♀ Beautiful Liars: Verbotene Gefühle (Katharine McGee) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Im New York des Jahres 2118 spielt sich das Leben der
Bewohner des 1000-stöckigen „Towers“ in Manhatten fast ausschließlich innerhalb
des Gebäudes ab. Während sich die genetisch selektierte perfekte Avery mit
ihrem größten Problem – der Liebe zu ihrem Stiefbruder Atlas – auseinandersetzt,
erfährt ihre beste Freundin Eris, dass ihr vermeintlicher Vater nicht ihr Vater
ist und sie deshalb mit ihrer Mutter in die günstigen Wohnungen Downtower
ziehen muss. Leda hingegen kehrt von ihrem Drogenentzug zurück und sieht sich
wieder mit den Problemen der Vergangenheit konfrontiert: ihrem One-Night-Stand
mit Atlas, dem Bruder ihrer Freundin, der direkt nach dieser Nacht für ein Jahr
verschwunden ist.

Das Leben Downtower könnte anders nicht sein. Der Handel mit
Drogen ist für viele die einzige Möglichkeit, zu überleben und als Rylin, die
seit dem Tod ihrer Mutter allein für die Versorgung ihrer Schwester zuständig
ist und kurz davor ist, diese an das Jugendamt zu verlieren, einen Aushilfsjob
Uptower annimmt und dort Unmengen der teuren Medizin findet, die viele als
Droge/Kick missbrauchen, greift sie zu.
Nachdem es etliche begeisterte Meinungen zum Buch gab, die
besagten, dass der Inhalt viel besser ist als Cover und Klappentext, musste ich
mir meine eigene Meinung bilden.
Schon der Prolog riss mich dann in die Geschichte: Ein
Mädchen stürzt den eigentlich so sicheren Tower hinab und während des gesamten
Buches hat man diese Szene vor sich und überlegt, wer das Mädchen ist und wie
es dazu kommt. Eine absolut gelungene Einführung.
Denn die Mädchen sind reich an der Zahl. Wir haben die
wunderhübsche Avery, die im obersten – 1000. – Stockwerk des Towers wohnt und unglücklich
in ihren Stiefbruder Atlas verliebt ist. Dann ihre Freundin Eris, die nie
ernsthafte Beziehungen wollte und nun konfrontiert mit dem sozialen Absturz auf
ein Mädchen trifft, das ihr Herz berührt. Oder Leda, die stets von Neid und
Zweifeln erfüllt ihrem Schwarm Atlas einen Hacker auf den Hals hetzt, Watt, der
im Rahmen seiner Spionage dann auf Avery trifft und sich entgegen aller
Warnungen seines illegalen Quantencomputers Nadia auf das Leben Uptower
einlässt. Dann gibt es Downtower noch Rylin, die sich und ihre Schwester mit
schlechten Jobs über Wasser hält, während ihr Freund Drogengeschäften nachgeht.
Der Job Uptown bei Cord könnte ein kleiner Lichtblick sein – wenn sie sich
nicht verlieben würde, geplagt von Gewissensbissen, ihren Freund im Gefängnis
zu betrügen und Cord belogen zu haben.
Allein diese Vielzahl an Hauptfiguren, aus deren Leben von
einer dritten Person erzählt wird, lässt die Handlung schon voranschreiten und
bietet genug Konfliktpotential. Der lockere Schreibstil von Katharine McGee
lässt einen zusätzlich durch die Seiten fliegen. Meine wahre Begeisterung für
das Buch jedoch ist der Zukunftsvision der Autorin geschuldet. Ohne Infodump
gibt es auf nahezu jeder Seite ein neues Highlight bezüglich der Welt. Ob
Anti-Gravity-Yoga, sich zu einem Origami-Schmetterling faltende Schleifen, die
davonfliegen und sich recyceln, gesteuertes Wetter/Regentage oder selbst
fliegende Planen, die die heutigen Regenschirme ersetzen. Die Distanz von New
York nach Paris ist binnen 3 Stunden via Röhrenzug unter dem Atlantik zu
überbrücken, manuell gesteuerte Autos gibt es nicht mehr. Die hochtechnisierte
Welt hat mich gefesselt und absolut begeistert.
Und trotz aller Fortschritte könnte die Kluft zwischen arm
und reich, Down- und Uptower, nicht größer sein, aber gerade diese sozialen
Unterschiede fühlen sich vertraut an – Gossip Girl lässt grüßen – sodass ich
mich als Leser gleich wohlfühlte.
Mein größter Kritikpunkt war diese mittlerweile ach so
verbotene Liebe unter den Stiefgeschwistern. Etwas, das ich grundsätzlich und
von Beginn des Trends an nicht so gut fand, mit dem ich mich aber arrangieren
konnte. Dann gab es noch einen weiteren Punkt, der sich dann aber irgendwann im
Sande verlaufen hat: Die Begründung, warum man weltweit solche Türme gebaut hat
(die Stadt drumherum leert sich zusehends, am Platz kann es also nicht liegen,
denn die Stadtteile, die mittlerweile fast ganztags im Schatten des Towers
liegen, werden leerer und leerer). Die restlichen Konflikte fand ich dann aber
interessant genug, um den Kritikpunkt der Stiefgeschwister auszugleichen und
die Details des Towers und der ganzen Technik übertönten dann die Frage nach
dem Grund für das Mammutprojekt.

Die Auflösung des Prologs kommt zum Ende hin dann auch –
über gefühlt hunderte Hürden der einzelnen Figuren hinweg ist sie bis zum Schluss
nie vorhersehbar! – doch der daraus resultierende neue Konflikt lässt mich
neugierig auf Band 2 zurück.

Der Untertitel, der kitschige Klappentext, ja selbst das
Cover drängen den potentiellen Leser in eine völlig falsche Richtung. „Beautiful
Liars: Verbotene Gefühle“
IST für mich die angepriesene Mischung aus Gossip
Girl und Pretty Little Liars, bietet aber noch viel mehr. Insbesondere das Zukunftsszenario
mit seinen etlichen Details hat es mir angetan und Katharine McGees Schreibstil
gepaart mit den Figuren und ihren Geheimnissen haben mich mitgerissen.
Eindeutige 5 Bücher für den Auftakt und ich bin sehr gespannt auf die
Fortsetzung.
1. Beautiful Liars: Verbotene Gefühle
2. Beautiful Liars: Gefährliche Sehnsucht
3. Originaltitel: The Towering Sky

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8 KOMMENTARE

  1. Das klingt total interessant! Ich glaube, ich schaffe mir das Buch im neuem Jahr an, da ich Gossip Girl total gemocht habe. Der Klappentext an sich klingt nicht sehr ansprechend, aber nach deiner Rezi sieht man, dass einiges mehr dahinter steckt! 😀

    Liebe Grüße,
    Jenny ♥

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