♀ Die fünf Gaben (Valerias Töchter 1) (Rebecca Ross) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

Brienna wurde vor sieben Jahren von ihrem Großvater ins Haus
Magnalia gebracht, wo sie eine der fünf Gaben studieren soll. Doch sie selbst
weiß genau, dass sie kein naturgegebenes Talent hat. Und doch wurde sie
angenommen und steht nun kurz davor, eine Berufene zu werden und einen Gönner
zu finden, bei dem sie ein neues Leben beginnen kann.

 

Während ihrer Studien hat es ihr Master Cartier, ihr
Ausbilder in der Gabe des Wissens, sehr angetan. Und doch muss sie nun von ihm
fort – und wer weiß, ob sie sich überhaupt wiedersehen werden.
WARNUNG vorab:
Wer gerne die der Geschichte vorangestellten Namens- und
Häuserübersichten stöbert, sollte gewarnt sein. Insbesondere nach Briennas
Namen zu suchen, spoilert die Identität des Vaters, der erst sehr spät offenbart
wird und eigentlich ein Plottwist darstellen sollte.
Jugendhighfantasy steht grad sehr hoch bei mir im Kurs und
so musste ich natürlich auch zum ersten Band von „Valenias Töchter“ greifen und
stürzte mich sogleich in die Seiten.
Die Ernüchterung kam ziemlich schnell. Denn vorerst heißt
es, sehr viel über die Geschichte des Landes, des Nachbarlandes, der Kriege und
der zig involvierten Familien zu lernen. All diese Informationen wurden in den
Unterricht von Protagonistin Brienna verpackt, die damals eine außerordentliche
Zulassung zum Haus Magnalia bekam – nachdem sie ihr Großvater dorthin gebracht
hat, weil Brienna Waise ist. Ihre Mutter ist tot, ihren Vater hat sie nie
kennengelernt. Sie weiß nur, dass sie zum Teil Maevanierin ist, Blut des
Nachbarlandes in sich trägt, das unter dem aktuellen König zu leiden hat.
Während ihrer Studien in Magnolia kommen sich Brienna und
ihr „Master“ Cartier näher – so nahe es die Statuten zulassen (keine Berührung
einer Arden/„Studentin“) – dies war auch der rote Faden, der mich die lange
Informationsflut dennoch neugierig hat verfolgen lassen. Von ihm erhält Brienna
auch das erste Buch, das ihr Ahnengedächtnis erweckt. Dieses Detail fand ich in
der Geschichte sehr gelungen und hielt mich bis zum Ende bei der Stange.
Während manche andere Dinge so ausführlich dargebracht wurden, verlieren sich
andere beinahe – ich hoffe, dass da so einiges in der/den Fortsetzungen
aufgegriffen wird.
Ansonsten dauerte es wirklich lange, bis die Geschichte in
Fahrt kommt – doch selbst dann ist sie stets ruhig und die Bedrohung ist kaum
greifbar. Dasselbe gilt für Briennas Motivation. Sie entwickelt sich, gibt sich
kämpferisch, aber leider konnte ich kaum mit ihr fühlen.
Rebecca Ross schildert ihre Geschichte in Ich-Perspektive
von Brienna. Ihre Ausdrucksweise ist klar, dem High-Fantasy-Genre angemessen
leicht historisch angehaucht.
Der Weltenbau der Autorin gefiel mir richtig gut. Im
unterdrückten Königreich Maevana herrscht derzeit ein König, obgleich es immer
eine Königin sein sollte. Doch nachdem sie betrogen, ihr und ihrer Familie die
Magie geraubt wurde, sitzt eine grausame Famillie an der Spitze des Reiches, in
dem Frauen auch im Kampf und Krieg gleichgestellt sind. Die Unterschiede
zwischen Maevana und Valenia könnten größer nicht sein. Maevana ist kämpferisch
und roh, während in Valenia die Kunst geschätzt wird.

 

Erst ab Mitte des Buches ging es in Sachen Spannung bergauf.
Es gab kleinere Spannungsspitzen, neue interessante Figuren und sogar Twists,
ehe das Buch nach einem sehr kurzen Showdown absolut zufriedenstellend endet,
weshalb ich mir bis zur Sichtung des Internettitels nicht sicher war, dass es
sich wirklich um eine Reihe handelt.
Mit „Die fünf Gaben“ hat Rebecca Ross einen interessanten
Einstieg in ihre Welt erschaffen, bei dem es jedoch einige Durststrecken zu
überwinden gab. Als große Pluspunkte sehe ich das Frauenbild in Maevana und das
„abgeschlossene“ Ende ohne Cliffhanger. Sehr gute 3 Bücher für den Auftakt von
„Valenias Töchter“.
1. Die fünf Gaben
2. ?

 

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