Thalamus von Ursula Poznanski

Thalamus ist das neueste Werk von Ursula Poznanski, in dem sie Pro und Kontra moderner Hirnforschung aufzeigt und auf mögliche Gefahren eindrucksvoll hinweist.

Zitat:

„Ihm blieb nichts anderes übrig, als die ganzen lückenhaften Informationen in seinem Kopf vor sich hin köcheln zu lassen, bis sie nichts weiter als ein zäher, grauer, deprimierender Brei waren.“

(S.153)

Inhalt:

Auf dem Weg zu seiner Freundin erleidet Timo einen schweren Unfall. Nichts ist für ihn mehr so, wie es einmal war. Denn Timo ist zwar dem Tod entkommen, doch sein Gehirn hat schwere Verletzungen davongetragen. Von der Feinmotorik angefangen bis hin zur sprachlichen Verständigung – nicht funktioniert mehr. In der Rehabilitationsklinik Markwaldhof soll Timo nun alle die verlorenen Dinge neu erlernen. Kaum in der Klinik angekommen, geschehen die ersten Merkwürdigkeiten. Sein im Koma liegender Zimmernachbar Magnus unternimmt nachts Ausflüge und, schlimmer noch, er bedroht Timo. Doch damit nicht genug, Timo hört Stimmen in seinem Kopf, er fühlt sich zeitweise fremdgesteuert und wacht nachts an verschiedenen Orten auf. Etwas scheint total schiefzulaufen. Und dann stirbt ein Patient, dem es kurze Zeit vorher noch hervorragend ging.

Thalamus von Ursula Poznanski

Meinung:

Veröffentlichungstermine neuer Bücher von Ursula Poznanski sind in meinem Kalender immer dick unterstrichen, denn ich liebe ihre Geschichten ganz einfach. So fieberte ich dann auch dem Erscheinen von Thalamus entgegen. Endlich war das Datum der Veröffentlichung herangekommen und das Buch bei mir angekommen. Es war dann natürlich keine Frage, dass ich mich dieser Geschichte sofort widmen musste.

So wartet die Autorin dann auch gar nicht lange damit, mich langsam in die Geschichte einzuführen, sondern warf mich gleich mit Anlauf hinein. Timo, auf dem Weg zu seiner Freundin und sowieso schon zu spät dran, überholt bei Regenwetter einen Traktor auf der Landstrasse; und schon nimmt das Schicksal seinen Lauf. Es kam, wie es kommen musste. Timo hat einen schweren Unfall, bei dem er zwar mit dem Leben davonkommt, dieses aber völlig umgekrempelt wird, denn selbst die simpelsten Sachen muss Timo neu erlernen.

Dies soll dann in der Rehabilitationsklinik Markwaldhof erfolgen. Doch sehr bald geschehen ungewöhnliche Dinge. Timo sieht sich mit Dingen konfrontiert, die so eigentlich nicht sein können. Nach und nach stößt er auf mögliche Ursachen und kommt einer schier unglaublichen Sache auf die Spur.

Ursula Poznanski hat sich in Thalamus wiederum eines Themas bedient, das einerseits viele herbeisehnen, dennoch erhebliche Risiken damit verbunden sind. Hirnforschung bewegt die Bevölkerung, aber mögliche Auswüchse werden dabei ausgeblendet. So auch hier. In bewährter Weise führt die Autorin durch ihre Geschichte, reiht Mysterium an Mysterium und lässt die Bedrohung dabei äußerst real wirken. Hierbei lässt sie die Geschehnisse aus der Sicht von Timo in dritter Person Vergangenheit auf die Leserschaft wirken.

Auch in Thalamus erscheint die Handlung durchaus glaubhaft, ich hatte nie das Gefühl, irgendwie in eine nicht zu erwartende Zukunftsvision abzudriften. Vielmehr gelingt es Ursula Poznanski in beeindruckendem Maße, dem Geschehen einen eindrucksvollen Touch zu verpassen und die Ereignisse so darzustellen, als ob diese jederzeit genau so passieren könnten. Ein ums andere Mal hatte ich bei geschilderten Szenen ein gewisses Gefühl von Bedrückung. Denn ich möchte mir die künftigen Möglichkeiten in der Medizin in einer derartigen Ausprägung ungern vorstellen.

Die Charaktere waren glaubhaft dargestellt, der ein oder andere Hintergrund der Personen könnte noch in etwas mehr Tiefe beschrieben werden. Interessiert hätte mich hierbei außerdem, wie Timos Freundin mit dem Unfall umgegangen ist. Dies spielt jedoch nur am Rande eine Rolle, da das Hauptgeschehen natürlich auf den Markwaldhof und den Protagonisten ausgerichtet war. Jammern auf hohem Niveau gehört bei dieser herausragenden Autorin ganz einfach dazu.

Dem gewaltigen und dramatischen Showdown, den Ursula Poznanski in ihre Geschichte eingebaut hat, folgt sodann ein beruhigter Abschluss mit einem Ausgang, wie man ihn sich nur wünschen kann. Mit Thalamus beweist die Autorin erneut, dass sie nicht umsonst zu den großen Namen im Thriller-Business hinzugerechnet werden muss.

Urteil:

Thalamus beschreibt ein real wirkendes Szenario aus dem Bereich der Hirnforschung, das einerseits faszinierend wirkt, andererseits aufgrund der dargestellten Bedrohungen und Risiken einschüchtert. Meine Erlebnisse im Markwaldhof belohne ich auf jeden Fall mit 5 Büchern.

Für alle, die sich mit einfachen Erklärungen nicht zufrieden geben, Hintergründen auf den Grund gehen und für die Freundschaft nicht einfach nur ein Wort ist.


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Buchdaten:

Titel: Thalamus

Autor: Ursula Poznanski

Broschierte Ausgabe: 448 Seiten

Verlag und Bildrechte: Loewe

ISBN-13: 978-3785586143

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

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