♀ Almost a Fairy Tale: Verwunschen (Mara Lang) [Rezension]

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Natalie ist verliebt. Dass er ein Prinz ist, ist weniger der
Hinderungsgrund, als seine Agententätigkeit für die OMB (Organisation für
magische Belange). Denn bislang hat Natalie Kilian nicht erzählt, dass sie eine
Hexe der Klasse A ist (eine sehr Menschliche, die nicht zaubert). 

Als sie dann jedoch wirklich zaubert, nimmt das Chaos seinen
Lauf – mit nie geahnten Folgen.
Ich mochte Mara Langs Schreibstil und Erzählweise schon in
einigen anderen ihrer Bücher. Begeistert vom Klappentext und dem zauberhaften
Cover musste ich „Almost a Fairy Tale“ einfach lesen.
Der Einstieg war sehr abrupt. Mara Lang warf mich direkt in
die Welt von Mitran im Jahr 2030. Die deutsche Großstadt (Hauptstadt?) wird von
zahlreichen Magischen bevölkert, magische Dienstleistungen können angeboten
werden usw. 
Darin lag für mich auch der absolut größte Pluspunkt des
Buches
. Märchen, insbesondere die der Geschwister Grimm, sind/waren real und
werden „magische Chroniken“ genannt. Zahlreiche Abkömmlinge der
unterschiedlichen Familien tummeln sich noch heute auf der Welt. So wünscht man
sich das passende Wetter beim Wetterwünschdienst Frau Holle, geht für 1 Taler
All you can eat-essen bei „Tischlein deck dich“. Es gibt zig
Anspielungen, mal mehr, mal weniger deutlich, die das ganze Buch durchziehen und
mich faszinierten.
Doch neben diesem ganz besonderen märchenhaften
Zukunftssetting hat das Buch weit mehr zu bieten. Denn die Magischen werden im
Deutschland des Jahres 2030 alles andere als gleichgesetzt behandelt. Lediglich
Magische der Kategorie A (menschliche Magische, die nicht zaubern) haben
dieselben Rechte wie Menschen, alle anderen müssen auf andere Schulen, dürfen
keinen gehobenen Gewerben nachgehen usw. Kriminelle Magische werden direkt ins
„Gefängnis“ des OMB gebracht, wo sie vor sich hinvegetieren. Und
genau hier setzt die Antagonistin an – denn sie kämpft scheinbar für die
Befreiung der Magischen.
Dieser Kampf ist wortwörtlich zu nehmen. „Almost a
Fairy Tale“ ist nahezu eine Aneinanderreihung von Actionszenen. Es gibt
gefühlt kaum eine Doppelseite, auf der nicht gekämpft wird, nichts explodiert
oder jemand genau davor flieht. Ich mag Action in Büchern, aber hier war es mir
zu viel.
Zusätzlich hatte ich Probleme mit den Emotionen der Figuren.
Mara Lang lässt die Geschichte aus zahlreichen Perspektiven von einer dritten
Person erzählen. Der Leser ist also überall dabei, hat jedoch eine sehr große
Distanz zu den Charakteren. So hat mich weder die Romanze zwischen Natalie und
Kilian berührt, noch dass jemandem etwas angetan wurde. Vielleicht war ich aber
auch durch das viele Leiden und Bluten abgestumpft oder dass die Antagonistin
immer noch eins draufsetzt. Ich bin mir hier auch nicht sicher, ob es sich vom
Alter der Figuren und den vielen Beschreibungen und Tagesabläufen des
„Jobs“ von Kilian oder Paige noch wirklich um ein Jugendbuch handelt
oder eher einem Krimi oder so. Für mich fühlte es sich zu „erwachsen“
an.

So war die Spannung durch die viele Action sehr hoch,
etliche Überraschungsmomente schockierten und machten immer weiter ersichtlich,
wie schlecht es um die Figuren steht. Was mich aufgrund der fehlenden
Verbundenheit weit weniger berührt, als es sollte. Dennoch interessierte mich
natürlich Natalies Entwicklung, die wirklich sehr gelungen ist. Sie gewinnt an
Stärke und Einsicht und stellt fest, dass nicht alles in ihrer bisherigen Welt
so toll und wundervoll ist wie gedacht. Aus genau jenem Grund bin ich gespannt,
wie es im zweiten Teil der Dilogie weitergeht.

Mara Langs „Almost a Fairy Tale“ ist ganz anders
und absolut nicht so märchenhaft und romantisch wie erwartet. Eine fantastisch
ausgestaltete märchenhafte Zukunftswelt mit allerhand Details, eine gute
Entwicklung der Hauptfiguren und jede Menge Action stehen zu viel Action und
einer großen Distanz zu den Figuren gegenüber.
1. Almost a Fairy Tale: Verwunschen
2. Almost a Fairy Tale: Vergessen 
(Erscheinungstermin Februar 2018)

Weitere Meinungen zum Buch findet ihr hier:

Ihr habt das Buch ebenfalls rezensiert?
Packt uns gerne den Link in die Kommentare.

21 KOMMENTARE

  1. Hallo Steffi

    Mich hat das Buch absolut begeistern können. Auch wenn ich bei den Figuren schon mitfühlen konnte, so kann ich dir voll und ganz Recht geben, dass es doch für ein Jugendbuch zu erwachsen ist. Aber ich glaube gerade diese Tatsache, hat mir so gut gefallen. Gepaart mit den tollen Ideen von Mara Lang hat mich das irgendwie umgehauen. 🙂

    Ich hab das Buch auch schon rezensiert:
    Meine Rezension.

    Liebe Grüße
    Katja

    • Es kommt auch immer auf die Erwartungshaltung und die Stimmung an. Wenn du in dem Moment grad eher auf der Suche nach "erwachsenerem" Buch warst, perfekt.

      Freut mich, dass es dich so begeistern konnte.

      Liebe Grüße und ich habe deine Rezension verlinkt 🙂

      Steffi

  2. Huhu Steffi,

    auf das Buch bin ich auch schon sehr gespannt, besonders nach deiner Rezension. Diese Woche habe ich es auf Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen und morgen fliege ich aus dem Urlaub zurück. Vielleicht wartet es ja schon auf mich 🙂 Auch finde ich es ganz interessant wie dort dann die Meinungen ausfallen werden. Danke für deine Meinung zum Buch 🙂

    Liebe Grüße
    Jenny

  3. Hallo 🙂

    Allein vom Cover würde ich dem Buch wahrscheinlich weit weniger Aufmerksamkeit schenken, als anderen Büchern. Aber wenn ich deine Rezi so lese, ist es vielleicht doch eine Überlegung wert. Auch wenn die fehlende Nähe nicht unbedingt dafür spricht. Ich werde es definitiv im Augen behalten und mir noch ein paar andere Rezis lesen 🙂

    Ein schönes Wochenende 😀

    Liebe Grüße
    Saskia

    • Das ist ja auch immer Geschmacksache – aber im Vergleich zu den anderen Büchern der Autorin fand ich das hier jetzt zu actionlastig – woraufhin für mich Nähe verlorenging. Vielleicht geht es dir ja anders!

      Liebe Grüße

      Steffi

  4. Guten Morgen liebe Steffi,

    was für eine schöne Rezension. Mir hat das Buch auch unglaublich gut gefallen und ich fand es überraschend anders. Ich verlinke Deine Rezension mal unter meiner und hoffe, das ist in Ordnung 🙂

    Liebe Grüße Ina

  5. Hallo Steffi,
    bisher habe ich so einige begeisterte Stimmen zu dem Buch gelesen, sodass meine Neugier darauf etwas angefeuert wurde. Deine hingegen kommt etwas kritischer daher, was das Ganze ja gleich noch etwas spannender macht, weil man gern herausfinden mag, wie man es selbst empfindet. Daher danke ich dir dafür.
    Liebste Grüße, Hibi

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