♂ Arena (Holly Jennings) [Rezension]

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„Ich holte Luft, lehnte mich zurück und verschwand an den
Ort, an dem es weder Hochglanzmagazine noch Sponsoren oder sonstigen Mist gab. Den
Ort, wo alles möglich war.
Wo ich ein Gott sein konnte.“

(S.146)

Klassische Computerspiele waren gestern. Willkommen in der
Virtuellen Realität (VR).
Mit ihren zwanzig Jahren hat Kali viel erreicht. Sie ist
Teil eines Teams in der Virtual Gaming League. Das RAGE-Turnier steht vor der
Tür. Das Team Defiance ist gut vorbereitet. Und doch verlieren sie ein
entscheidendes Match und werden der Verlierergruppe im Turnier zugeordnet. Nun
darf kein Fehler mehr passieren!

Kalis Teamkollege Nathan stirbt kurz vor dem Turnier
an einer Überdosis. Aber „The Show must go on“. Schließlich stehen große Summen
auf dem Spiel, Sponsoren dürfen nicht verloren werden. Schnell muss deshalb ein
Ersatz her. Doch Kali kann Nathans Tod nicht so schnell überwinden. Sie wird
von Albträumen geplagt. Mehr und mehr versinkt sie in einem Sumpf aus
Tabletten, Drogen und Alkohol. Rooke, der für Nathan ins Team rückt, ist zudem
arrogant und will sich scheinbar nicht ins Team integrieren. Eine schwere
Aufgabe für Kali, die nun Teamkapitän ist. Kali muss sich der schweren Aufgabe
stellen. Doch es warten übermächtige und schier unbesiegbare Gegner auf sie und
ihr Team!

„Arena“ ist so ein Titel, den ich definitiv auf meinem
Buchradar hatte. Idee und Klappentext klangen direkt so, als sei die Geschichte
für mich gemacht. Also war ich froh, als das Buch bei mir ankam und ich stürzte
mich gleich in die Geschichte.
Die Autorin hielt sich dann auch gar nicht lange mit einer
Einführung auf, sondern warf mich gleich in den ersten Kampf in der Virtual
Gaming League. Der Kampf war brutal und blutig. So tapfer das Team Defiance
auch sein mochte: Gegen diesen Gegner hatten sie keine Chance. Und so kam, was
kommen musste. Defiance hatte verloren, alle Teammitglieder waren tot! Doch
dies geschah zum Glück nur in der Virtuellen Realität.
Im Jahr 2054 hat die VR einen hohen Stellenwert. Die meiste
Unterhaltung erhalten die Menschen in der VR. Regelrechte Massen schauen sich
jeden Samstag die Kämpfe zwischen den Teams an. Und es werden mehr und mehr.
Doch es lauern gerade für die Gamer Gefahren. Auch wenn sie in der VR nicht
wirklich sterben. In der Realität ist der Tod unumkehrbar. Und so verschwimmen aufgrund
von Drogen und Alkohol bei einigen die Grenzen. Das Problem wird jedoch
komplett totgeschwiegen. Zu wichtig sind die Sponsoren, durch die viel Geld
fließt.
Holly Jenning begann ihre Geschichte mit viel Tempo zu
erzählen. Durch die Sicht aus Kalis Ich-Perspektive in Vergangenheitsform war
ich wortwörtlich immer nah an der Geschichte. Ich erlebte enorme Brutalität,
Exzesse in allen Variationen, doch auch ehrliche Emotionen musste ich nicht
lange suchen. Der angenehme und flüssige Schreibstil der Autorin trug zudem
einen großen Anteil zu meinem großartigen Lesegenuss bei.
„Arena“ ist so ein Buch, dem man sich wirklich stellen muss.
Auch wenn die Geschichte selbst erst in weiter Zukunft spielt, werden Probleme
aufgeworfen und dargestellt, die auch in der heutigen Zeit weitläufig zu finden
sind. Für die Spieler in der virtuellen Welt ist es außerdem erforderlich, auch
körperlich in fittem Zustand zu sein. Denn jeder Avatar ist mehr oder weniger
ein fast komplettes Spiegelbild – vor allem physisch – seiner selbst. Schwächen
darf man sich nicht erlauben. Und so ist es an sich kein Wunder, dass der ein
oder andere mit diesem Leben nicht zurechtkommt. Die Spieler werden gefeiert
wie Popstars. Es ist schwierig, VR und Realität zu trennen. Jeder hat sein
eigenes Rezept, nicht daran zu zerbrechen. Und doch scheitern viele daran.
Die Charaktere waren vorstellbar dargestellt, die Geschichte
entwickelte mehr und mehr einen Sog. Gerade bei der Protagonistin Kali war auch
eine enorme Entwicklung festzustellen und ich mochte sie wirklich, auch wenn
ihr Handeln in einigen Szenen doch etwas zu konstruiert wirkte. Darüber hinaus
erschien mir die eingeflochtene Liebesgeschichte ein wenig zu gewollt. Für mich
selbst wäre diese womöglich entbehrlich gewesen.
Rooke ist ein Charakter, der anfangs schwer durchschaubar war,
sich dann aber mehr und öffnet. Seine Entwicklung war mir mitunter etwas zu
klischeehaft. Dennoch konnte man auf seine Stärke bauen und sich auf ihn
verlassen. Der Geschichte an sich hat dieser Charakter auf jeden Fall aber
ebenfalls gutgetan.

Dachte ich noch während des Showdowns, dass die
Geschichte ein Ende nehmen wird, wie ich es vorausgeahnt habe, wurde ich auf
der einen Seite hier nicht enttäuscht und auf der anderen Seite dennoch über
eine Entwicklung überrascht. Ein hervorragend gestaltetes Ende, das mich das
Buch nun beruhigt zur Seite legen lässt. 

Arena“ beinhaltet viel Gewalt und Brutalität, zeigt immer
wieder dennoch ehrliche Emotionen und zeigt gesellschaftliche Missstände heute
wie zukünftig auf. Meine Zeit mit Kali und ihrem Team ist mir auf jeden Fall
knappe 5 Bücher wert.

Für alle, die einen Blick in die Zukunft riskieren wollen, vor
Brutalität und Gewalt in Reinkultur nicht abschrecken und dabei den Bezug zur
Realität nicht verlieren.
1. Arena
2. Gauntlet (OT)
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2 KOMMENTARE

  1. Huhu!

    Das Buch ist mir auch direkt ins Auge gesprungen, als ich Bücher für meinen monatlichen Neuerscheinungen-Beitrag durchforstet habe! Und es klingt so, als könnte es wirklich was für mich sein, auch wenn ich vermute, dass mir die Liebesgeschichte auf den Keks gehen wird…;-)

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

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