♂ Pheromon: Sie riechen dich (Rainer Wekwerth, Thariot) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.

„Die Szenerie im Jugendhaus wirkte auf den ersten Blick
normal. Jugendliche hingen ab, tranken, quatschten oder spielten Billard, aber
die Gerüche erzählten eine andere Geschichte. Eine Geschichte, deren Text er
nicht verstand. Noch nicht.“

(S.166)

 

Jahrelang wurde Jake von Heuschnupfen geplagt und trägt
Kontaktlinsen. Von einen Tag auf den anderen ist er kerngesund. Der
Heuschnupfen ist weg, Kontaktlinsen benötigt er nicht mehr. Mehr noch, er kann
plötzlich riechen, was andere Menschen fühlen. Nur der goldene Schimmer in
seinen Augen beunruhigt ihn. Etwas ist hier sehr seltsam. Als sich Serena, ein
wunderschönes Mädchen an seiner Schule, für ihn interessiert und zu einer Party
bei sich einlädt, stimmt Jake zu. Doch seltsame Dinge passieren auf der Party.
Plötzlich erscheint Serena in einem anderen Licht. Jake will den Dingen auf den
Grund gehen. Und ehe Jake sich versieht, steckt er mitten im Kampf um das
Überleben der Menschheit.
„Pheromon“ ist eines dieser Bücher, die mir in letzter Zeit
ständig auf sämtlichen Social Media Kanälen begegnet sind und um Aufmerksamkeit
gerungen haben. Irgendwann bin nun auch ich nicht mehr standhaft geblieben und
musste zu dieser Geschichte greifen. Einerseits, weil ich Rainer Wekwerth sehr
schätze. Andererseits, weil sich die Idee wirklich sehr gut anhörte und ich
zudem erleben wollte, wie sich die Geschichte im Autorenduett Wekwerth –
Thariot lesen wird.
Der Beginn gefiel mir dann auch schon wirklich gut. Ich
erhielt die Basics zum Leben des Protagonisten Jake. Grundsätzlich ist Jake
auch mit seinem Leben zufrieden. Er spielt Football und ist ein halbwegs
passabler Schüler. Klar, dass es ihn fast umhaut, als er plötzlich vom seit
Jahren wiederkehrenden Heuschnupfen befreit ist und zudem überirdisch gut
riechen kann. Gefühle anderer Menschen sind für ihn nun kein Geheimnis mehr. Doch
natürlich kann er sehr gut damit leben. Erst, als die Merkwürdigkeiten um ihn
herum, allen voran das Verhalten von Serena, immer mehr werden, drängt es ihn
zum Handeln.
Die Geschichte in „Pheromon“ wird hauptsächlich aus zwei
Perspektiven erzählt. Genutzt wird hierbei für die Erzählung die dritte Person
in Vergangenheitsform. Zum einen erlebte ich die Geschehnisse im Jahr 2018 an
Jakes Seite; andererseits hielt mich Travis im Jahr 2118 auf dem Laufenden.
Dass es hier einen konkreten Zusammenhang zu den Erlebnissen geben musste, lag
damit von vornherein auf der Hand. Doch war ich neugierig, welche Schnittpunkte
hier zum Vorschein kommen würden.
Die Geschichte selbst liest sich sehr flüssig. Das
Autorenduo hat sich hier wirklich sehr gut ergänzt und die wechselnden
Perspektiven fachten meine Neugier an. Auch wenn die Darstellung der Handlung auf
mich teilweise statisch konstruiert wirkte, tat dies meinem Lesefluss keinen entscheidenden
Abbruch. Ein wenig mehr Charaktertiefe wäre das Sahnehäubchen für meinen
Lesegenuss gewesen, doch allein schon die Entwicklungen im weiteren Verlauf der
Geschichte hielten mich bei den Seiten.
Zugegebenermaßen tat ich mich, unabhängig von den bis dahin
erlebten stilistischen Höchstleistungen, etwas schwer mit der immer präsenter
werdenden Lösung. Ich hatte innerlich gehofft, dass meine Erwartung hierzu getäuscht
wird und ich doch noch überrascht werde.
Auch wenn das Ende für mich dann nicht unbedingt
überraschend ausgefallen ist, erlebte ich darauf zusteuernd einen enormen
Showdown, der nochmals ein hohes Tempo in die Geschichte gebracht hat. Damit
bescherte mir „Pheromon“ schöne Lesestunden und ich freue mich auf weitere
Werke von Rainer Wekwerth, ggf. ja wieder im Duo mit Thariot.

Am Ende muss ich auf jeden Fall noch auf die Optik des
Buches hinweisen. Der Buchschnitt ist einfach genial gestaltet!
Pheromon“ punktet mit Spannung aus zwei Perspektiven und
beschreibt ein Szenario, das der Menschheit hoffentlich erspart bleibt. Meine
Lesestunden an der Seite von Jake und Travis belohne ich mit sehr guten 3
Büchern
.

Für alle, die Dingen auf den Grund gehen wollen, dabei
vor unkonventionellen Methoden nicht zurückschrecken und das Wohl der
Gesamtheit im Auge behalten.

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