♀ Moondust (Gemma Fowler) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

Aggie arbeitet in der Mondbasis von Lunar Inc., um sich vor
ihrer Vergangenheit zu verstecken. Diese holt sie jedoch zum 10. Jahrestag der
Adrianne-Katastrophe ein, als Terroristen etliche Anschläge verüben, um auf die
miesen Machenschaften von Lunar Inc. aufmerksam zu machen. Aggie soll wieder
den „Engel von Adrianne“ spielen – doch schon bei den Plänen für die Feier gibt
es wieder Mondbeben und Aggie wird von einem zur Zwangsarbeit verdonnerten
Terroristen gerettet.

 

Aber auch die künstliche Intelligenz Celeste benimmt sich
merkwürdig und will Aggie etwas sagen …
Ich hatte mich sehr auf „Moondust“ gefreut. Die Idee klang
außergewöhnlich, neu und nach einigem Tiefgang und politischem Background.
Leider konnte die Geschichte selbst nicht mit dem wundervollen Cover und den
Erwartungen mithalten.
Dabei gefällt mir die Grundidee auch nach dem Lesen noch und
ist theoretisch so gut! Eine neue Art Energieversorgung durch das Lumite, das
auf dem Mond abgebaut wird, beendete die Energiekrise auf der Erde ein für alle
mal – und damit auch die Kriege, die es aus diesem Grund immer wieder gab.
Soviel zur Backstory.
Die richtige Story: Aggie arbeitet auf dem Mond in einer Station, die die
Wasserqualität misst und versagt ständig in allem. Aber sie hat ein Geheimnis:
Sie ist „der Adrianne-Engel“, das Mädchen, das damals eine Katastrophe überlebt
hat, die unter anderem ihren Vater getötet hat.
Doch das sagt sie niemandem, sondern sie wird vom Konzern (sind alles Freunde
von Papa) dort in der Mondbasis von Lunar Inc. versteckt. Doch auf der Erde
kommt es im Rahmen des 10. Jahrestags der Katastrophe zu Ausschreitungen der
A.L.L., Terroristen, die Lunar Inc. verteufeln, und jetzt soll Aggie wieder den
Engel spielen und Hoffnung verbreiten. Weil auf dem Mond doch alles so
wunderbar ist, die Arbeiter tolle Arbeitsbedingungen haben usw. Propaganda, wie
sie dann herausfindet.
Nach einem Mondbeben bekommt sie Hilfe von einem Häftling der A.L.L., der auf
dem Mond zur Strafarbeit verdonnert wurde und fühlt sich sofort zu ihm
hingezogen. Insgesamt passiert alles in diesem Buch viel zu schnell und ohne
viele Erklärungen, es wird nur erzählt, nicht gezeigt, behauptet, nicht
bewiesen. Selbst die immer wieder auftretende Bedrohung und Gefahr wird auf
derselben Seite erstickt und ansonsten tropft alles nur vor sich hin und wirkt
oftmals sehr gestellt und erzwungen, selbst der Humor, durch den wohl alles
etwas gelockert werden soll (der aber in der Regel einfach unpassend war).
Die Geschichte wird in dritter Person aus der Sicht von
Aggie erzählt. Durch die Erzählstimme wirkte sie auf mich noch distanzierter
und ich konnte kaum eine Beziehung zu ihr aufbauen. Ich spürte weder ihre
Trauer oder die Angst wegen der Albträume seit der Katastrophe, noch die
Freundschaft zu Seb oder die Liebe zu Danny. So zog das gesamte Buch
emotionslos an mir vorüber und ich musste nie um Figuren bangen. So ist es
nicht verwunderlich, dass Celeste, die künstliche Intelligenz, die alles auf
dem Mond am Laufen hält, meine Lieblingsfigur war.

 

Nach wie vor halte ich die Prämisse des Buches (wie weit ist
man bereit für das Ende der Energiekrise und der Kriege zu gehen) richtig gut,
aber die Ausarbeitung war eindeutig nicht mein Fall. Im Nachhinein habe ich
herausgefunden, dass es einen zweiten Band geben könnte (auch im Original noch
nicht erschienen), weshalb vielleicht einiges noch bewusst offengelassen wurde.
Daher stimmt mich das abrupte Ende nach dem Showdown ein klein wenig milder.
„Moondust“ von Gemma Fowler bietet eine wirklich
interessante Grundidee, die mich in ihrer Umsetzung jedoch nicht wirklich
überzeugen konnte. Im Hinblick auf einen potentiellen zweiten Band, der
vielleicht etliche der offenen Fragen beantwortet, runde ich meine 2,5 auf zu
sehr knappen 3 Büchern.

 

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2 KOMMENTARE

  1. Ohje, schade, dass es dich nicht so richtig überzeugen konnte … Ich werde noch ein paar andere Rezensionen dazu lesen und dann entscheiden, ob ich es lesen will oder nicht. 🙂

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