Witchborn: Königin der Düsternis (Nicholas Bowling)

Witchborn: Königin der Düsternis spielt im England des 16. Jahrhunderts und lässt die Feindschaft zwischen Elisabeth und Mary Stuart in einem neuen – magischen – Licht erscheinen.

Inhalt:

Die Mutter der 14-jährigen Alyce wird von Hexenjägern erwischt und Alyce kann nur knapp entkommen, im Gepäck einen Brief und im Kopf einen Zielort. Sie macht sich auf die Reise nach London, doch wird erwischt und in eine Anstalt gebracht. Glücklicherweise gelingt ihr die Flucht und sie schafft es dank der Hilfe eines Jungen, Salomon, eine sichere Unterkunft zu finden.

Doch weder vergisst sie ihr Ziel noch machen die Hexenjäger Rast, die es nicht gern sehen, wenn ihnen jemand entwischt.

Witchborn: Königin der Düsternis von Nicholas Bowling

Meinung:

Das wundervoll düstere Cover und der Klappentext, der die Rivalität zwischen Queen Elisabeth I. und Mary Stuart aufgreift, haben mich überzeugt.

Den Einstieg bildet eine Seite wie aus einem Zauberbuch über die Macht und Magie einer Strohpuppe. Jene Strohpuppe taucht während der Geschichte auch immer wieder auf und bildet so einen roten Faden. Im Anschluss daran wird der Leser direkt in die Geschichte geworfen, die mit der Ankunft der Hexenjäger im Essex des Jahres 1577 beginnt.

Absolut schonungslos (was die gewählte Zielgruppe ebenfalls ab 14 nachvollziehbar macht) schildert der Autor Nicholas Bowling den grausamen Alltag der Hexenverfolgungen. Dabei wählt er die personale Erzählperspektive und wechselt zwischen den Handlungssträngen in dritter Person. Neben der Protagonistin Alyce, die realitätsfern aufgewachsen ist, aber so einiges über Kräuter und Aufgaben von Hexen, wie ihre Mutter es war, weiß, werden auch die Handlungen des Hexenjägers begleitet und zeigen auch dessen düstere Geheimnisse auf.

Die Geschichte kommt nur sehr langsam in Fahrt. Den Beschreibungen jener Verhältnisse der Bevölkerung und dem Druck auf Frauen, die mehr wissen als andere und spezielle Begabungen zu haben scheinen, wird viel Raum beigemessen. Der Erzählstil ist dabei an die Zeit angepasst, die Geschichte ist jedoch flüssig zu lesen.

Die Grundidee, die „Wahrheit“ über die Feindschaft zwischen Elisabeth I und Mary Stuart, hat mich definitiv überzeugt, jedoch hätte ich mir statt vieler Beschreibungen der damaligen Zeit lieber mehr Informationen über die Hexerei/der Hexen selbst gewünscht, über die Rivalität der beiden Königinnen, die gefühlt nur nebenbei erwähnt werden, obgleich sie laut Klappentext zentrales Thema sind.

Für ein Buch mit der Zielgruppe ab 14 (das Original ist ab 12!) empfand ich die Figuren als etwas zu eindimensional. Man erfährt nur das Nötigste über sie, wird dann von Wendepunkten mitgerissen, die jedoch für mich nicht wirklich mitgefühlt werden konnten. Diese Distanz blieb das gesamte Buch über erhalten, selbst emotionalere Szenen waren so nicht greifbar, was das Lesevergnügen deutlich schmälerte.

Zum Ende hin zog die Spannung an. Eine Wendung jagte die nächste, doch ich war wieder nur entfernter Beobachter anstatt hautnah dabei. Das Ende lässt dieses Buch jedoch beruhigend ausklingen, auch wenn Potential für einen Folgeband vorhanden ist.

Urteil:

Witchborn: Königin der Düsternis spiegelt die harte Realität des 16. Jahrhunderts wieder, die im Gegensatz zur Rivalität der Königinnen laut Klappentext eine sehr große Rolle einnimmt. Für mich war die Distanz zu den Figuren zu groß und der Spannungsbogen zu flach. Sehr gute 3 Bücher.


Die Reihe (Witchborn):

Trotz serienwürdigen Titels und Fortsetzungspotenzial anscheinend keine Reihe.


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Buchdaten:

Titel: Witchborn: Königin der Düsternis

Autor: Nicholas Bowling

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Verlag und Bildrechte: Chicken House

Übersetzung: Eva Riekert

ISBN-13: 978-3551521057

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
Witchborn: Königin der Düsternis

2 KOMMENTARE

  1. Danke für die tolle Rezension! Ich hab das Buch auch hier und werd es wohl heute noch starten. Ich war der Meinung das da noch ein teil kommt, aber gut. Mal ein Einzelband – auch nicht schlecht 🙂

    Nach deiner Rezension hab ich jetzt nicht so hohe Erwartungen, was denke ich, sogar besser ist, weil eigentlich hab ich echt hohe Erwartungen in das Buch gehabt. Die Themen scheinen ja wie für mich geschrieben worden zu sein (Laut Klappentext)

    Na mal sehen 🙂

    Schönen Montag noch : )

    Xo
    Christl

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