♀ Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis (Danielle Paige) [Rezension]

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Snow ist schon sehr lange in der psychiatrischen Anstalt.
Ihre einzigen „Verbündeten“ sind eine Pflegerin und ein anderer Patient namens
Bale.
Mit Snow stimmt etwas nicht. Da sind nicht nur diese Träume, sondern es
passieren auch seltsame Dinge um sie herum. Als Bale dann entführt wird und der
Junge aus ihren Träumen ihr anbietet, ihr bei der Suche zu helfen, flieht auch
sie aus der Anstalt und tritt durch den Baum in das Land ihrer eigentlichen
Herkunft: Algid. Und dort ist sie bekannt wie ein bunter Hund, denn sie ist es,
von der die Prophezeiung spricht. Sie kann die grausame Herrschaft ihres Vaters
beenden oder – wenn er sie tötet – für immer und ewig besiegeln.
Das Cover des Buches ist ein wahrer Hingucker und lockt den
Leser geradezu, zum Buch zu greifen. Doch anders als vom Klappentext erwartet startet
das Buch nicht in Algid, dem „Königreich aus Eis und Schnee“, sondern im Staat
New York in einer psychiatrischen Anstalt. Dort lernt der Leser Snow kennen –
deren Lebenserfahrung sich auf eine Serie beschränkt und die scheinbar ewig
währende Liebe zu dem Mitpatienten Bale. Als dieser dann aufgrund eines Kusses
mit Snow verrückt wird und isoliert werden muss, vermisst sie ihn so sehr, dass
sie sich zu ihm schleicht – und zusieht, wie er auf mysteriöse Art entführt
wird.
Nur wenig später verlässt auch sie die Anstalt und betritt
ihre wahre Heimat: Algid. Allein zum Zweck, Bale zu retten.
Die Welt von Algid wurde mit zahlreichen Details einfach
wundervoll gestaltet. Schneemonster, Fluss- und weitere Hexen, kleine Magie in Fläschchen –
es gibt so viele Kleinigkeiten, die das Buch liebenswürdig machen und auch der
Schreibstil der Autorin ist angenehm, wenn auch sehr kühl und nüchtern.

Leider sind dies die einzig positiven Aspekte des Buches. Denn mir hat einiges
weniger zugesagt. Allen voran die treibende Kraft des Buches, die immer und
immer wieder erwähnt, aber nie „erlebt“ wird: die unsterbliche Liebe zu Bale. Wegen
ihm verlässt Snow die gewohnte Umgebung und folgt einem Fremden, lässt sich von
einer Seite zur anderen ziehen, von einem Ort zum anderen. 
Liebe ist ein Hauptmotivator
in Büchern, aber sollte die Protagonistin dann nicht einen anderen Jungen
küssen und einen weiteren fast. Auch wird die Liebe wirklich nie gelebt. Selbst
die zahlreichen Rückblicke, die die Beziehung von Snow und Bale näherbringen
sollen, sind so emotionslos geschildert, dass es unmöglich ist, mitzufühlen. So
erlebt man die Protagonistin nur komplett inkonsequent. Dazu ist sie
egoistisch, was sie keinesfalls sympathischer macht. Sie erwähnt in jeder
Szene, dass sie alle, die ihr helfen und auf sie setzen, verlassen wird, sobald
sie Bale hat. Und das obwohl sie die ausgelobte Retterin aus der Prophezeiung
ist, die einzige, die genug Macht hat, den König zu stürzen.
Dem ganzen Roman fehlt es an Tiefe – und an Romantik. Für
ein laut Internettext als „für alle, die von Romantasy mehr erwarten“
beworbenes Buch liegt die Erwartung daran natürlich hoch. Aber selbst
theoretisch romantische Szenen sind durch die kühle Erzählweise aus Snows Sicht
nicht wirklich romantisch.

Spannung ist grundsätzlich vorhanden, es gibt zahlreiche Wendepunkte,
die ich so auch nicht erwartet hätte (dazu gehören auch Küsse mit Fremden trotz
unsterblicher Liebe zu einem anderen), doch der Lesespaß ist bei mir im Laufe
der Geschichte leider auf der Strecke geblieben. Im Showdown gibt es noch
einmal neue Wendungen, ehe der Roman mit einem Locken für Band 2 endet, zu dem
ich nicht greifen werde.

„Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis“ besticht durch
eine detaillierte Welt des ewigen Eises und einem gut zu lesenden Schreibstil.
Die Figuren jedoch bleiben blass bis unsympathisch, die treibende Kraft der
Protagonistin ist ebenso wenig fühlbar wie alle anderen Emotionen in dem Buch
und Romantik sucht man größtenteils vergeblich. Haarscharfe 3 Bücher für diesen
Auftakt von Danielle Snow.
1. Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis
2. Originaltitel: Stealing Snow
?

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14 KOMMENTARE

  1. Oh, ein Buch ohne viel Emotionen ist natürlich nicht so spannend zu lesen … Ich denke aber, dass ich das Buch trotzdem gerne noch lesen möchte, um mir meine eigene Meinung zu bilden. 🙂

  2. Huhu Steffi,

    das hört sich ja alles nicht so toll an. Das Buch hatte ich erst mal auf die Wuli gepackt. Ich denke, ich warte noch ein paar Rezis ab und schaue mal wie es anderen gefallen wird. Wobei ich jetzt zwei Rezis gelesen habe und beide nicht sooo begeistert waren. :-/

    Liebe Grüße
    Sandra

  3. Hallo liebe Steffi,

    das ist leider seit langem mal wieder ein Buch gewesen, dass ich abbrechen musste. Der Schreibstil war zwar sehr einfach, aber dafür abgehackt und für mich oftmals zu sprunghaft. Der Einstieg war mir zu langatmig und auch so konnte ich mit den Charakteren nicht viel anfangen. Wie du schon schreibst, sie waren blass und extrem unsympathisch. Die Welt klang in den Anfängen, welche ich noch gelesen habe sehr interessant, aber ich war durchweg genervt von dem Buch. Aus diesem Grund habe ich es letztlich abgebrochen, weil ich mich leider total durchgequält habe. Eigentlich echt schade. ☹

    Liebe Grüße, Ruby

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