♂ Black Angel Chroniken (Kristen Orlando) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

„Eine kleine Berührung und ich bin wie elektrisiert.
Hoffentlich geht dieses Gefühl wieder weg. Tut es aber nicht. Die Sehnsucht ist
immer da, wartet unter der Haut, um hervorzubrechen.“

(S.37)
Seit frühester Kindheit wird Reagan für ihr späteres Leben
trainiert. Denn sie soll ein Black Angel werden, genau wie ihre Eltern. Die
Black Angel sind eine Geheimorganisation, der die gefährlichsten Missionen
anvertraut werden. Unzählige Male musste die Familie zwischenzeitlich umziehen,
immer wieder wurden sie von ihren Gegnern aufgespürt.

 

Doch dieses Mal ist alles anders. Denn Reagan hat nun echte
Freunde gefunden. Und das Kribbeln, das sie empfindet, wenn Luke in der Nähe
ist, spricht eine deutliche Sprache. Immer hieß es, Reagan hätte eine Wahl. Hat
sie diese Wahl wirklich? Doch ehe Reagan einen endgültigen Entschluss fassen
kann, geraten die Ereignisse aus dem Ruder. Reagan handelt instinktiv. Und
gerät damit in große Gefahr, denn der Tod ist nicht fern.
Auf „Black Angel Chroniken“ bin ich aufmerksam geworden,
weil mich der Klappentext und die Idee hinter der Geschichte neugierig gemacht
haben. Kaum war das Buch nun bei mir eingezogen, habe ich es auch gleich zur
Hand genommen.
Kristen Orlando hielt sich dann auch nicht mit langen
Einführungen auf, sondern brachte mich unmittelbar ins Geschehen. Wieder einmal
herrschte für Reagan und ihre Eltern große Gefahr. Sie wurden aufgespürt, ein
bewaffneter Mann ist in ihr Haus eingedrungen. Mit viel Glück kommen sie heil
aus dieser Situation heraus. Doch nun steht, wie so viele Male zuvor schon,
wieder kurzfristig ein Umzug und eine neue Identität an.
Reagan fühlt sich in der neuen Umgebung unerwartet wohl.
Richtige Freunde kannte sie bisher nicht, doch nun hat sie diese gefunden. Auch
Luke, der gleich im Haus nebenan wohnt, scheint auf einer Wellenlänge mit ihr
zu liegen. Doch eigentlich kann sich Reagan diese Gefühle nicht leisten. Zu
groß ist die Gefahr, dass sie das liebgewonnene Umfeld in Nacht und Nebel
wieder verlassen muss. Als Black Angel Familie können sie immer und jederzeit
von ihren Gegnern entdeckt und getötet werden.
Kristen Orlando verschaffte mir mit ihrem angenehmen und
flüssigen Schreibstil wahrhaft schöne Lesestunden. Die in Ich-Perspektive in
Gegenwartsform erzählende Reagan hielt mit Informationen nicht hinter dem Berg
und ließ auch Emotionen zu, die bei mir ankamen. Die Autorin geizte nicht mit
tempo- und actionreichen Szenen, erreichte damit, dass mein Lesetempo
kontinuierlich anzog.
Die in der Geschichte enthaltenen Charaktere empfand ich als
authentische Figuren. Mit der Protagonistin Reagan erschuf Kristen Orlando eine
wirklich charakterstarke Person, die mich direkt von der ersten Seite an für
sich einnehmen konnte. Reagan hatte vor mir keine Geheimnisse. Ihre innere Zerrissenheit
zwischen ihrer Zukunft als Black Angel und einem normalen Leben war durchweg zu
spüren. Natürlich kann sie ihre Natur nicht abstreiten, doch nun erlebt sie zum
ersten Mal, was es heißt, normal zu leben. Zumindest so normal, wie es der
Familienalltag mit den täglichen Trainings und den Einsätzen ihrer Eltern
zulässt.
Die Idee zur Geschichte empfand ich tatsächlich als neu.
Auch wenn in einigen Szenen sicherlich etwas überzogen wird, konnte ich mich
dem Sog der Handlung selten entziehen. Ab einem gewissen Punkt zog das Tempo
dann nochmals deutlich an und mündete in einem riesigen Showdown. Hier
allerdings passten die Bausteine dann nicht immer hundertprozentig zueinander,
was dem Lesefluss jedoch kaum bremste.

Das Ende gestaltete Kristen dann sicherlich nicht ganz
so, wie es erwartet hatte, konnte mich damit dennoch vollends zufriedenstellen.
Resümierend kann ich feststellen, dass mir „Black Angel Chroniken“ temporeiche Lesestunden
verschafft hatte.

 

Black Angel Chronken“ glänzt mit einer erfrischend neuen
Idee und vielen tempo- und actionreichen Szenen, hat dabei viele gute Ansätze
mit enormen Potential. Meine Lesestunden an der Seite von Reagan belohne ich
deshalb mit sehr guten 4 Büchern.

 

Für alle, die mit permanenter Gefahr leben können, dabei ihr
Innerstes nicht vernachlässigen und im richtigen Moment den Mut zum Handeln
aufbringen.
 
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5 KOMMENTARE

  1. Da muss ich euch zustimmen! Auch die Tatsache, dass das Ende für dich unerwartet kam, ist für mich etwas positives, da ich Bücher/Filme mit vorhersehbarer(em) Handlung/Ende nicht mag.
    Liebe Grüße
    Joel von Büchervergleich.org

  2. Hey,

    ich habe das Buch auch gerade rezensiert und würde mich freuen, dich mit zu verlinken.

    Im Gegensatz zu dir, fühlte sich das Buch für mich absolut nicht neu an, sondern ich hatte ehr das Gefühl einiges schon mal erlebt zu haben.
    Ich ging wohl zudem etwas kritischer an das Buch, da ich die Black Angels überhaupt nicht als etwas besonderes fand. Zudem machten sie in der Zeit, in der wir es erlesen können, zu viele Fehler, was für so hochausgebildete Agenten ein No-Go ist.

    Das Ende war dann eine kleine Überraschung, die mir auch leid tat, wobei ich allerdings nur Mitleid mit Reagan haben konnte.
    Reagan ist der Autorin übrigens gut gelungen, wobei ich sagen muss, das ihr normales Teenagerleben sehr unterhaltsam war.

    Liebe Grüße, Anja

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