Die Chroniken von Azuhr: Die weisse Königin von Bernhard Hennen

Die Mären sind zurück und sorgen in der neuen Geschichte von Bernhar Hennen für einige Unruhen. Die weisse Königin ist der zweite Band der Chroniken von Azuhr.

Zitat:

„Geh weg von hier, und glaube mir: Das ist der beste Rat, den du jemals bekommen hast.“

„Und was wäre, wenn alle so handeln?“

„Dann gäbe es keine Kriege mehr. Feine Sache, nicht?“

(S.278)

Inhalt:

Die Rebellen des Schwertwaldes werden von drei Heeren belagert, eines davon angeführt von Nandus dem Erzrpiester. Überall im Land erwachen die Mären zum Leben und Milan macht sich auf, um sie zu jagen. Er wählt keine Seite in diesem Krieg und wird doch für beide zu einer Gefahr, denn in ihm liegt eine Macht, die nicht nur den Krieg, sondern die ganze Welt verändern könnte.

Die Chroniken von Azuhr: Die weisse Königin von Bernhard Hennen

Meinung:

Tausend Dank an den Fischer Tor Verlag für das Rezensionsexemplar! Ich habe mich unendlich darüber gefreut, die Fortsetzung dieser Reihe im Briefkasten zu finden.

Band 1 der Chroniken von Azuhr hat mich mit heftigem Herzklopfen zurückgelassen und ich konnte es kaum erwarten, wieder in diese Welt einzutauchen. Die ersten Seiten haben mich schwer verwirrt, weil ich trotz Reread von Band 1 einfach keine Figur erkannt habe. Das liegt aber daran, dass wir hier (ebenso wie in Band 1 übrigens) einen Rückblick vor uns haben. Hat man diesen durch trifft man endlich wieder auf Milan, seinen Vater Nandus, den griesgrämigen Bogenschützen Rainulf und Nok, die geheimnisvolle Spionin.

„Wer groß träumt, schreitet am Rande des Abgrunds, sagt man in meinem Volk.“

(S.22)

Nandus steckt mitten im Krieg und ist fest entschlossen die Schwertherzöge ein für alle Mal zu besiegen. Er kämpft mit Tricks und voller Entschlossenheit. Ich muss leider sagen, dass er mich in diesem Buch verwirrt hat. Ich mochte Nandus eigentlich recht gerne, aber hier ist er hart und gemein und außerdem verstehe ich wirklich nicht, für welche Seite er eigentlich kämpft. Trotzdem ist er ein starker Charakter, der einige sehr coole Szenen aufzuweisen hat. Wie gesagt – ich bin verwirrt.

Milan flieht vor dem Krieg, er zieht durch die Lande und versucht die Menschen vor den Mären zu schützen, die überall zum Leben erwachen. Begleitet wird er von Rainulf, der den jungen Mann beschützt, aber auch voll Zweifel beobachtet. Denn Milan erzählt die Mär von Felica, der Schwertherzogin und versucht sie in den Herzen der Menschen zu verankern und sie so wieder zum Leben zu erwecken. Aber Milans Macht ist unberechenbar und verändert Dinge, die er nicht beabsichtigt hat. Vielleicht sogar ihn selbst. Milan ist immer noch mein liebster Charakter in dieser Reihe! Ein klein wenig naiv, aber voll darauf bedacht das Richtige zu tun, liebevoll, aber auch wütend, als etwas Schlimmes passiert und seine Gabe finde ich einfach unglaublich spannend.

Vielleicht lebten sie ja in einer Zeit, in der nicht nur Mären, sondern auch Träume wahr wurden …

(S.166)

Nok macht sich auf den Weg, um Milan zu suchen und an seiner Seite zu kämpfen. Ich hätte mir gewünscht, dass ein paar mehr ihrer Geheimnisse gelüftet werden, denn ich glaube, dass sie eine wirklich großartige Figur mit einer gewaltigen Geschichte ist. Ich fand es toll, wie sie Milan begleitet hat und bin super gespannt, was im dritten Teil noch über sie geschrieben sein wird.

In diesem Buch gibt es sehr viel Krieg und Kampf. Es ist düsterer und verzweifelter, als Band 1. Außerdem gibt es unglaublich viele Sichtwechsel und verschiedene Personen, aus deren Augen wir die Geschichte erleben. Leider hat dies das Buch für mich zu einem kleinen Schleudertrauma gemacht. Ich wusste oft  nicht, wer diese Person jetzt ist und wofür sie kämpft. Klar, man bekommt ein umfassendes Bild, aber es ist auch super verwirrend und ich hätte mir lieber noch mehr Szenen mit Milan gewünscht, um die Handlung voranzubringen. Auch Sex und Gewalt sind hier wieder reichlich vertreten – für mich war es zu viel. Ich muss auch sagen, dass mir einige Zusammenhänge nicht klar geworden sind, was die Regierungswege dieser Welt angehen. Es gibt die junge Kaiserin, die Kaiserritter, die Schwarze Horde, ganz viele Andeutungen auf Fehler aus der Vergangenheit, aber wie die alle so richtig zusammen stehen, das ist mir immer noch nicht klar. Meiner Meinung nach hätte ein Glossar oder ein Personenverzeichnis diesem Buch richtig gut getan.

„Vielleicht war ich es überdrüssig, immer zu tun, was klug ist oder von mir erwartet wird. Oder vielleicht mag ich dich auch ein wenig mehr, als gut für mich ist?“

(S.419)

Die Umsetzung der Mären und ihre Ausgestaltung fand ich wirklich gut, hätte mir sogar gerne noch etwas mehr davon gewünscht, besonders vom Krähenmann. Ich hoffe, er bekommt in Band 3 noch eine gute Rolle, denn immerhin hat Milan ihm ein Versprechen gegeben.

Urteil:

Der Weltenaufbau und besonders die Mären gefallen mir unglaublich gut und Milan ist definitiv mein liebster Buchcharakter. Die Handlung ist spannend, aber teilweise auch sehr verworren und lückenhaft, was mich leider voll beim Lesen gestört hat. Trotzdem freue ich mich riesig auf den dritten Band und bin sehr gespannt, wie es weitergehen wird.


Die Chroniken von Azuhr:

Band 1: Der Verfluchte
Band 2: Die weisse Königin
Band 3: Der träumende Krieger

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Buchdaten:

Titel: Die Chroniken von Azuhr – Die weisse Königin

Autor: Bernhard Hennen

Gebundene Ausgabe: 623 Seiten

Verlag und Bildrechte: Fischer Tor

Übersetzung: –

ISBN-13: 978-3-596-29999-7

 

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