♀ Die Abenteuer des Apollo: Das verborgene Orakel (Rick Riordan) [Rezension]

Zeus hat Apollo vom Olymp verbannt. Als wäre das nicht
Strafe genug, hat er ihn zu einem absolut ungöttlichen Teenager gemacht und ihm
Speckröllchen, Pickel und den Namen Lester Papadopoulos verpasst.
Und genau so trifft Apollo auf zwei Gangster, die ihn
absolut ungöttlich überfallen. Was sie auch geschafft hätten, würde nicht die
junge Meg auftauchen und die Angreifer mit Müll in die Flucht schlagen.

 

Schnell ist Apollo klar: Meg ist eine (seltsame!) Halbgöttin
und muss ins Camp Half-Blood. Blöd daran ist: Irgendwie ist Apollo
herausgerutscht, dass er bei seinen bisherigen Verbannungen einem Helden dienen
musste – und Meg übernimmt den Job des Meisters absolut gerne. Zeus‘ Strafe
kennt einfach keine Grenzen.
Rick Riordan gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Er
hat sämtliche Götter perfekt in der Hand und schafft es ein jedes Mal, mich zu
begeistern. Nach dem Abschluss der „Helden des Olymp“ war ich
natürlich neugierig, wie ist mit Apollo weitergeht und stürzte mich in die
Seiten.
Gleich zu Beginn fällt auf, dass der Gott der Poesie
natürlich auch ein dichterisches Element braucht. Im Fall von Apollo beginnt
jedes Kapitel mit einem (modernen) Haiku (ich bin nicht sicher, ob es im
Original ein traditionelles Haiku war und nur aufgrund der Übersetzung eine
andere Wortzahl hat?). Die Haikus fassen die aktuellen Situationen perfekt
zusammen und sorgen immer für ein Grinsen.
Auch im Rest des Textes kommt Humor nicht zu kurz. Denn
Apollo ist ein seeeeeehr selbstverliebter (Ex-)Gott, der durch seine
überhebliche Art für Humor sorgt, aber auch schlagfertige Gefährten an seiner
Seite hat.
So hatte ich von dem Moment an, als Apollo seine pickelige
Teenie-Gestalt mit Speckröllchen und dem Namen Lester Papadopoulos bemerkt ein
Grinsen im Gesicht.
Für einen Poeten ist Apollos Erzählstil sehr knapp bemessen.
Er erzählt seine Geschichte als Mensch in Ich-Perspektive mit sehr vielen
kurzen Sätzen und überwiegend wörtlicher Rede, was auf mich ein wenig gehetzt
und abgehackt wirkte. Es ist aber Jammern auf hohem Niveau.
Ansonsten hat auch „Das verborgene
Orakel“ alles, was eine gute Geschichte braucht: Eine gut durchdachte
Handlung mit geschickt gesetzten Wendepunkten, die teils alles andere als
vorhersehbar waren. Einen Antagonisten, der es in sich hat und der seine
Identität lange Zeit geheim hält, dennoch stets präsent ist, was die Spannung
enorm steigerte. Schlagfertige Figuren, die mit all ihren Macken absolut
authentisch sind und eine enorm große Entwicklung des Protagonisten, die mich
begeistern konnte.
Was mir an Rick Riordans göttlichem Universum gefällt sind
die vielen Crossovers und Andeutungen – einfach alle Bücher gehören zu einem
großen Ganzen, einem Heldenepos, einer neuen Interpretation der kompletten
Mythengeschichte der Antike. So treffen wir hier auf Percy Jackson, der
schulisch sehr eingespannt ist und lernen muss, während seine Freundin Annabeth
familiäre Dinge zu erledigen hat (Magnus Chase lässt grüßen). Es gibt aber auch
Treffen mit weiteren Bekannten aus den anderen Götterbüchern, die mir das Herz
aufgehen haben lassen.
Außerdem begründet Riordan absolut logisch, wie denn die
Sonne noch aufgehen kann, wenn der Sonnengott als Mensch auf der Erde
festhängt. Alles kleine Details, die meine Liebe zu Riordan weiter schüren.

 

Die Spannung blieb nicht zuletzt durch den lange im
Verborgenen agierenden Gegner konstant auf hohem Niveau. Unerwartete Wendungen
zogen sich bis zum Showdown, sodass man das Buch nie wirklich aus der Hand
legen kann. Wie gewohnt gibt Rick Riordan nach dem Ende noch einen Ausblick auf
die weitere Entwicklung. Denn natürlich ist es noch nicht vorbei…

 

„Das verborgene Orakel“ ist ein humorvoller
Auftakt der „Abenteuer des Apollo“-Reihe. Überraschende Wendepunkte,
gelungene Figuren, eine fantastische Entwicklung des Protagonisten und nicht
zuletzt das Aufeinandertreffen mit alten Bekannten aus Rick Riordans göttlichem
Universum machen das Buch zu einem Highlight. 5 Bücher für Apollo – was wir ihm
aber besser nicht sagen…

18 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen,
    Auch bei mir haben "Die Abenteuer des Apollo" schon einen wunderschönen Platz in meinem Bücherregal.Ich bin schon total gespannt und nach deiner 5-Bücher Bewertung ,kann ich das wohl auch sein :).
    Ich wünsche euch einen wunderschönen Donnerstag:)

  2. Ach Mensch, und ich hab immer noch nur den ersten Band der Percy Jackson Reihe gelesen (vor 8 Jahren oder so) und ansonsten noch gar nichts von Rick Riordan … Und jedes Mal nach deinen Rezensionen hab ich so Lust, seine Geschichten zu lesen. 😀 Ich glaub, ich mach mich jetzt mal auf die Suche bei ReBuy etc., fang mal mit der Percy Jackson Reihe an und arbeite mich dann durch seine Werke. 🙂 Kannst du mir vielleicht noch sagen, in welcher Reihenfolge man die verschiedenen Reihen am besten liest, bzw. welche miteinander zu tun haben?

  3. Hey Steffi,
    ich kenne ja ehrlich gesagt nicht mal die erste Reihe, daher falle ich auch dieser raus. Aber ich habe schon viel gutes von der Vorreihe gehört, auch das sie einfach Humor mit einbringt. Das Cover ist übrigens definitiv auffallend 🙂

    Liebe Grüße, Ruby

    • Die Bücher sind alle so genial! Und man lernt so viel über Mythologie, das ist einfach gigantisch. Falls du nicht lesen willst, solltest du mal reinhören. Die Hörbücher sind klasse gesprochen 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

  4. Zwar bin nicht ich es, die hier im Haus die Bücher des Autors liest, aber für denjenigen wird nach dieser tollen Rezension die Geschichte von Apollo zu den anderen Büchern "einziehen" dürfen.
    Liebste Grüße, Hibi

    • Es muss einziehen. Mein Großer ist ja ganz genau die Zielgruppe und hat sich an manchen Stellen mal wieder nicht eingekriegt vor Lachen 🙂

      Viel Spaß beim Alles-Erzählt-Bekommen (es war für mich wie nochmal lesen :-D)

      Liebe Grüße

      Steffi

    • Ja!!! Ich habe mich auch über jedes einzelne bekannte Gesicht gefreut. 🙂
      Schließlich wussten wir bei manchen nicht, was sie nach dem Ende der Helden des Olymp so erlebt haben…

      Liebe Grüße

      Steffi

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