♀ Die Götter von Asgard (Liza Grimm) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Am miesesten Tag ihres Lebens sieht sich Ray Kára gegenüber,
die behauptet, kein Mensch zu sein, sondern eine Walküre, die Ray vor dem Zorn
der Götter beschützen will. Denn auf dem Schicksalsgewebe ist ein goldener
Faden aufgetaucht, der das Ende der bekannten Götterwelt einläuten wird.
Ausgerechnet Loki, der Gott der List und Täuschungen, steht an ihrer Seite.
Doch wie weit kann man einem solchen Gott trauen?

Und dann sind da noch Tyr und Thor, die beide um die Gunst
ihres Vaters – Odin – buhlen.
Ich liebe die Mythologie, egal ob griechisch, römisch oder
nordisch. So musste ich natürlich auch zum neuesten Werk von Jennifer Jäger
alias Liza Grimm greifen und stürzte mich in die Seiten.
Ray ist am Ende. Ihre letzte Prüfung hat sie verhauen und so
steht ihr nun Studium Nummer 3 bevor. In eben jenem dunklen Moment trifft sie
auf Kára, der wunderschönen Sängerin, die ihr einen neuen Weg aufzeigt: ihren
eigenen, ihren Träumen zu folgen. Gemeinsam reisen sie nach Berlin, um dort im „Valhall“
an einer Open Mic-Night teilzunehmen. Doch dort läuft alles schief, was
schieflaufen kann. Plötzlich muss Ray vor Kára fliehen und läuft später
sturzbetrunken Loki in die Arme, der ihr davon berichtet, dass er ihr helfen
will, die Prophezeiung des goldenen Fadens zu erfüllen. Doch Loki ist nun
einmal Loki, der Gott der List und Tücken – und dennoch folgt Ray ihm nach
Asgard.
Liza Grimm bringt zahlreiches Wissen über die nordischen
Götter und Sagengestalten in ihre Geschichte ein und verwebt sie geschickt mit
dem Abenteuer ihrer Heldin.
Die Autorin hat einen wunderbar leichten und lockeren
Schreibstil, der den Leser durch die Seiten rasen lässt. Von einer dritten
Person erzählt, folgt die Geschichte hauptsächlich der unfreiwilligen Heldin Ray,
lässt jedoch auch Einblicke in andere Perspektiven zu.
Die Protagonistin Ray ist eine sympathische Figur, die immer
wieder mit ihrem Schicksal hadert und sich mit Figuren aus Büchern und Filmen
vergleicht. Für ihr – erwähntes! – Alter von 23 hatte ich sehr oft das Gefühl,
dass sie sich nicht authentisch verhält, sondern um einiges jünger. Von ihren
Taten, Gedanken und Dialogen her hätte ich sie eher auf das typische
Jugendbuchalter von U18 geschätzt – außer dem totalen Besäufnis, aber das gibt
es ja schließlich auch bei jüngeren. Auch insgesamt hatte ich das Gefühl, dass
es sich eher um ein Jugendbuch, nicht um die angekündigte „Urban Fantasy Saga“
ohne Zielgruppenalter handelt, was auch die weniger als 300 Buchseiten erklären
würde.
Als Jugendbuch hätte ich definitiv bekommen, was ich
erwartet habe: gute Unterhaltung, spannende Lesestunden, hintergründiges Wissen
rund um die nordischen Götter, eine süße beginnende Romanze … Die
Unstimmigkeit zwischen gefühltem und tatsächlichem Alter der Protagonistin
jedoch macht es mir etwas schwer, die richtigen Worte für die Beurteilung zu
finden. Rays Alter und dem Uni-Hintergrund entsprechend hätte ich doch eher
etwas Älteres erwartet – egal ob in Sachen Romanze oder etwas detailliertere Kämpfe.
Interessante Wendungen, Listen und Trugbilder und das
Vorgaukeln von Verbundenheit halten den Lesesog stets aufrecht und lassen die
Spannung kontinuierlich ansteigen.

Dieser Band endet absolut zufriedenstellend und könnte als
Einzelband stehen, der kleine Ausblick in Form eines Epilogs und das in der Buchbeschreibung
enthaltene Wort „Saga“ bieten jedoch durchaus die Möglichkeit einer
Fortsetzung.

Als Jugendbuch hätten „Die Götter von Asgard“ definitiv meinen
Erwartungen entsprochen. Das Alter der Protagonistin ließ jedoch auf eine etwas
andere Geschichte schließen. Dennoch wurde ich absolut gut unterhalten und genoss
die spannenden Lesestunden mit Jennifer Jägers Debüt als Liza Grimm.
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10 KOMMENTARE

  1. Also hinter dem Cover hätte ich jetzt auch eher kein Jugendbuch erwartet 😮 aber ich denke mal, es fällt einfach schwer sich von dem sonst geschriebenen Genre zu lösen 😀

    • Und vor allem bei dem Verlag! Knaur hat ja keine Jugendbücher.
      Ich nehme die dafür gerne 🙂
      Vom Alter her sind die Protagonisten nicht jugendlich, aber alles drumherum schreit YA 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

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