Die Klinge des Schicksals (Markus Heitz)

Zitat:

„Das Bollwerk war keineswegs fugenlos oder glatt. Vereinzelt hingen verweste Überreste und Gebeine daran, mal an Stricken aufgehängt, mal halb von Nischen und Öffnungen verschlungen. Es war eine Mahnung, keinesfalls ein Übersteigen zu versuchen und die Wächter um ihren Obolus zu betrügen.“
(S.168)

Inhalt:

Für ihre vielen Verdienste und Heldentaten im Auftrag des Schicksals hat Danéstra ein Rittergut vom Kaiser erhalten. Hier lebt sie nun schon einige Jahre. Ihre Töchter sind mittlerweile verheiratet, doch ihr Sohn Mabian hilft ihr bei der Verwaltung des Gutes, denn dafür hat er ein Talent.

Nun wartet der nächste Auftrag des Schicksals. Danéstra erwacht mitten im Kampfgetümmel und rettet die schwangere Kalenia. Kalenia ist Schlimmes widerfahren, doch sie hat auch geheimes Wissen. Nachdem sie die Verwüstung ihres Dorfes haarscharf überlebt hat, kennt sie nun die Namen von Verschwörern, die mit der immer mehr vorrückenden Wildnis im Bunde stehen sollen. Und doch scheint das nicht alles zu sein. Danéstra glaubt der jungen Frau, aber etwas ist merkwürdig. Danéstra stellt sich im Glauben an das Gute der neuen Herausforderung. Denn wenn sie scheitert, werden alle Menschen in Nankán sterben.

Die Klinge des Schicksals Markus Heitz

Meinung:

„Die Klinge des Schicksals“ erreichte mich eher überraschend. Dennoch war ich gespannt auf die Geschichte, da ich auch schon andere Werke von Markus Heitz gelesen hatte, die mir wirklich gut gefielen. Also stürzte ich mich kurzerhand in die Seiten.

Und gleich befand ich mich dann auch mitten im Geschehen. Mit Erklärungen und Hintergründen hat sich der Autor nicht aufgehalten, Informationen zu beschaffen war hier eher meine Aufgabe. Und so fühlte ich mich anfangs auch ein wenig überfordert, da vor allem Dinge aus der Vergangenheit der Protagonistin vorrangig aus Andeutungen bestanden. Ich gebe zu, dass sogar die Überlegung bestand, der Geschichte zu einem anderen Zeitpunkt eine Chance zu geben. Doch oft habe ich erlebt, dass die Bindung an eine Geschichte trotz schwierigen Einstiegs mit steigender Seitenzahl enger wird und von sich zu überzeugen weiß. Und so blieb ich dran am Geschehen.

Meine Hartnäckigkeit wurde dann auch zunehmend belohnt. Nach und nach ist es Markus Heitz gelungen, seine Geschichte näher an mich heranzurücken. Verschiedene Handlungsstränge erschwerten zwar vorerst meinen Überblick, denn kaum hatte ich mich an die handelnden Personen gewöhnt, forderte mich das nächste Geschehen heraus. Im weiteren Verlauf erkannte ich zu großen Stücken eine wirkliche Markus-Heitz-Geschichte mit spannenden und überraschenden Wendungen, es gab allerdings auch Stellen, an denen mein Lesefluss etwas ausgebremst wurde. Doch meine Neugier war entfesselt, so dass ich gespannt war, was die nächsten Seiten alles ans Licht bringen würden.

Mit Danéstra hat Markus Heitz eine etwas andere Protagonistin aufs Spielfeld gebracht. Danéstra ist eine Kriegerin, und das schon seit Jahrzenten. Ihr Alter beträgt bereits über 60 Jahre. Doch die Jahre scheinen ihr nichts ausgemacht zu haben, nach wie vor ist sie genau so vital wie in jungen Jahren. Wenngleich schon aufgrund dieser ungewöhnlichen Konstellation für mich eine gewisse Distanz vorhanden war, verfolgte ich dennoch aufmerksam ihren Handlungsweg. Die Charaktere waren insgesamt auch recht gut getroffen, so dass bei mir meist eine Vorstellung vorhanden war. Die Geschichte selbst erreichte mich in dritter Person Vergangenheit mit wechselnden Perspektiven und diversen Handlungssträngen. Irgendwann hat sich für mich ein Überblick über diese Handlungsstränge ergeben, so dass ich mich ab diesem Zeitpunkt voll auf den Fortgang konzentrieren konnte.

Nach einigen erlebten Abenteuern und Gefahren setzte der Autor dann nochmals zu einem Showdown an, der anschließend beruhigt die finalen Entwicklungen der Geschichte einläutet. Im Endeffekt hat mir „Die Klinge des Schicksals“ nach anfänglichen Startproblemen doch noch einige schöne Lesestunden beschert, so dass ich das Buch nun zufrieden zu den anderen Büchern des Autors ins Regal stellen kann.

Urteil:

„Die Klinge des Schicksals“ brilliert an einigen Stellen mit für den Autor Markus Heitz typischen spannenden und überraschenden Wendungen, der Weltenaufbau liefert eine solide Basis für einen High-Fantasy Genuss und stellt eine etwas andere Protagonistin ins Rampenlicht. Meine Lesestunden in der von Markus Heitz erschaffenen Welt belohne ich deshalb mit sehr guten 3 Büchern.

Für alle, die einer Bedrohung ins Auge blicken können, sich vor übermächtigen Gegnern nicht fürchten und für das Gute zahlreiche Entbehrungen auf sich nehmen.


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Buchdaten:

Titel: Die Klinge des Schicksals

Autor:Markus Heitz

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten

Verlag und Bildrechte: Knaur

ISBN-13: 978-3426654484

Vom Hersteller empfohlenes Alter: o. A.

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Die Klinge des Schicksals

2 KOMMENTARE

  1. Das Buch liest mein Mann gerade und es gefällt ihm sehr gut. 🙂 Für mich wäre es wohl eher nichts. Bin ja nicht so der High-Fantasy-Fan.

    • Huhu Binzi, ja, es ist High-Fantasy in Reinkultur 😎 Also vermutlich wirklich nichts für dich 😂 Liebe Grüße, Kay

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