Khyona: Im Bann des Silberfalken (Katja Brandis)

Khyona: Im Bann des Silberfalken ist der erste Band der neuen Jugendbuch-Reihe von Katja Brandis, in der sich Protagonistin Kari plötzlich in der Parallelwelt Isslar befindet, in der Magie und magische Wesen Realität sind.

Inhalt:

Statt einem Ausritt als Geburtstagsüberraschung findet sich Kari plötzlich in der Parallelwelt Isslar wieder, in der sie für eine Assassinin gehalten und von den meisten Bewohnern sehr distanziert behandelt wird. Doch um am Leben zu bleiben und irgendwie den Rückweg in unsere Welt zu finden, wo die echte Assassinin lauert, spielt sie ihre Rolle, gewinnt dabei aber immer mehr das Vertrauen ihres vermeintlichen Opfers und auch das des distanzierten Einzelgängers Andrik, vor dessen mächtiger Gabe über die Vulkane und das Feuer wirklich jeder im Land erzittert. Kari steht vor einem Gewissenskonflikt, wie weit sie gehen würde, um zu ihrer Familie zurückzukehren.

Khyona: Im Bann des Silberfalken von Katja Brandis

Meinung:

Für mich war es das erste Buch von Katja Brandis (abgesehen von einem Schreibratgeber über Fantasy-Weltenbau), aber nachdem mein Sohn so von der Woodwalker-Reihe geschwärmt hat, war ich sehr neugierig auf den Auftakt ihrer Jugendbuchreihe und stürzte mich in die Seiten.

Kari und ihre kleine Schwester Alice sind alles andere als begeistert über den gemeinsamen Island-Urlaub mit ihrem Patchwork-Bruder John und dessen Vater. Es kommt wieder einmal zum Streit und Kari bleibt allein zurück – nur um wenige Minuten später – von der Hoffnung auf die versprochene Geburtstagsüberraschung mitgerissen – von zwei Fremden aufgelesen zu werden.

Doch anstelle eines Reitausfluges findet sich Kari an einem fremden Ort wieder, konfrontiert mit Vorbehalten gegenüber ihre Person. Sie befindet sich in der Parallelwelt Isslar, wo unsere Mythen Realität sind: Feen, Trolle, Magie – und sie soll eine Assassinin sein, die von der gefürchteten Herrscherin einen Auftrag erhalten soll. Für Aufklärung ist es zu spät – den Lügner werden grausam hingerichtet und so versucht Kari, sich in der fremden Welt zu orientieren und ihre Rolle zu spielen.

Die Idee einer Parallelwelt ist sicher nicht neu, gepaart mit der Rollentauschgeschichte hat Katja Brandis jedoch frischen Wind hineingebracht. Ihre Welt von Isslar ist sehr gut durchdacht, die Vergangenheit des Landes wirkt sich auf die Gegenwart aus und es gibt für die unfreiwillige Heldin einige Geheimnisse zu enträtseln.

Die Nebenfiguren waren mir nahezu alle sympathisch, sie besaßen Tiefe und es gab jede Menge an ihnen zu entdecken. Allen voran Andrik, dem Musterbeispiel eines distanzierten Bookboyfriends, bei dem es galt, sämtliche Geheimnisse zu ergründen. Die Lovestory entwickelt sich zart und nachvollziehbar, auch wenn mir das letzte Herzklopfen fehlte. Was aber auch an der Distanz zu Kari liegen könnte, die den größten Teil der Geschichte erzählt. Was in der Zwischenzeit in der realen Welt geschieht, wird hauptsächlich aus der Sicht von Karis Stiefbruder John geschildert. Seine Gefühle fand ich insgesamt weniger nachvollziehbar, auch wenn er – wie auch Kari – eine gute Entwicklung durchmacht.

Katja Brandis‘ Schreibstil ist leichtgängig und alles ist in ausreichendem Maße beschrieben, ohne dass es zu viel wird. Was mich aber von Anfang an störte waren die vielen Gedanken, die meinen Lesefluss extrem störten. Sie sind im Gegensatz zur von einer dritten Person erzählten Geschichte natürlich in Ich-Perspektive und kursiv gedruckt. Aber ihre Häufigkeit und die „Art“ hat mich immer mehr gestört, weil es für mich einfach nicht passte, dass die Figuren – alle, nicht nur die Protagonistin – genau wortwörtlich so denken sollen – ganz gleich in welcher Situation. Natürlich ist das Geschmacksache, aber mich hat dieser Umstand wirklich sehr gestört und mir ein wenig Spaß an der Geschichte genommen.

Die Lage für die Heldin Kari und ebenso ihre Familie in der realen Welt wird immer ernster, so steigert sich die Spannung unentwegt, bis es zu mehreren Höhepunkten und zum großen Showdown kommt, ehe Katja Brandis diesen ersten Band absolut zufriedenstellend beendet. Dennoch gibt es noch ein paar offene Fragen, die für eine interessante Fortsetzung sorgen könnten.

Urteil:

Khyona: Im Bann des Silberfalken ist eine interessante Mischung aus Parallelwelt und Verwechslungsgeschichte, entführt in eine wundervolle Welt aus nordischen Mythen, Eis und Feuer. Für Romantikfans gibt es ebenso Szenen wie für Actionfans. Lediglich mit den vielen „aktiven Gedanken“ bin ich nicht so gut zurechtgekommen, aber das ist wie immer Geschmacksache. Ihr solltet auf jeden Fall hineinlesen.


Die Reihe (hier evtl. Titel der Reihe):

Band 1: Khyona: Im Bann des Silberfalken
Band 2: ?
Band 3: ?


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Buchdaten:

Titel: Khyona: Im Bann des Silberfalken

Autor: Katja Brandis

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

Verlag und Bildrechte: Arena

ISBN-13: 978-3401603667

Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12-15

*Rezensionsexemplar*

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