(L) Weg der Könige – Brandon Sanderson

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
„Es ist schon in Ordnung.“
„Du sollst nicht lügen.“
„Manchmal ist es aber auch in Ordnung zu lügen, Syl.“
„Und jetzt ist manchmal,
ja?“
Seite 839
Einige Menschen nehmen Leben. Andere retten es.
Seite 428

Roschar ist eine Welt der Stürme. Einst regierten hier
mächtige Krieger, doch die strahlenden Ritter sind verschwunden, lediglich die
tödlichen Splitterklingen könnten ein Vermächtnis aus alter Zeit sein. Krieg
zerreißt die Lande. Der Bruder eines ermordeten Königs, geplagt von Visionen,
versucht den rechten Weg zu finden, während der Sohn eines Chirurgen, zum
Krieger bestimmt, nun als Sklave um sein Leben fürchten muss und eine junge
Frau loszieht, um durch ein gewaltiges Verbrechen ihre Familie zu retten.

Drei Schicksale, in einer Welt, die vielleicht zum Untergang
verdammt ist.

Brandon Sanderson ist ein sehr großer Name, an dem man in
der Welt der High Fantasy nicht vorbeikommt. Leider ist mir der Einstieg in
diese Geschichte etwas schwerer gefallen, weil ich durch die verschiedenen
Perspektiven einfach völlig verwirrt war und gar nicht wusste, um wen geht es
und was das Problem/Ziel ist. Ab der Mitte des Buches machte das Ganze für mich
dann aber endlich einen Sinn.

Der Autor schafft hier eine recht düstere Welt, die sich
schon seit sechs Jahren im Krieg befindet. Ein ermordeter König war die Ursache
und sein Bruder ist eine der Personen, die diese Geschichte erzählt. Dalinar,
Witwer, Vater von zwei Söhnen und Onkel des neuen Königs. Er ist ein legendärer
Krieger, doch seit sein Bruder starb, trägt er eine schwere Last mit sich, denn
er war nicht dort, um ihn zu retten. Außerdem hat er Visionen, die ihn immer
wieder heimsuchen und dafür sorgen, dass er den Ruf eines Verrückten erhält.
Sein Ziel ist es, das Königreich zu einen, doch wie er das tun soll, weiß er
nicht. Er liebt seinen Neffen und auch seine zwei Söhne, die ebenfalls für die
Geschichte sehr wichtig sind. Alle drei sind sympathisch und man fühlt mit
Dalinar sehr mit, weil er nicht weiß, was mit ihm vorgeht und doch eigentlich
nur seinen König schützen will.
Der zweite Erzähler ist Kaladin, Sohn eines Heilers der dem
Vater nicht in den Beruf folgen wollte. Stattdessen wurde er ein Krieger,
kämpfte unter Dalinars Neffen, dem König, doch das Glück war ihm nicht gerade
hold. Jetzt muss er um sein Leben fürchten, als Sklave. Außerdem folgt ihm ein
seltsames Wesen, dass außer ihm fast niemand sehen kann. Kaladin ist sehr
stark, bricht zwischendurch aber auch (verständlicherweise) unter dem Elend zusammen.
Er ist ein Mann, der sich um andere sorgt, er versucht, Leute, die ihm
anvertraut sind zu schützen. Als Sklave kein leichte Aufgabe. Gegen Ende habe
ich sehr mit seinem Schicksal mitgefiebert und ich glaube, dass Brandon
Sanderson mit diesem Charakter noch einiges vor hat.
Der dritte Erzähler, ist eine junge Frau, Shallan. Sie
verfolgt eine hochgestellte Dame und Wissenschaftlerin namens Jasnah (das ist
die Schwester des neuen Königs und Dalinars Nichte) und will als ihr Mündel
angenommen und ausgebildet werden. Jedenfalls ist es das, was sie vorgibt. In
Wahrheit hat sie noch ein ganz anderes Ziel, nämlich ein wertvolles, mächtiges
Artefakt zu stehlen, das den Gebrauch von Magie ermöglicht. Schafft sie es
nicht, ist Shallas Familie verloren. Shallan hat am wenigsten Kapitel in diesem
Buch und sie ist auch (fast) die einzige Person, die durch ihre spitze Zunge
ein bisschen Humor in die Geschichte hineinbringt.
All diese Details zur Handlung erhält man recht schnell und
folgt den Figuren dann weiter auf ihrem Weg. Hin und wieder werden noch andere
Sichten eingestreut, beispielsweise die des Königsmörders, den wir schon auf
den ersten Seiten treffen – Seth. Er ist eine Art menschliche Waffe und ein
sehr seltsamer Charakter. Außerdem wird aus Kaladins Kindheit berichtet, ein
Erzählstrang, der wahrscheinlich erklären wird, wie er an den Platz gekommen
ist, an dem wir ihn in den ersten Kapitel antreffen.
Die Welt, die Brandon Sanderson hier beschreibt ist komplex,
es gibt viel Neues, viele Fremdwörter, Völker sogar neue Sprachen und ich habe
vor jedem Autor, der es schafft so etwas aufzubauen einen wahnsinnigen Respekt!
Wie bereits gesagt, hat es eine ganze Weile gedauert, bis
ich einigermaßen durchgeblickt habe in welcher Geschichte ich mich befinde. Das
Buch ist recht dick, knapp 900 Seiten, und es gibt viel Handlung, aber auch
viele Beschreibungen, komplizierte Namen, Hinweise auf alte Legenden,
Schlachten und Gefühle der Charaktere. Ich fand es sehr schwierig, jeden
zuzuordnen, besonders Shallan. Ich habe gelesen, dass es insgesamt zehn Bände
von dieser Reihe geben wird. Auf der einen Seite finde ich das ein bisschen
abschreckend, weil das sicher noch mächtig viel Text wird, auf der anderen
Seite bin ich aber auch sehr neugierig, wie es mit den Personen weitergeht.
Besonders mit Seth und Kaladin.
Jetzt, am Ende des Buches liegen mir die Charaktere doch am
Herzen und ich frage mich, was aus ihnen wird. Es hat aber gut 400 Seiten
gedauert, bis dieses Gefühl anfing und das finde ich sehr schade. Mit Patrick
Rothfuss oder Bernhard Hennen, Markus Heitz kann diese Geschichte für mich noch
nicht ganz mithalten. Aber ich werde definitiv die Nachfolger lesen und könnte
mir vorstellen, dass jetzt, da die „Kennlernphase“ vorbei ist, die Geschichte im
weiteren Verlauf noch mächtig viel Spaß machen wird!

„Der Weg der Könige“ von Brandon Sanderson ist eine gute High Fantasy Geschichte, die mich leider nicht so packen konnte, wie erwartet. Der Weg der Könige bekommt von mir drei dicke Bücher und eine klare Leseempfehlung für alle High Fantasy Fans mit Ausdauer.

Band 1 Weg der Könige
Band 2 Der Pfad der Winde
Band 3 Die Worte des Lichts
Band 4 Die Stürme des Zorns
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