Die Drachen der Tinkerfarm (Tad Williams, Deborah Beale)

Die Drachen der Tinkerfarm von Tad Williams und Deborah Beale ist der erste Band der Reihe um die geheimnisvolle Farm im Nirgendwo, auf der allerhand erdenkliche Fabelwesen ein Zuhause haben.

Zitat:

Manches, was einem im Leben begegnete, hatte eine so starke Wirkung, dass es einen vollkommen veränderte, die ganze Welt, so dass sich das Ich, dass sich daran zu erinnern versuchte, in dem Ich vor der Begegnung kaum wiedererkannte.

(Seite 65)

 

„Du willst, dass ich mich mit Hexenmeister Junior anfreunde?“

„Er braucht wirklich Freunde, Tyler.“

„Die braucht ein Stinktier auch. Trotzdem werde ich nicht so doof sein, eins zu streicheln.“

Seite 224

Inhalt:

Eigentlich sollten sie bloß die Ferien bei ihrem Onkel verbringen – ein Onkel von dem sie bis dahin noch nie gehört hatten. Doch die Tinker Farm beherbergt keinesfalls Kühe und Schweine, sondern ist die Heimat für fast ausgestorben Fabeltiere. Hier treffen Lucinda und Tyler auf Einhörner, Basilisken, fliegende Affen und sogar Drachen! Und plötzlich sind sie mitten drin, in einem magischen Abenteuer voller Geheimnisse und Gefahren.

Die Drachen der Tinkerfarm von Tad Williams und Deborah Beale

Meinung:

Lucinda und Tyler sind nicht sehr begeistert von den Ferienplänen, die ihre Mutter für sie geschmiedet hat, damit sie selber alleine in den Singleurlaub kann. Als dann noch eine geheimnisvolle Einladung auf die Farm ihres Großonkels Gideons auftaucht, von dem die zwei noch nie gehört haben, scheint er zwar das kleinere Übel, aber wirklich überzeugt sind sie nicht. Eine Farm im Nirgendwo? Gibt es da überhaupt Strom, um den Gameboy von Tyler aufzuladen? Ein Pferdewagen, der sie abholt, und der seltsame Kutscher machen auch nicht viel Hoffnung, aber dann kommt doch alles ganz anders.

„Hier laufen irgendwelche finsteren Sachen, und damit meine ich nicht nur Drachen“

Seite 213

Auf der Tinker Farm gibt es keine Kühe, Hühner oder Schweine, dafür aber Drachen, Basilisken, fliegende Affen und noch jede Menge mehr Fabelwesen. Jeder der Bewohner scheint ein Geheimnis zu haben und dann ist da noch der seltsame Schatten, der Tyler zu verfolgen scheint, während er durch verbotene Räume stöbert. Woher kommen die Fabeltiere? Welches Geheimnis hat Onkel Gideon? Was steckt hinter der Haushälterin Miss Needle und ihrem seltsamen Sohn? Fragen über Fragen.

Brüder, dachte Lucinda. Sie hatte ihre Eltern gebeten sich stattdessen einen Hund anzuschaffen, aber auf sie hörte ja niemand.

Seite 145

Der Einstieg in das Buch war leicht, wenn auch sehr düster. Die Kids fühlen sich abgeschoben und auch ihr Verhältnis zueinander ist nicht gerade super gut. Im ganzen Buch ist es mir ein bisschen schwer gefallen, mir ein richtiges Bild von ihnen zu machen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. Hobbys? Lieblingsessen? Fähigkeiten? Bis auf, dass Taylos süchtig nach seinem Gameboy ist, könnte ich davon nichts beantworten. Das hat mir nicht so gut gefallen.

Colin, der Sohn von Miss Needle ist schon von Anfang an super unheimlich und seine Mutter gleich mit. Ich war total gespannt, welches Geheimnis die beiden verbergen, zumal Colin gerade dabei ist, einen Plan gegen Gideon, den Leiter der Farm auszuhecken und das ganze gewaltig schief läuft.

„Na bravo, meine Schwester ist in den Aushilfsschurken vom Dienst verknallt.“

Seite 134

Die Fabeltiere waren super cool, aber keineswegs flauschig und nett, im Gegenteil. Aber die geflügelte Äffin Zara freundet sich mit Tyler an, ein sehr schöner Aspekt an der Geschichte. Dann gibt es noch die Arbeiter auf der Farm, die alle irgendwie ein bisschen seltsam sind. Ob es an der Abgeschiedenheit der Farm liegt oder doch an etwas anderem? Und dann ist da noch dieser super reiche Firmenguru, der seine Finger nach der Farm ausstreckt.

Was ich noch ein bisschen komisch fand ist, dass die Mutter einfach gar nicht mehr auftaucht und die Kinder auch überhaupt nicht an sie oder an Zuhause denken.

Der Schreibstil ist stellenweise etwas alt, aber trotzdem gut zu verstehen. Das Cover mag ich sehr gerne und das Taschenbuchformat war angenehm zum Lesen und Transportieren. Auch Kapiteleinteilung und Absätze waren sehr bahnfahrerfreundlich. Ich hatte ein Kinderbuchbuch mit locker flockigem Humor und plüschigen Einhörnern erwartet. Das findet sich hier definitiv nicht! Aber mir hat das Buch trotzdem gut gefallen.

Ich bin definitiv gespannt auf einen zweiten Band und werde mir gleich einen Suchauftrag bei Tauschticket einstellen. Dort findet ihr den ersten Band übrigens sehr günstig.

Das Buch war gut, spannend und interessant, aber der letzte Funke ist nicht übergesprungen und die Beziehung zu den Charakteren hätte viel enger sein können. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den zweiten Band und werde jetzt auch noch mehr darüber nachdenken mir „Die Hexenholzkrone“ zu holen, wo mich der Klappentext schon seit längerem so anspricht.

Wer Hörbucher mag, dem kann ich das zu „Die Drachen der Tinkerfarm“ sehr empfehlen, der Sprecher ist Andreas Fröhlich (Bob von den ???) und der hat eine wirklich tolle Stimme.

Urteil:

Eine spannende Geschichte, mit einigen Schwächen im Charakteraufbau, aber einem sehr coolen Setting und einer rasanten Handlung, die neugierig auf den Folgeband macht. Von mir gibt es ganz knapp vier Bücher.


Die Reihe (Tinkerfarm):

Band 1: Die Drachen der Tinkerfarm
Band 2: Das Geheimnis der Tinkerfarm


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Buchdaten:

Titel: Die Drachen der Tinkerfarm

Autor: Tad Williams, Deborah Beale

Gebundene Ausgabe: 380 Seiten

Verlag und Bildrechte: Klett-Cotta

Übersetzung: Hans-Ulrich Möhring

ISBN-13: 978-3-608-93821-0

Vom Hersteller empfohlenes Alter: keine Angabe

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Die Drachen der Tinkerfarm

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