Nevernight: Das Spiel (Jay Kristoff)

Nevernight: Das Spiel

Nevernight: Das Spiel von Jay Kristoff ist Band 2 der Nevernight-Reihe rund um die Assassinen der Roten Kirche, in deren Mittelpunkt Mia Corvere steht und auf ihre Rache an den Mördern ihres Vaters hinarbeitet.

Zitat:

„Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.“

(S.120)

„Das war jetzt ihre Welt. Leben und Tod, nur einen Schwertstreich voneinander getrennt. Und jeder Streich brachte sie einen Schritt näher an ihre Rache.“

(S.256/257)

Inhalt:

Mia ist nun eine Klinge im Auftrag der Roten Kirche. Sie sinnt weiterhin auf Rache an den Mördern ihrer Eltern. Doch genau diese scheinen sicher zu sein vor der Roten Kirche. Und diese Sicherheit haben sie sich erkauft. Der Ehrenkodex der Assassinen verbietet es, dass ihnen etwas passiert.

Mia trifft eine Entscheidung. Doch dazu muss sie sich selbst verkaufen. In die Sklaverei. Denn nur als Gladiatorin hat sie die Chance, am großen Magni, den größten Kampfspielen überhaupt, in Gottesgrab teilzunehmen. Dem Sieger winkt neben der Freiheit auch eine private Audienz mit den Peinigern ihres Vaters. Und hier wittert Mia ihre Chance. Von nun an wird ihr Leben von anderen bestimmt, sie hat keine Rechte. Und an jeder Ecke lauert von nun an der Tod. Mia steht vor riesigen Herausforderungen, gefangen zwischen Grausamkeit und Brutalität.

Nevernight: Das Spiel von Jay Kristoff

Meinung:

Von „Nevernight: Die Prüfung“ war ich ja wirklich sehr angetan. So konnte ich es kaum erwarten, dass endlich „Nevernight: Das Spiel“ erscheinen würde. Endlich war es nun soweit. Schnell war das Buch gekauft. Und schon konnte es losgehen, ich stürzte mich in die Seiten.

Was soll ich sagen…Ich fühlte mich, als ob ich nie weggewesen wäre. Sofort war ich wieder mit Mia verbunden. Jay Kristoff ließ mich sofort wieder in seine Geschichte eintauchen.

So erlebte ich die ersten Handlungen von Mia als Klinge im Auftrag der Roten Kirche. Ihre aufkommenden Zweifel konnte ich zunehmend nachvollziehen, überlegte mit ihr gemeinsam die weiteren Schritte. Dass kurze Zeit später Ash auftauchen würde, war zwar nur am Rande überraschend, verhalf der Geschichte jedoch dazu, eine Richtung anzunehmen, die mich absolut in ihren Bann ziehen konnte.

Mias Gedanken, mit Hilfe eines Tricks an die Mörder ihres Vaters zu kommen, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Doch dafür muss sie wahre Entbehrungen auf sich nehmen. Mia verkauft sich selbst in die Sklaverei mit dem Ziel, zu einer der besten Gladiatorenstaffeln zu kommen. Aber bereits hier muss sie den ersten Rückschlag hinnehmen. Denn nicht die Staffel des großen Leonides kauft sie, sondern seine Tochter Leona hat die Ambitionen, den Ruhm ihres Vaters mit ihren eigenen Gladiatoren zu übertrumpfen. Und so wird Mia ein Teil von Leonas „Falken“. Ihr Ziel, das große Magni zu gewinnen und eine private Audienz mit Konsul Scaeva und Kardinal zu bekommen, rückt damit aber in weite Ferne. Doch Mia lebt für ihren Plan, nimmt zahlreiche Entbehrungen und selbst Erniedrigungen auf sich. Der Tod ist Mias steter Begleiter, ihre Herausforderungen wachsen und jede Unachtsamkeit wird grausam bestraft.

Jay Kristoff ist ein wirklich außergewöhnlicher Autor mit einem bestechenden Schreibstil, der mich süchtig nach den Ereignissen und Handlungen in seiner Geschichte werden ließ. Kurze enthaltene Rückblicke erleichterten es mir, vorangegangene Handlungen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die Geschichte erlebte ich in dritter Person Vergangenheitsform aus der Hauptsicht von Mia. Ich konnte hautnah an ihren Gedanken teilnehmen, fühlte mit ihr und so wuchs mir die Protagonistin zunehmend ans Herz. Es war wirklich erstaunlich, welche Strapazen Mia auf sich genommen hat, immer mit dem Blick, ihren Plan zu erfüllen. Immer wieder führte mich der Autor auch in die Irre, ließ mich kopfschüttelnd Richtungen einschlagen, die nachfolgend revidiert wurden und andere Hintergründe offenbarten. Fühlten sich die eingebauten Fußnoten, die die Geschichte mit weiteren Hintergründen und Informationen ergänzten, im ersten Band zumindest anfangs noch etwas leseflußhemmend an, gehörten sie in diesem zweiten Teil für einfach dazu. Jay Kristoff spricht den Leser hier großteils auch direkt an, zog mich damit noch näher an seine Geschichte.

Zugegebenermaßen enthält die Geschichte eine Vielzahl von brutalen Gewaltszenen, die dem einen oder anderen sicherlich auf den Magen schlagen könnten. Entzerrt und damit gegenteilig emotional dazu eingebaut wurden aber auch Liebesszenen, die prickelnd und entfesselnd auf mich wirkten und zur ganzen Brutalität ein ausgewogenes Gegengewicht bildeten. Mit der Mischung aus beidem ist Jay Kristoff ein wirklich bestechendes Gesamtwerk gelungen.

Die knapp 700 Seiten von „Nevernight: Das Spiel“ flogen förmlich an mir vorbei, so dass das Ende unaufhaltsam näher kam. Dieses verstärkte der Autor nochmals mit einem enormen Showdown und läßt es am Schluss mit einem riesigen Cliffhanger gehörtlich krachen. Nun stehe ich da, kann es kaum fassen und sehne unweigerlich den finalen Band herbei. So muss man Geschichten schreiben!

Urteil:

Mit „Nevernight: Das Spiel“ ist Jay Kristoff eine gelungene Mischung aus brutalen Gladiatorenkämpfen, emotional prickelnden Liebesszenen und taktisch klug entwickelten Handlungen gelungen, deren Lesesog man sich kaum entziehen kann und förmlich in die Geschichte eintaucht. Meine Lesestunden an der Seite von Mia Corvere, genannt die „Krähe“, belohne ich deshalb mit starken 5 Büchern.

Für alle, die gewaltsame Szenen mit der notwendigen Nüchternheit vertragen können, dabei die Charaktere für ihr Handeln nicht verurteilen und für ihre Ziele ungewohnte Wege mit extremen Herausforderungen auf sich nehmen.


Die Reihe (hier evtl. Titel der Reihe):

Band 1: Nevernight – Die Prüfung
Band 2: Nevernight – Das Spiel
Band 3: OT – The Nevernight Chronicle #3


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Buchdaten:

Titel: Nevernight: Das Spiel

Autor: Jay Kristoff

Gebundene Ausgabe: 704 Seiten

Verlag: FISCHER Tor

Übersetzung: Kirsten Borchardt

ISBN-13: 978-3596297597

Vom Hersteller empfohlenes Alter: keine Angabe

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