♀ Nalia – Tochter der Elemente: Der Jadedolch (Heather Demetrios) [Rezension]

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Nalia ist die letzte Ghan Aisouri, die
einzige, die den Aufstand und den Massenmord an der obersten Kaste der Dschinns
in Ardjinna überlebt hat. Doch anstatt zu kämpfen oder zumindest ihren Bruder
aus dem Gefangenenlager zu retten, erfüllt sie Wünsche. Sie wurde in die
Menschenwelt verschleppt und verkauft, führt seit Jahren ein Sklavenleben unter
ihrem Meister Melek, der seinen dritten Wunsch aufspart, damit sie ihm auf ewig
dienen muss. Dabei ist sie die einzige, die die grausame Herrschaft der Ifrits
seit dem Überfall auf die Ghan Aisouri beenden kann. Deshalb bekommt sie auch
Besuch von dem Rebellenführer Raif, der ihr einen Handel vorschlägt – und das,
obwohl er sein Leben lang unter den Ghan Aisouri gelitten hat.
Mich interessieren Bücher mit
orientalischem Hintergrund seit einiger Zeit vermehrt, daher musste ich zu
„Nalia – Tochter der Elemente“ greifen.
Die Autorin zeigt jedoch gleich mit den
Einstieg, dass es sich hier um eine tiefere, bedeutungsvollere
„Dschinn-Geschichte“ handelt. Denn Protagonistin Nalia steckt in
ihrer Flasche, zur Strafe eingesperrt in dieser Enge, weil sie ihrem Meister
zuwidergehandelt hat. Nalia ist die mächtigste lebende Dschinn und vermag es
dennoch nicht, die Fesseln, die sie mit der Flasche und dem mysteriösen Melek
verbinden, zu lösen. Stattdessen folgt sie seinen Befehlen, muss seinen Wunsch
erfüllen, anderen auf seine Anweisung
hin Wünsche zu erfüllen, die ihm zu weltweiter Macht und Einfluss verhelfen.
Sie ist versklavt wie so viele andere
Dschinn und völlig machtlos, ihr einziges Ziel zu erreichen: ihren Bruder zu
befreien, der im Dschinnreich Ardjinna in einem Arbeitslager der seit dem
Umsturz herrschenden bösen Ifrits steckt.
Seit jenem Umbruch fliehen immer mehr
Dschinns aus Ardjinna auf die Erde – und landen zu oft bei der Dunklen
Karavane, die jene Dschinns dann betäubt und als Sklaven verkauft.
Die Autorin Heather Demetrios hat hier
mitunter ein Thema eingebracht, das alles andere als oberflächlich ist. Der
Krieg in Ardjinna, die Flüchtlinge, Personen, die ihre traurigen Leben
ausnutzen… all das ist perfekt in die Geschichte eingeflossen, die von einer
starken Protagonistin erzählt, der ebenso Fesseln angelegt wurden.
Nalias Ziele sind sehr schnell deutlich,
doch das Erreichen dieser scheint unmöglich. Stattdessen führt sie ein
scheinbar gutes Leben in den Hollywood Hills, hat an Reichtümern alles, was man
sich nur wünschen kann und einen Meister, der sie begehrt – und leider auch
bestraft, sollte sie sich wieder einmal gegen ihn auflehnen. Und dennoch gibt es
eine Seite an ihm, die Nalia anzieht. Ein Gefühl, das sie als Ghan Aisouri nie
gelernt hat zu verstehen.
Doch all das ist nichts gegen den Sturm
in ihrem Inneren, wenn sie auf den Rebellenführer Raif trifft.
Vor einem kitschigen Liebesdreieck muss
ich dennoch nicht warnen. Die Autorin hat den Emotionen für die einzelnen
männlichen Figuren gute Begründungen geliefert und übertreibt es auch
diesbezüglich nicht. Die Geschichte, deren Spannung dadurch erhöht wird, dass
jemand Jagd auf Nalia macht, steht an erster Stelle.
Heather Demetrios wirft immer wieder
neue Häppchen und neues Wissen über ihre magische Welt ein, indem sie die
Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählen lässt. Die Neugier wird
durch den Handlungsstrang eines „anonymen“ tödlichen Dschinns geschürt,
dessen Identität sich nach und nach abzeichnet.
Die Idee, die Welt von Ardjinna und dem
Aufstand dort fand ich absolut gelungen. Der Schreibstil der Autorin ist
flüssig und trotz der vielen kursiven fremden Dschinn-Begriffe, die man sehr
schnell deuten kann, gut zu lesen. Geschickt baute Heather Demetrios
Geheimnisse ein, die es nach und nach zu lüften galt.

Dennoch zog sich das Buch an einigen
Stellen und ich hatte das Gefühl, nicht von der Stelle zu kommen. Insbesondere
das erste Drittel war geprägt von solchen Passagen. Aber das Durchhalten lohnt
sich. Wendepunkte – ganz gleich ob von außen oder den Emotionen der Handelnden
losgetreten – rissen mich immer tiefer in die Geschichte, dem Showdown
entgegen. Doch die Autorin ließ es sich nicht nehmen, einen der Konfliktpunkte
des Folgebandes bereits anzudeuten.
Vom Setting und der Idee her fand ich
„Der Jadedolch“ absolut gelungen und die eingeflochtene
Liebesgeschichte authentisch. Das auf magische Weise interpretierte Thema der
Flüchtlinge und deren teils grausames Leben wurde sehr gut eingeflochten. Die
Figuren sind vielschichtig, schwer zu durchschauen und nicht immer nur schwarz
und weiß. Doch auch diese Kombination und immer neue Wendungen trösten nicht
ganz über die etwas trägeren Passagen hinweg. Daher gute 4 Bücher für den
ersten Band von „Nalia – Tochter der Elemente“.
1. Nalia – Tochter der Elemente: Der
Jadedolch
2. Nalia – Tochter der Elemente: Die flammende Wüste

(Erscheinungstermin: März 2018)
3. Originaltitel: Freedom’s Slave

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2 KOMMENTARE

  1. Hallo liebe Steffi,

    auf der buchmesse ist mir dieses Buch ja wärmstens empfohlen worden. Ich habe es bisher noch nicht auf dem Schirm gehabt, wenn es mir auch mehrfach aufgefallen ist. Ich denke, ich sollte vielleicht doch mal in die Leseprobe reinstöbern. Es klingt nämlich doch recht vielversprechend. 🙂

    Liebe Grüße, Ruby

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