Gemina von Amie Kaufman und Jay Kristoff

Gemina ist der zweite Teil der Illuminae-Akten und beschreibt die Geschehnisse während eines Überfalls auf die Sprungstation Heimdall.

Zitat:

„Es gibt nur dich und diesen Moment. Und alles, was du gleich auslöschst.“

(S.250)

Inhalt:

BeiTech versucht, den Überfall auf die Bergbaustation im Kerenza-Sektor zu vertuschen. Hierzu wird einerseits ein Kampfteam auf die Sprungstation Heimdall geschmuggelt, andererseits ist ein Angriffsverbund aus Kampfdrohnen auf dem Weg zum Wurmloch, um die Überlebenden des Kerenza-Angriffs auf der Hypatia zu eliminieren.

Unfreiwillig verschafft Niklas dem Überfallkommando Zutritt zur Station Heimdall. Er wurde schlichtweg überlistet. Gemeinsam mit Hanna, der Tochter des Kommandanten versucht er, die Schritte der Invasoren zu sabotieren. Doch an Bord gab es auch einen Verräter, der den Überfall erst möglich gemacht hat. Von nun an beginnt ein Kampf gegen die Zeit. Denn es geht nicht nur um die eigenen Leben und die der Bewohner der Station. Das ganze Universum könnte zusammenbrechen und damit alles Leben auslöschen.

Gemina von Amie Kaufman und Jay Kristoff

Meinung:

Was habe ich diesem Buch entgegengefiebert. Bereits der erste Teil hatte mich mit seiner Andersartigkeit total geflasht, so dass sicher war, dass Gemina ganz schnell bei mir einziehen würde, sobald das Buch erscheint. Nun war es endlich soweit. Kaum angekommen, stürzte ich mich in diese Fortsetzung des intergalaktischen Abenteuers.

Wie aus dem ersten Teil gewohnt, bestand die Geschichte aus einer Aneinanderreihung von Kommunikationsdokumenten, Chat-Protokollen und Berichten von Kameraaufzeichnungen. Ich fühlte mich sofort wieder wohl in der Geschichte. Dabei verzichtete das Autorenduo auf einen Blitzstart, so dass ich mich gut auf die neuen Figuren in dieser Geschichte einstellen konnte.

Da war auf der einen Seite Hanna, die Tochter des Kommandanten von Heimdall. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben auf der langweiligen Station ist ihr Freund Jackson. Und außerdem steht der Terratag vor der Tür, zu dem auch eine Festlichkeit auf der Heimdall geplant ist. Für sich und ihre Freundinnen will sie bei Niklas, dem Sohn eines Gangsters, Drogen kaufen. Hierzu erlebte ich verschiedene Chatprotokolle zwischen den beiden, die bereits darauf hindeuteten, dass Niklas ein Auge auf Hanna geworfen hatte. Doch Hanna ist mit Jackson zusammen und blockt jegliche Annäherungsversuche von Niklas ab.

Kurz vor dem Terratag erhält Niklas einen Auftrag, er soll etwas an Bord schmuggeln. Nichtsahnend, was er damit anrichtet, stimmt er zu, den Auftrag durchzuführen. Nun befindet sich ein sowohl erfahrenes als auch skrupelloses Kampfteam an Bord von Heimdall. Das Team soll sicherstellen, dass der Verband aus Kampfdrohnen ohne Störung die Hypatia erreicht und vernichtet. Das Ziel von BeiTech ist dabei, den Angriff im Kerenza-Sektor zu vertuschen. Schnell sterben die ersten Menschen auf der Sprungstation, der Überfall findet genau zur Zeit der Festlichkeiten zum Terratag statt. Doch plötzlich sehen sich die Invasoren einem Guerillakampf gegenüber, denn Hanna und Niklas versuchen, die erfahrenen Kämpfer auf ihrer Mission zu stoppen. Und doch gibt es noch eine weitere Gefahr an Bord, die niemand auf dem Schirm hat. Die Zeit verrinnt, Hanna und Niklas gelingt es tatsächlich, dem Kampfteam empfindlich zu schaden. Doch wenn sie zu spät sind, wird die Menschheit unwiderruflich ausgelöscht.

Gemina war tatsächlich der von mir erwartete und erhoffte Lesegenuss. Es ist aus meiner Sicht handwerklich meisterlich, die Geschichte in der gewählten Art und Weise miteinander zu verknüpfen und dabei ein Tempo und einen Lesesog zu erzeugen, die mich durch die Seiten rasen ließen und mir einen Lesegenuss der Topklasse verschafften. Neben brutalen Szenen gab es auch immer wieder auflockernde Handlungen, selbst in schier aussichtslosen Situationen war immer eine Prise Humor mit eingebaut, was den Ernst der Lage jedoch nicht ins Lächerliche zog. Auch gab es bereits vor dem Angriff durch die BeiTech-Kämpfer eine Einschleusung eines Computervirus vor allem in die Fahrstuhlbeförderungssysteme von Heimdall, was dazu führte, dass in den den unmöglichsten Szenen immer wieder ein etwas obszöner Popsong erklang. Dies sorgte auch bei mir immer wieder für eine gewisse Erheiterung und brachte, wie bei vielen in die Geschichte eingebauten Handlungen, mein Kopfkino zum Laufen.

Neben Berichten und Chats zu den Geschehnissen wurde die Geschichte mit einzigartigen Illustrationen geschmückt, die das Leseerlebnis optisch garnierten und damit nochmals erhöhten. Auch Gemina war, wie sein Vorgängerband, eine einzigartige Verbindung von Schrift und Bild, an der ich rein gar nichts auszusetzen habe und das definitiv ein optischer Hochgenuss ist. Auch mit dem gewählten Ende, das unweigerlich immer schneller auf mich zukam, bin ich absolut zufrieden, auch wenn ich nun fast nicht mehr erwarten kann, dass der dritte Teil erscheint.

Urteil:

Gemina glänzt mit einem einzigartigen Setting und einer herausragenden Komposition an Szenerien, die die Reihe eindeutig aus der Masse herausheben. Meine Leseerlebnisse an Bord der Heimdall verdienen damit nicht diskutable 5 Bücher.

Für alle, die sich in den Weiten des Weltraums wohlfühlen, vor großen Herausforderungen nicht zurückschrecken und Bedrohungen entgegentreten können.


Die Reihe (hier evtl. Titel der Reihe):

Band 1: Illuminae
Band 2: Gemina
Band 3: Obsidio (OT)


Buchdaten:

Titel: Gemina: Die Illuminae Akten 02

Autor: Amie Kaufman, Jay Kristoff, Marie Lu (Illustrationen)

Gebundene Ausgabe: 672 Seiten

Verlag und Bildrechte: DTV

Übersetzung: Gerald Jung, Katharina Organ

ISBN-13: 978-3423762328

Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Gemina

1 KOMMENTAR

  1. Ich habe das Buch am Donnerstag beendet und bin mindestens genauso sehr begeistert davon wie von Illuminae – ich kann den dritten Band jetzt schon kaum erwarten.Toller Post :3
    Lieben Sonntagsgruß

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