♂ AchtNacht (Sebastian Fitzek) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

„Ohne zu wissen, weshalb er sich so klein machte, kämpfte er
vergeblich gegen das Gefühl an, noch niemals in seinem Leben in solcher Gefahr
geschwebt zu haben.
Nur drei Minuten später, in einer vollbesetzten stickigen
U-Bahn, sollte er lernen, dass er mit dieser Einschätzung komplett richtiglag.“

(S.63)
Niemand hat diese Seite im Internet bisher wirklich ernst
genommen. Doch nun bricht sie an. Die AchtNacht. Am 08.08. ab 20.08 Uhr geht es
los. Und es endet am nächsten Tag um 08.00 Uhr. Bis dahin ist derjenige, der in
der Lotterie gezogen wurde, vogelfrei und darf ermordet werden. Straffrei.

Ben hat in seinem Leben so einiges verbockt. Aus
seiner Band ist er ausgestiegen, kurz bevor der große Durchbruch kam. Und nach
dem von ihm verschuldeten Unfall hat seine Tochter ihre Beine verloren. Seine
Frau hat sich auch von ihm getrennt. Orientierungslos schlingert er durch sein
Leben. Und es kann alles noch schlimmer werden. Jemand hat ihn auf der
Internetseite AchtNacht nominiert. Und tatsächlich wird sein Name gezogen. Die
Jagd auf Ben ist eröffnet. Was er anfänglich für einen miesen Scherz hält, wird
bittere Wahrheit. Viele Menschen jagen ihn, gierig nach der ausgesetzten
Belohnung. Die Zeit bis zum Ende der Jagd erscheint endlos. Ben muss handeln.
Doch weitere Schwierigkeiten stellen sich ihm in den Weg. Seine Stunden bis zum
Tod sind gezählt.

Mittlerweile habe ich so einige Bücher von Sebastian Fitzek
gelesen. Bisher konnte mich der Autor mindestens immer gut unterhalten. Umso
gespannter war ich nun auf „AchtNacht“, die Idee erschien mir in höchstem Maße
interessant zu sein. Gut, dass das Buch griffbereit in meinem Regal wartete,
und so konnte ich nun mit der Geschichte starten.
Wie von Sebastian Fitzek gewohnt, führte er mich anfangs gut
in seine Geschichte ein. Die Spannung kribbelte von Beginn an bereits im
Hintergrund. Ich lernte Ben kennen, dessen Leben so ziemlich vermurkst ist.
Seinen aktuellen Job in einer Band hat er verloren; der letzte Gig ist wegen
ihm schiefgegangen. Noch schlimmer, seine Tochter Jule hatte wenige Tage zuvor
einen Selbstmordversuch unternommen und liegt nun im Koma im Krankenhaus. Doch
wirklich will Ben nicht an diesen Selbstmordversuch glauben. Aus seiner Sicht
sprechen einige Details dagegen.
Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wird sein Name bei der
AchtNacht-Lotterie gezogen. Doch wer hat ihn überhaupt nominiert? Demjenigen,
der ihn umbringt, winkt eine Belohnung in Höhe von 10 Mio. Euro. Langsam
begreift Ben, dass sein Leben tatsächlich in Gefahr ist. Nun heißt es für ihn,
sich sinnvoll im Verborgenen zu halten. Doch dabei hat er die Rechnung ohne den
Wirt gemacht.
Die Idee zur Geschichte hat mir von Beginn an gefallen. Es
ist immer wieder schön zu erleben, wie elegant Sebastian Fitzek mich durch
seine Geschichten führen kann und mir damit tolle Leseerlebnisse verschafft. So
auch in „AchtNacht“. Ich erlebte die Geschichte in dritter Person
Vergangenheit, hatte dabei einen Einblick aus verschiedenen Sichten. An
Spannung hat es mir in der Geschichte selten gemangelt, einige Handlungen
empfand ich eher als zu viel. Auch wirkte die Geschichte an einigen Stellen
etwas konstruiert. Dennoch konnte ich mich gut auf den Verlauf einlassen,
brannte darauf, mehr von den Entwicklungen zu erfahren.
Bei seinen Charakteren in „AchtNacht“ geht Sebastian Fitzek
selten in die Tiefe, dennoch erfuhr ich die wichtigsten Grundrisse, um den
Handlungen folgen zu können. Auf überdetaillierte Darstellungen verzichtet der
Autor aus meiner Sicht dankenswerterweise, so dass tatsächlich nichts vom
eigentlichen Geschehen ablenkt. Der Autor treibt seine Geschichte unaufhörlich
voran und setzt immer wieder auf zwischenzeitliche diverse Spannungsexplosionen.
Der Schreibstil des Autors ist aus meiner Sicht in keinster Form zu bemängeln,
schlicht und in dieser Geschichte beinahe kühl führte mich der Autor durch die
Handlung. Und wieder einmal hat Sebastian Fitzek aktuelle gesellschaftliche
Themen gekonnt aufgegriffen. Eindrucksvoll zeigt er mit seiner Geschichte, wie
schnell man heutzutage ins multimediale Fadenkreuz geraten kann.

Natürlich musste ich auch in „AchtNacht“ nicht auf
einen ordentlichen Showdown verzichten, der den Charakteren nochmal alles
abverlangt hat. Das sich daran anschließende Ende war dann entsprechend beruhigend,
auch wenn eine einhundertprozentige Glaubwürdigkeit zumindest ansatzweise
zweifelhaft erscheint. Dennoch konnte ich die Geschichte insgesamt in vollen
Zügen genießen und freue mich schon auf weitere Werke von Sebastian
Fitzek.

AchtNacht“ fasziniert mit einer guten Idee, deren Umsetzung
in großen Teilen auch zu überzeugen wusste und mich sehr gut an die Geschichte
binden konnte. Für mein neuerliches Fitzek-Erlebnis vergebe ich deshalb
eindeutige 4 Bücher.
Für alle, die auf der Suche nach Auswegen nicht aufgeben,
dabei für sie schier unmögliche Situationen meistern und immer auf einen guten
Ausgang hoffen.
 
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Weitere Meinungen zum Buch findet ihr hier:
 
Weltenwanderer (Rezension)
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4 KOMMENTARE

  1. Ich hab schon lange keinen Fitzek mehr gelesen. Sollte ich wohl mal wieder machen. Deine Rezension hat mir auf jeden Fall Lust darauf gemacht!

  2. Guten Morgen!

    Ich hab ja noch nicht so viele Bücher von Fitzek gelesen, aber das hatte mir wirklich richtig gut gefallen! Ich fands super spannend – und natürlich hat es mich an den Film The Purge erinnert, der Autor hat ja auch gesagt, dass der ihn zur Handlung inspiriert hat 😀 Dafür war es wirklich gut umgesetzt 🙂

    Da ihr noch Rezis sucht, würde ich mich freuen wenn ihr meine verlinkt
    https://blog4aleshanee.blogspot.de/2017/04/rezension-achtnacht.html

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Liebe Aleshanee,

      freut mich, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat! Ich mutiere ja so langsam echt zum Fitzek-Fan…Ich verlinke deine Rezi, sobald ich mal wieder am Rechner bin ☺️

      Liebste Grüße zurück

      Kay

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