Der Insasse von Sebastian Fitzek

Der Insasse von Sebastian Fitzek erzählt von der verzweifelten Suche eines Vaters nach der Wahrheit zum Tod seines Sohnes.

Zitat:

„Er wusste, was die Nachricht vom Tod eines Kindes bei den Eltern auslöste. Es beendete ihr Leben. Ihre Seele, ihr Glück, all das, was sie als Lebewesen ausmachte, verabschiedete sich für immer.“

(S.42)

Inhalt:

Der Kindermörder Guido Tramnitz treibt sein Unwesen. Auch Max, Till Berkhoffs Sohn, verschwindet auf offener Strasse. Doch eine Leiche wird nie gefunden. Auch, als Tramnitz gefasst wird, endet die Ungewissheit der Eltern nicht. Denn über den Verbleib von Max schweigt sich der Killer aus.

Till fasst einen folgenschweren Entschluss. Er lässt sich von seinem Schwager, der bei der Polizei arbeitet, in die Psychiatrie einschmuggeln. Hier hofft er, Tramnitz zum Reden zu bringen. Außerdem geht das Gerücht um, dass Tramnitz ein Tagebuch über seine Taten schreibt. Till ist bereit, alles für die Aufklärung des Todes seines Sohnes zu tun. Wirklich alles?

Der Insasse von Sebastian Fitzek

Meinung:

So langsam entwickle ich mich wirklich zu einem Fitzek-Fan. Kaum, dass das neue Buch Der Insasse erschienen war, musste ich es haben. Und kaum hatte ich mir das Buch gekauft, musste ich mit dem Lesen beginnen.

07Wie von Fitzek gewohnt, hält er sich auch nicht lange mit einem Vorspiel auf. Schon nach wenigen Seiten tauchte ich in die Geschichte ein und konnte kaum mit dem Lesen aufhören. In Fitzek-Manier wird hier wieder ein Thema aufgegriffen, das die Nervenbahnen zum Beben bringt und das einen einfach nicht loslässt. Wieder und wieder gingen mir beim Lesen der Seiten Bilder durch den Kopf, die mit meinen Ängsten als Vater von zwei Söhnen spielten. Fast unerträglich schwebte der Gedanke über den Seiten, was ich selbst in der geschilderten Situation zu tun bereit wäre. Der Mord an einem oder am eigenen Kind ist etwas, das man mit Sicherheit nie erleben möchte. Sebastian Fitzek behandelt das tote-Kinder-Thema nicht unbedingt sensibel, beschönigt hierbei auch in keinster Weise das Vorgehen, doch die Geschichte geht einem richtig nah!

Die von Sebastian Fitzek erschaffenen Charaktere sind wie immer vorstellbar beschrieben und lösen die vom Autor gewollten Emotionen aus. Der Autor nutzte für die Darstellung seiner Geschichte wechselnde Sichten und erzählt in dritter Person Vergangenheit. Hierdurch erhielt ich Einblicke in die verschiedenen Denk- und Vorgehensweisen. Das Spiel mit den unterschiedlichen Ängsten der Leserinnen und Leser gelingt Sebastian Fitzek wieder einmal wie kaum jemand anderen.

Sebastian Fitzek bestimmt jederzeit die Richtung des Handelns, führte mich dabei auch immer mal wieder in die Irre. Und doch ist der rote Faden deutlich erkennbar.

Mit dem Ende der Geschichte hatte ich so nicht unbedingt gerechnet, doch der Autor hat dieses grandios gestaltet. Für mich hat er es geschafft, sein Gesamtwerk abzurunden und mehr als zufriedenstellend ausklingen zu lassen. Ich kann deshalb nur sagen: Wo bleibt das nächste Fitzek-Buch!?

Urteil:

Der Insasse glänzt mit gut strukturierten Entwicklungen und einem Thema, das in unserer heutigen Zeit sensibler nicht sein könnte. Meine Lesestunden in einer psychiatrischen Abteilung sind mit auf jeden Fall 5 Bücher wert.

 


Buchdaten:

Titel: Der Insasse

Autor: Sebastian Fitzek

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Verlag und Bildrechte: Droemer HC

ISBN-13: 978-3426281536

Vom Hersteller empfohlenes Alter: o. A.

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Der Insasse

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