New, reicht für mich aber auch nicht an den Zauber von „Berühre Mich. Nicht.“ heran.

Urteil:

Eine schöne Liebesgeschichte mit Tiefe und ganz viel Nerdigkeit, deren Figuren mich leider nicht völlig überzeugen konnten und mir noch ein letztes bisschen Gänsehaut gefehlt hat.

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