Children of Blood and Bone: Goldener Zorn (Tomi Adeyemi)

Children of Blood and Bone: Goldener Zorn ist der erste Band der von westafrikanischer Kultur inspirierten Fantasy-Trilogie rund um Zélie, die sich nach dem Verschwinden der Magie und dem Tod ihrer Mutter gegen die Obrigkeit auflehnt und für das unterdrückte Volk kämpft.

Inhalt:

Kurz vor jener Nacht ist die Magie aus Orïsha verschwunden. In der vom König angeordnete Blutnacht wurden alle nun wehrlosen Maji getötet, ihre Nachkommen mit den göttlichen Zeichen, dem weißen Haar, werden versklavt.

Zélie ist eine dieser Nachkommen, ihre magiebegabte Mutter wurde getötet. Nun steht sie kurz davor, in ein Lager zu kommen. Doch die Götter scheinen anderes mit ihr vorzuhaben. Denn unerwartet trifft sie auf Amari, die zwar die Prinzessin von Orïsha ist, aber einen ganz anderen Gerechtigkeitssinn hat als ihr Vater. Gemeinsam wollen sie kämpfen und das unterdrückte Volk retten – doch ausgerechnet Amaris Bruder ist ihnen auf den Fersen.

Children of Blood and Bone: Goldener Zorn von Tomi Adeyemi

Meinung:

Im Vorfeld habe ich überwiegend von dem Buch gehört, weil es das erste seiner Art sein soll, das erste, das ausschließlich dunkelhäutige Protagonisten hat. Ich sehe das als Alleinstellungsmerkmal kritisch, denn für mich ist es unerheblich, welche Hautfarbe die Figuren haben, deshalb war ich neugierig auf die Geschichte dahinter und bin froh, dass im Deutschen der Fokus der Werbung auf Plot und Story lag, der es ja sein sollte, der zu überzeugen weiß.

Das besondere Merkmal des Hypes aus Amerika im Kopf, las ich die ersten Seiten – und jene haben mich dann doch skeptisch werden lassen. Nahezu ununterbrochen wurde die Hautfarbe hervorgehoben, beinahe aufdringlich erwähnt. Und das in einer fiktiven Welt, in der es doch auch sonst schon alle Möglichkeiten für verschiedene Völker und unterschiedliche Rassen gibt. Der Fokus auf die Hautfarbe legt sich glücklicherweise nach ein paar Seiten – in anderen, diesem Buch ähnlichen Geschichten, würde ich auch nicht ständig lesen wollen, wie weiß/grün/… die Haut der Figuren ist. So konnte ich mich endlich auf die Geschichte konzentrieren, die letztendlich einige der bekannten Jugend-Fantasy-Parts beinhaltet:

Ein unterdrücktes Volk: In diesem Fall die durch ihr weißes Haar gekennzeichneten Nachkommen der Maji.
Ein rebellisches Mitglied dieses Volkes: Zélie kann den Schmerz der Blutnacht, in der sie ihre Mutter verloren hat, nicht vergessen. Und obwohl der König das Monster ist, wird sie – als Gezeichnete – gemieden, verfolgt und für Abschaum gehalten. Sie ist stur, kämpferisch und lernt, mit dem Kampfstab umzugehen. Und doch zeichnet sich ein ganz anderer Weg ab, als sie auf Amari trifft und ihr hilft, aus der Palaststadt zu fliehen.
Eine Prinzessin: Amari ist ihrerseits die rebellische Prinzessin, die jedoch alles andere als eine überhebliche Adelige ist. Der Tod ihrer besten Freundin, einer Gezeichneten, hat sie verändert und sie ist bereit, für Veränderung zu kämpfen. Auch wenn dies den Zorn ihres Vaters auf sich zieht und dafür sorgt, dass ihr Bruder ihnen folgt – um sie zu retten.
Ein Badboy: Inan ist der männliche Nachwuchs des Königs und wurde immer erzogen, die Magie zu fürchten. Als seine Schwester verschwindet und die Magie droht, zurückzukehren, will er dem ein Ende bereiten – mit allen Mitteln. Doch auch er hat ein Geheimnis, von dem niemand erfahren darf. Nur dass eine es bereits kennt …
Lovestory: Das Buch bietet gleich zwei verbotene Lovestorys, die sich zart in die Grundstory einflechten.

Tomi Adeyemi flechtet all diese bekannten Parts gekonnt zusammen, laut Ankündigungen basierend auf der westafrikanischen Mythologie. Da in Jugend-High-Fantasy-Büchern jedoch überall Götter und Entstehungsgeschichten erfunden werden, ist es in dieser Hinsicht nicht von bisherigen Büchern des Genres zu unterscheiden. Das einzige sind die teils doch sehr schwierigen Namen, die man nur herauskopieren oder mit extrem aufwändiger Suche unter den Sonderzeichen überhaupt schriftlich wiedergeben kann und dass Beschwörungen in – laut Danksagung – tatsächliche Übersetzungen in eine uns doch sehr fremdwirkende Sprache sind, die aber ebenso elbisch sein könnte.

Die Spannung wird konstant vorangetrieben und durch gut gezielte Wendepunkte wird der Lesefluss stets am Laufen gehalten. Die vier verschiedenen Perspektiven – alle in Ich-Form, was eine Unterscheidung nur an der Kapitelüberschrift möglich macht – geben einen breiten Einblick ins Geschehen und lassen die Ängste und Sorgen der Figuren spürbar und ihre Entwicklung deutlich.

In diesem Buch fließt sehr viel Blut. Es wird gemordet und gemetzelt, was die Autorin laut Nachwort gezielt getan hat. Es fallen Kinder, es fallen Sympathiepersonen – wie die realen Personen, an deren Tode Tomi Adeyemi erinnern möchte.

Nach vielen Spannungsspitzen steuert die Geschichte unaufhaltsam auf den großen Showdown zu – und mit einer letzten Entwicklung einer Figur, die mich neugierig auf mehr macht, endet dieser erste Band vorerst zufriedenstellend.

Urteil:

Wäre ich ohne das im Vorfeld so oft erwähnte Alleinstellungsmerkmal Hautfarbe an die Geschichte herangegangen, hätte ich sie vielleicht sofort mit anderen Augen sehen können. So musste ich dies erst ausblenden, um die eigentliche Geschichte auf mich wirken zu lassen. Ein gelungener Weltenentwurf, interessante Figuren mit einer großen Entwicklung, Spannung und jede Menge Action lassen über die kleineren Mängel locker hinwegsehen. Knappe 5 Bücher für Zélie und ihren Kampf um die Magie.


Die Reihe (Children of Blood and Bone):

Band 1: Children of Blood and Bone: Goldner Zorn
Band 2: ?
Band 3: ?


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Buchdaten:

Titel: Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

Autor: Tomi Adeyemi

Verlag: FISCHER FJB

Übersetzung: Andrea Fischer

ISBN-13: 978-3841440297

empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

Gebundene Ausgabe: 624 Seiten

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Children of Blood and Bone: Goldener Zorn

7 KOMMENTARE

  1. Huhu ihr Drei,
    mit diesem Buch liebäugele ich ja derzeit auch sehr. Es wird wohl auf meiner Weihnachtswunschliste 2018 landen. Ich war ein wenig skeptisch, weil ich mittlerweile unterschiedliche Meinungen zu der Geschichte gehört habe. Ich freue mich, dass es euch, trotz kleiner Kritikpunkte, so gut gefallen hat und dass ihr so schöne Lesestunden damit hattet. Auch bin ich nun umso neugieriger.
    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    • Ohne die „falschen“ Voraussetzungen hätte ich es von Anfang an genießen können. Es lohnt sich auf jeden Fall – aktuell verlost Fischer auf FB glaub Exemplare 🤔

  2. Halli hallo

    Um das Buch kommt man ja fast nicht rum 😉 entsprechend durfte es natürlich auch bei mir einziehen….
    Ich werde wohl ab und zu noch zur Hörbuchvariante greifen, die es sogar schon bei Spotify gibt….
    Ich lasse mich trotz des Vor- Hypes überraschen und schraube meine Erwartungen runter, mal gucken wie es mir ergehen wird 😉

    Liebe Grüsse
    Bea

    • Das ist auf jeden Fall die beste Entscheidung – so kannst du es genießen. Ich bin sehr gespannt, wie es dir gefällt.

      • So mittlerweile habe ich das Buch beendet und gerade in der Hörbuchvariante hat es mir wirklich echt gut gefallen. Allerdings habe ich so wahrscheinlich auch nicht immer ganz alles wahrgenommen und jetzt am Schluss habe ich die ein oder andere Stelle auch noch im Print nachgelesen.

        Mir gefiel die Idee an sich, das Setting, das Feeling, Zelie, ihr Bruder und auch Amari mochte ich echt gern, mit Inan wurde ich nicht warm. Ebenso kann ich die Love- Story dort überhaupt nicht nachvollziehen und empfinde sie leider als sehr klischeehaft!
        Was mir persönlich etwas fehlte waren überraschende Wendungen/ Intrigen/ Wow- Momente, und noch ein bisschen mehr Antworten, aber die kriegen wir wohl erst in Band zwei….
        Das Ende und auch die Sache mit der Magie bei Inan habe ich persönlich nämlich nicht verstanden???

        Liebe Grüsse
        Bea

        • Es war sehr klassisch, das stimmt und die wirklichen Überraschungsmomente fehlen, aber es hat Spaß gemacht 🙂
          Ich glaube, über Inan müssten wir auf FB oder so schreiben – weil das spoilert ja ziemlich 😀

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