Lesemonat April 2019 | Steffi

Lesemonat April 2019 | Steffi

Schwups, da war auch Ostern schon vorbei. Aber Ferien bringen grundsätzlich mehr Lesezeit mit sich. Die habe ich genutzt und 10 Bücher geschafft.

Hier meine Meinungen – und mein persönliches Highlight

Das Biest in ihm Disney

Das Biest in ihm

Ich war sehr neugierig auf die Villain-Bände, die nun bei Carlsen erschienen sind und musste einfach zugreifen.

Der Prinz war ein eitler, arroganter junger Mann, ganz ähnlich wie sein bester Freund Gaston. Seine Arroganz und Selbstverliebtheit waren jedoch sein Verhängnis. Er stößt die junge ihm zur Heirat versprochene Circe von sich, unwissend, dass sie die jüngste von vier Hexen ist, die ihn verfluchten.

Der Prinz versucht, dem Fluch zu entkommen, doch ist (wie wir ja wissen) noch immer nicht in der Lage zu lieben und wird immer mehr zum Biest, seine Angestellten verschwinden, seine Welt im Schloss ist einsam – die ganzen Haushaltsgegenstände sehen nur „wir“.

Das Biest in ihm erzählt die Geschichte des Prinzen, seiner Jugend und seinem Fluch. Ich fand es richtig toll, dass Gaston eingebunden war, in den Grundzügen derselbe, den wir kennen, und doch irgendwie der Nettere/Anständigere von beiden.

Was ich etwas seltsam fand, war die Tatsache, dass der Prinz immer nur „Prinz“ genannt wurde und nicht Adam, selbst in der direkten Ansprache unter Freunden und auch, dass die Namen nicht zu den korrekten deutschen Namen übersetzt wurden („Mrs Potts“ heißt bei uns nunmal Madame Pottine und „Chip“ Tassilo).

Ansonsten gefiel mir die Geschichte richtig gut, sie hangelt sich an bekannten Szenen des Disney Films entlang und sorgt so für doppeltes Kopfkino.

Die Legende der vier Königreiche 3 Besiegelt Amy Tintera

Die Legende der vier Königreiche: Besiegelt von Amy Tintera

Endlich erschien das Finale der Legende der vier Königreiche und ich sehnte mich einem Happyend für Cas und Emelina, deren Liebe auf so unerwartete Weise begann. Doch zunächst galt es, einige Hürden zu überwinden und ich war gespannt, wie Amy Tintera die Reihe abschließen würde. Der Wiedereinstieg gelang wie von selbst.

Die überlebenden Ruined spalten sich, während Olivias Mordlust immer größer wird, bis sogar Em einsehen muss, dass ihre Schwester nicht mehr aufzuhalten ist. Währenddessen verbünden sich die übrigen Königreiche und ziehen gen Lera, wo Casimir versucht, ein guter König zu sein. Die Bedrohung von allen Seiten nimmt unentwegt zu.

Auch wenn dieser finale Band etwas vorhersehbar war, genoss ich den letzten Besuch in Lera und in den angrenzenden Königreichen. Dieses Mal waren es aber die Nebenfiguren, die mich schwärmen ließen. Beispielsweise die Beziehung zwischen Galo und Mateo oder die Entwicklung zwischen Aren und Iria, die zuletzt von ihren eigenen Landsleuten gefangengenommen und des Verrats angeklagt wurde. Sie alle erzählen aus ihrer Sicht und fügen sich so zu einem erneut wunderbar gelungenen Lesevergnügen zusammen.

Apollo 3 Das brennende Labyrinth Rick Riordan

Die Abenteuer des Apollo: Das brennende Labyrinth von Rick Riordan

Ganz gleich, wie viel Zeit zwischen Büchern von Rick Riordan liegt, man findet einfach immer wieder zurück, als wäre man nie weggewesen. So war es auch beim dritten Band von Apollo. Dieser (natürlich als Lester) und seine Herrin Meg irren von Grover geführt durch das Labyrinth und landen ausgerechnet in der Mojave-Wüste, wo Meg vor langer Zeit mit ihrem Vater gelebt hat.

Wieder einmal besticht Rick Riordan mit seinem Humor, der einfach in jedem Absatz mitschwingt. Für mich immer das absolute Highlight all seiner Bücher.

Apollo und seine Freunde müssen nun das dritte Orakel befreien, was zum echten Rätsel“spaß wurde. Neben gigantischen Neuinterpretationen der Mythologie lernen wir in diesem Band dem dritten Kaiser kennen. Mir hat wieder sehr gefallen, wie die Figuren aus den vergangenen Reihen (Jason und Piper) in diese neue Geschichte eingeflochten wurden und so das gigantische Ausmaß von Riordans Götterwelt deutlich wird. Auch führt er immer tiefer in unbekanntere Mythen ein, die eben nicht mehr „jeder kennt“. Neben zahlreichen Anekdoten bzgl. göttlichen Begegnungen der Antike wächst Apollo alias Lester über sich hinaus. Seine Entwicklung ist deutlich zu spüren, auch wenn große Opfer dafür notwendig waren (ich möchte ja nicht spoilern, aber ich hoffe, dass nicht alle Toten wirklich tot sind und sehne den nächsten Band herbei!)

Die Schönste im ganzen Land

Dieser Band ist eigentlich der erste in der Villain-Reihe (was ich aber nicht wusste – man kann sie auch unabhängig voneinander lesen). Hier lernen wir neben der „Königin“ auch die drei Hexenschwestern kennen, die später auch dem Biest nahetreten.

Die Königin war vor alledem ganz anders. Glücklich, zufrieden, liebte den König und Schneewittchen. Doch schleichend verändert sie sich, ihr Neid wächst und sie gerät immer mehr in den Sog nach Anerkennung von ihrem Vater.

Mirage: Die Schattenprinzessin von Somaiya Daud

Mirage: Die Schattenprinzessin von Somaiya Daud

Amanis Volk wurde von den Vath erobert, die seither ein hartes Regime führen. Auf ihrem Mond jedoch lebt sie ein in diesen Zeiten behütetes Leben. Bis sie in ihrer Reifenacht von Androiden verschleppt wird, die sie zur Hauptstadt bringen. Weil sie der Prinzessin zum Verwechseln ähnlich sieht, soll Amani von nun an als Double einspringen, wann immer es gefährlich wird. Amani sieht immer mehr hinter die Maske der Prinzessin – und dennoch ist sie gegen die Gefühle gegenüber dem Verlobten der Prinzessin absolut machtlos.

Die Geschichte ist sehr sehr ruhig und lässt den Figuren sehr viel Raum für Entwicklung. Das Setting – Hightech plus Altertum – erinnert etwas an Star Wars und so konnte ich mich schnell einleben. Somaiya Dauds Schreibstil ist perfekt auf den Punkt gebracht. Sie führt von Szene zu Szene und lässt alles Unnötige weg. So fühlt sich die Geschichte etwas sprunghaft an, was aber nicht sehr störend ist. Neben der Liebesgeschichte, die sich so süß und zart entwickelt und Romantikfans das Herz höher schlagen lässt, entwickelt sich parallel auch die Bedrohung, die für mich jedoch immer sehr unterschwellig spürbar war. Erst gegen Ende sorgt sie für etwas Tempo. Insgesamt habe ich Mirage sehr gerne gelesen und bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.

Monsters of Verity 2: Unser düsteres Duett

Monsters of Verity 2: Unser düsteres Duett von Victoria Schwab

Frau Schwab und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Konnte mich Band 1 der Reihe noch irgendwann total packen, hielt mich an Band 2 vor allem das parallel gelesene Fachbuch – Frau Schwabs Texte sind perfekt zum Analysieren.

Emotionen bekam ich beim Lesen definitiv keine. Kate jagt Monster entfernt von Verity, August jagt Monster in Verity. Kate stößt auf ein ganz neues Monster – und folgt ihm nach Verity, wo sie Seite an Seite mit August gegen das Monster Sloan und dessen Gehilfin Alice (die Kate zum Verwechseln ähnlich sieht) kämpfen – und zuletzt gegen dieses neue Monster, das für Chaos sorgt.

So viele Monster, so viel Potential – und aufgebaute Spannung, die dann quasi in drei Seiten aufgelöst werden. Mir hat das Gefühl zwischen August und Kate gefehlt, Gefühle insgesamt. Die Entwicklung in Band 2 war nicht meins und konsequenterweise das Ende auch nicht. Ich kann die Intention der Autorin verstehen, sie begründet es auch im Nachwort gut, nichtsdestotrotz wird die Reihe jetzt gleich aus dem Regal ausziehen können.

Dark Palace: Die letzte Tür tötet

Dark Palace: Die letzte Tür tötet von Vic James

Band 2 der Trilogie setzt nahtlos ans Ende von Band 1 an. Luke wird nach Schottland gebracht, zu dem grausamen Crovan, der größten Bestrafung, die man in England kennt. Doch in dessen Schloss läuft alles ganz anders, als Luke gedacht hat.

Hier sowie auch in den Handlungssträngen spielt die Autorin viel mit den Auswirkungen von Macht und der Frage, was man darf, nur weil man es kann. Meinem Empfinden nach ist dieser zweite Band (auch durch die Perspektive von Bouda) noch viel politischer als der erste, sodass manche Passagen recht zäh sind und wenig Emotionen auslösen, mit denen Vic James sowieso schon sehr sparsam umgeht – im Gegensatz zu Töten und Hinrichten. Interessanteste Figur war Silyen, der überbegabte Jardine, der so einigen „magischen“ Geheimnissen auf die Spur kommt. Alles in allem fand ich die Entwicklungen insgesamt gut und ich bin sehr gespannt auf das Finale.

Sinners of Saint: Broken Love von LJ Shen

Und schon ist klammheimlich der vierte (und letzte?) Band der Sinners of Saint-Reihe erschienen. Nur geht es dieses Mal nicht um die HotHoles, sondern um den berüchtigten Roman „Bane“ Protsenko, Surfer, Gigolo, Schutzgelderpresser – und Geschäftsmann, der einen Deal eingeht, der ihm zum Verhängnis werden soll… Er soll die Tochter seines Geschäftspartners wieder zurück ins Leben holen.

Jesse geht seit jener Sache damals kaum mehr aus dem Haus, besucht nur ihre Therapeutin und ihre Nachbarin. Sie versucht, allen Gedanken zu entfliehen, sich von allen fernzuhalten, weshalb man sie die Unberührbare nennt. Doch Bane lässt sich nicht einfach so wegschubsen, ist hartnäckig und weckt Stück für Stück ihre Lebensgeister.

Jesses Schicksal war harte Kost. LJ Shen spart nicht mit Details (wenn auch nicht zu bildhaft), was die Gruppen-Vergewaltigung angeht – und das anschließende Victim Blaming. Je mehr sie sich der Welt wieder öffnet, desto mehr düstere Wahrheiten scheinen aufzutauchen und irgendwie war es mir dann fast zu viel. Ihre Mutter ist einfach nur doof und egoistisch, sodass ich sie stets am liebsten erwürgt hätte.

Vicious bleibt mein Liebling der Reihe (trotz Abzug für die toxische Beziehung).

Die Runenmeisterin von Torsten Fink

Die Runenmeisterin ist der Auftakt einer Reihe und erzählt die Geschichte der Findelkinder Ayrin und Baren, die in einer Zeit der Bedrohung durch die Hexenpest leben, die dann auch ihr Dorf in Gestalt einer Hexe heimsucht, die Baren dazu bringt, die Schutzrunen zu zerstören. Nur wenig später landen sowohl Ayrin als auch Baren beim Runenmeister und ziehen mit ihm von Ort zu Ort, um die Runen zu erneuern, während die Hexe, ihr düsterer Begleiter und ihr böser Auftraggeber finstere Pläne schmieden.

Ich gebe zu, meine Erwartungshaltung gegenüber diesem Buch war etwas anders. Der Schreibstil hat mir zugesagt, die Geschichte war auch gut, konnte mich leider weder fesseln noch berühren. Die „Lovestory“ war mir viel zu erzwungen und wenig authentisch. So zogen sich die rund 450 Seiten wirklich ewig und es passierte gefühlt doch kaum etwas. Leider blieb die Runenmeisterin somit nur nette Unterhaltung für zwischendurch.

Ophelia Scale: DIe Welt wird  brennen Lena Kiefer

Ophelia Scale: Die Welt wird brennen von Lena Kiefer

Zum Ende des Monats hin dann auch mein absolutes Monatshighlight. Ophelia Scale konnte mich durch die Twists, den Humor und natürlich die Geschichte selbst vollkommen überzeugen.

Seit der „Abkehr“ unter König Leopold ist die Benutzung von Technik verboten bzw. sehr streng limitiert. Ophelia vermisst die Technik, nicht nur die zum Vergnügen, sondern auch die, die ihr überfeuerndes Gehirn reglementiert, das sie nun mit Medikamenten im Griff hat. Daher ist Ophelia einer Rebellengruppe beigetreten. Das große Ziel ist es, den König zu töten, um dessen technikfreundliche Schwester an die Macht zu bekommen und die Abkehr rückgängig zu machen.

Für Ophelia ist die Chance näher als je zuvor, als sie den Test für eine Spezialgruppe von Bewachern des Königs erfolgreich absolviert. Doch mit ihrer Ausbildung verändert sie sich, lernt über den Bruder des Königs nicht nur diesen, sondern auch die Rebellion mit anderen Augen zu sehen. Doch welche Seite in diesem Krieg hat Recht?

Der Weltenentwurf von Lena Kiefer hat mir sehr gut gefallen. Eine Zeit nach unserer, mit noch viel weiter entwickelter Technik, die dann von einem auf den anderen Tag eingezogen und vernichtet wurde. Etliche Jobs können nicht mehr ausgeübt werden, Ophelias Traum-Studium, Ingenieurwesen, wird nicht mehr benötigt. Die Gesellschaft ist aber dennoch mehr oder weniger zufrieden. Es existiert eine Grundversorgung und niemand muss hungern.

Protagonistin Ophelia strebt nach mehr, wie auch die anderen Rebellen. Schon sehr früh lässt Lena Kiefer den Verlust von Ophelias Liebe im Rahmen der Rebellion durchklingen. Denn wer nicht königstreu agiert, wird einem Clearing unterzogen, das Gedächtnis mehrerer Jahre wird gelöscht. Deshalb erinnert sich auch Ophelias große Liebe nicht mehr an sie, sondern ist vom Kopf her jetzt wie ein Zehnjähriger. Und trotz dieses Hintergrunds schafft es die Autorin, den neuen Loveinterest wirklich vom ersten Moment an gernzuhaben. Die schlagfertigen Dialoge zwischen Lucien und Ophelia sind wirklich toll, die Spannung zwischen den beiden immer greifbar. Umso schockierender fand ich den Twist zum Ende hin und hoffe einfach mal, dass ich mir im Kopf bisher alles richtig zusammengereimt habe.

Absolute Leseempfehlung für Ophelia Scale: Die Welt wird brennen. Im August kommt Band 2 und Ende des Jahres dann schon Band 3.

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