♀ Der Schein (Ella Blix) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Alina soll während der beruflichen Abwesenheit ihres alleinerziehenden
Vaters für ein halbes Jahr auf ein Internat auf der kleinen Insel Griffiun in
der Ostsee gehen. Ohne Handynetz, nur über Skype mit ihrem Freund und ihrer
besten Freundin in Kontakt und mit dem Verbot, das Naturschutzgebiet jenseits
der Internatsgrenzen zu betreten.

Doch gerade in jenem Teil der Insel scheint Seltsames vor
sich zu gehen, seltsame Blitze gehen von einem unbeleuchteten Schiff nieder und
Alina stößt dort auf Tinka, zu der sie eine ganz besondere Verbindung hat.
Tinka ist seltsam und doch irgendwie vertraut. Gemeinsam mit ihren neuen
Freunden aus dem Internat – jenen, die wie sie dauerhaft im Internat sind –
macht sie sich auf die Suche nach Antworten.
Hinter dem Pseudonym „Ella Blix“ stecken Antje Wagner und
Tania Witte. Das Buch wird unter ‚Mystery’ verkauft, daher muss ich einige der
Aspekte in der Rezension auslassen, um niemanden zu spoilern.
Der Leser wird direkt in das Geschehen geworfen. Die
Ich-erzählende
Protagonistin Alina ist dabei, ihr altes Leben für die nächsten sechs
Monate hinter sich zu lassen und auf eine kleine Ostseeinsel überzusiedeln.
Nach dem spurlosen Verschwinden ihrer Mutter hat sie nur noch ihren Vater und
das Tagebuch, das sie seit jenem Verschwinden der Mutter schreibt und das die
Tage seither zählt.
Auf Griffiun angekommen findet sie typischerweise zunächst
alles schräg und schrecklich, bis Dinge passieren, die eigentlich unmöglich
sein sollten – und denen es gilt, auf den Grund zu gehen. Nicht nur für sich
selbst, sondern auch für ihre neue Freundin Lexi, die unter dem spurlosen
Verschwinden ihrer Internatsbezugsperson fürchterlich leidet.
Alina denkt in Schubladen. Sie kategorisiert jeden sofort,
doch stellt sich schnell heraus, dass nicht jeder in Schubladen passt und dass
insbesondere ihre neugewonnenen Freunde, die ‚Lonelies’ alle nicht dem gängigen
Klischee entsprechen. Diese Facette von Alinas Persönlichkeit macht das Buch besonders,
denn es bringt eine Botschaft rüber, weder nach dem Äußeren noch dem ersten
Eindruck zu urteilen. Denn auf Griffiun gibt es jede Menge spezieller und
besonderer Gestalten und die Beziehung von Alina zu ihnen allen entwickelt sich
definitiv.
Die Sprache des Buches ist sehr locker, insbesondere die
zahlreichen Tagebucheinträge, in denen Alina ihre Gefühle und die Ereignisse
zusammenfasst, sind für meinen Geschmack schon beinahe zu gewollt auf
Jugendsprache getrimmt. Das Buch ist ganz dicht an der Zielgruppe, auch was
Musik, Stars und eben jene ‚in-Wörter’ betrifft, doch sind die meiner Meinung
nach doch vermutlich lokal sehr unterschiedlich und die Jugendlichen (Teenager
im Haus anwesend) rund um mich sprechen nicht so (und konnten mit den Musiktiteln
teils ebenso wenig anfangen wie ich), weshalb mich vermutlich ein Teil der
Besonderheit des Buches nicht erreicht hat.
Der Plot selbst ist gut durchdacht und von vorne bis hinten
schlüssig. Nur leider war nahezu alles vom ersten Moment an vorhersehbar. Ich
hoffte auf Überraschungen, Wendungen und die Erkenntnis, dass ich bewusst auf
eine falsche Fährte geführt wurde, doch leider kam ein solcher Moment nicht.
Daher wurde für mich das Buch eher von der Entwicklung Alinas und der
Freundschaft zu den Lonelies getragen, was für meinen Geschmack leider „zu
normal“ und zu viel Alltag bedeutete.

Lediglich die letzten Kapitel machten mich dann noch einmal
wirklich neugierig, wenn das Autorenduo die noch offenen Fragen bis ins Detail
erklärt und die Komplexität des Plots deutlich macht.
„Der Schein“ lebt durch seine zahlreichen besonderen Figuren
und ist eine wirklich gut durchdachte Mysterygeschichte, der es leider an
Überraschungsmomenten und unerwarteten Wendungen fehlt. Daher blieb für mich „nur“
eine alltägliche Internatsgeschichte über Freundschaft und Schubladendenken,
die mich nicht komplett überzeugen konnte. 3 Bücher für Alina, Cara, die
Lonelies und Tinka, die aber sicherlich Neueinsteiger in Sachen Mystery
überzeugen können.

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4 KOMMENTARE

  1. Das hört sich ganz gut an für meine Schwester. Sie liebt solche mysteriösen Internatsgeschichten. 🙂 Perfekt – habe ich gleich eine neue Geschenkidee für sie!
    Danke für die Rezi!

  2. Hiho.

    Das ist eine super-aussagekräftige Rezension, die mich leider etwas ernüchtert. Ich lese das Buch noch und hoffe sehr, dass mich nicht schon auf den ersten Seiten sämtliche Wendungen anspringen. 🙁
    Liebe Grüße an euch

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