(L) Lady Midnight (Cassandra Clare) [Rezension]

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„Wenn du ein Held bist, tun sie eine Menge für dich.“
(Seite 91)
„Ich will nicht auf dem Pacific Coast Highway sterben!“
„Oh, entschuldige bitte.“ Emmas Stimme triefte vor
Sarkasmus. „Gibt es vielleicht einen anderen Highway, auf dem du gern sterben
möchtest? DENN DAS LÄSST SICH ARANGIEREN!“
(Seite 548)

Die siebzehnjährige Emma war noch ein Kind, als ihre Eltern
vor 5 Jahren grausam ermordet worden. Der Krieg forderte damals viele Opfer,
doch Emma glaubt nicht, dass ihre Eltern damals in diesem Kampf gegen die
Dämonen starben. Hartnäckig sucht sie weiter nach Spuren und Antworten und als
sie dabei auf eine mysteriöse Mordserie stößt, deren Opfer dieselben Merkmale
wie die Leichten ihrer Eltern aufweisen, bringt sie sich selbst in größte Gefahr
und auch ihren Vertrauten und Seelenverwandten Julian Blackthorn und mit ihm
seine ganze Familie.
Diese Rezension wird mit Sicherheit Spoiler zu den Chroniken
der Unterwelt und den Chroniken der Schattenjäger
enthalten. Solltet ihr diese
Bücher nicht gelesen haben, würde ich euch also raten, das erst zu tun, zumal
ich mir auch nicht sicher bin, was man von Lady Midnight versteht, wenn man die
ganzen Zusammenhänge nicht kennt.
Der Epilog wird aus der Sicht von Kit erzählt, dem Sohn von Jonny
Rook, der dafür bekannt ist, mit Geheimnissen zu handeln. Beide sind Menschen,
die aber über das zweite Gesicht verfügen und deswegen von der Schattenwelt
leben. Es wird ein Zusammentreffen mit Emma Castairs, der Hauptperson dieses
Buches beschrieben. Emma ist auf der Suche nach Informationen, sie versucht den
Mord an ihren Eltern aufzuklären.
Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch recht schnell nach
Erscheinen gekauft, aber nie gelesen habe. Erst jetzt in einer schweren
Buchflaute fiel es mir wieder in die Hand und tadaaa schon während des Epilogs
war ich wieder glücklich <3 Gute Dialoge, Humor, Spannung, leichtes
Gemetzel, herrlicher Sarkasmus, ein angenehmer Schreibstil, Frauenpower und
Fantasy … was will man mehr?
Den Rest des Buches erleben wir hauptsächlich aus Emmas
Sicht, teilweise auch aus der der anderen Protagonisten, aber nie als
Ich-Erzähler. Emma ist eine Schattenjägerin, die nach der Ermordung ihrer
Eltern im Institut von Los Angeles aufgenommen wurde. Emma ist sich sicher,
dass der Tod ihrer Eltern noch nicht aufgeklärt ist und da der Rat der
Schattenjäger sich nicht rührt, versucht sie es auf eigene Faust. Sie hat die
Innenseiten ihres Schrankes mit Hinweisen tapeziert und verfolgt jede Spur. Die
Familie Blackthorn, die ebenfalls in diesem Institut lebt und die Emma bei sich
aufgenommen haben, befindet sich zurzeit bei einer Verwandten, ohne Emma. Dafür
taucht Christina im Institut auf, Christina aus Mexico, die für ein
„Auslandsjahr“ hier lernen soll. Die beiden Mädchen werden schnell Freundinnen,
auch wenn sie unterschiedlich sind.
Bei einer wilden Verfolgungsjagd entdeckt Emma eine Leiche
und findet bald darauf heraus, dass es nicht die Einzige in den letzten Monaten
ist. Eine Mordserie führt quer durch Los Angeles und die Leichen weisen
dieselben Merkmale auf, wie die von Emmas ermordeten Eltern. Doch deren Tod ist
fünf Jahre her? Handelt es sich wirklich um denselben Täter?
Unterstützt wird Emma auf ihrer Jagd von ihrem Parabbi
Julian und seiner Familie. Ich liebe Julians Geschwister! Die Zwillinge Ty und
Livvy, die eine Geheimsprache haben und eine ganz besondere Beziehung, die
Horrorfilm liebende Dru und der 7 jährige Tavvy. Außerdem gibt es noch ihren
Onkel, Arthur. Doch der ist geistig nicht ganz bei sich und lebt zurückgezogen auf
dem Dachboden. Er hat traurige Tage, stille Tage oder chaotische Tage, das sind
die schlimmsten. Entstanden ist der Wahnsinn durch eine Gefangennahme im
Feenreich.
Die Eltern der Blackthorns sind tot, die älteste Schwester
verbannt, weil sie Feenblut in sich trägt und der große Bruder Mark, wurde von
der Wilden Jagd verschleppt. Also sorgt Julian seit fünf Jahren für seine
Familie und trägt schwer an dieser Last.
Es gibt viele Hinweise auf die Personen der anderen Bücher.
Ich muss gestehen, dass ich einige gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Ich
weiß ehrlich gesagt, überhaupt nicht mehr, was im letzten Band passiert ist.
Wenn das so wäre, hätte ich die kleinen Andeutungen zu den Figuren vermutlich
viel mehr gefeiert, aber es hat auch nicht übermäßig gestört oder verwirrt.
Höchstens den Drang geweckt diese Bücher auch nochmal auf meinen SUB zu werfen.
Ich weiß aber nicht, wie es wäre mit diesem Buch zu starten, ohne etwas von Cassandra
Clare zu kennen.
Neben den Schattenjägern braucht es bei Cassandra Clare ja
immer einen coolen Hexenmeister. In diesem Fall ist das Malcom, oberster
Hexenmeister von LA. Ich hab ihn erst mit Magnus verwechselt und weiß ehrlich
gesagt gar nicht mehr wo der eigentlich herkommt, aber er ist ein herrlich
zerstreuter Professor Typ, der dem ganzen einen lustigen Farbpunkt verpasst. Er
scheint zu wissen, wie Julian zu Emma steht, die ganzen Andeutungen sind recht
eindeutig, nur Emma scheint es nicht zu checken und Julian nicht bereit etwas zugeben.

„Malcom“, stieß Julian zwischen zusammengebissenen Zähnen
hervor. „das hier ist keine Liebesgeschichte.“
„Jede Geschichte ist eine Liebesgeschichte.“
(S. 118)

Soviel zum Hintergrund. Emma ist also auf Mörderjagd und
plötzlich taucht eine Delegation der Elfen beim Institut auf. Doch die Elfen
sind eigentlich geächtet und man darf keinen Kontakt zu ihnen haben, trotzdem
empfangen die Blackthornes sie und erhalten ein Angebot: Mark wird von der
Wilden Jagd befreit und zu seinen Geschwistern gebracht, als Belohnung, wenn
diese den Mörder finden der unter anderem auch Elben getötet hat. Die
Blackthornes gehen, gedrängt von Emma, auf den Handel ein. Doch das Feenreich
hat Mark sehr verändert und es fällt ihm nicht leicht, zurück in seine Familie
zu finden.

„Ich weiß nicht, wohin ich gehöre“, sagte Mark. „Aber wenn
ihr einverstanden seid, will ich versuchen hierherzugehören.“
(S. 287)

Es beginnt eine Jagd nach dem Mörder, Hinweise werden
gefunden und verloren, Spuren entdeckt und das Rätsel wächst und wächst.
Gleichzeitig wachsen die Charaktere enger zusammen und verändern sich. Julian
und Emma müssen ihre Gefühle für einander klären, Mark herausfinden in welche
Welt er gehört, Christina wird von ihrer Vergangenheit eingeholt…
Es gibt eine sanfte Spannung, mit viel zwischenmenschlicher
Handlung. Ich könnte mir vorstellen, dass es sich für einige Leser etwas
hinzieht. Das Buch ist halt einfach auch mit über 800 Seiten ein ordentlicher
Brocken. Ich war sehr froh, es in den Sommerferien zu lesen, denn da kriegt man
im Zug meistens einen Sitzplatz und die Hände fallen nicht allzu sehr beim
Buchhalten ab. Für mich hat es sich jedenfalls nicht gezogen. Es gab so viele
Handlungsstränge, dass es die Zeit und den Platz einfach benötigte, um alles
gut abzudecken.
Ich glaube, dass sich Fans der Reihe mit dieser Geschichte
sehr sehr wohl fühlen werden.
Das Ende, die Auflösung, der Böse … woahhh ich war ja SO auf
der falschen Fährte! Und ich hätte gern geweint, ein klein bisschen.
Die Atmosphäre ist durch die Morde und die familiäre
Situation natürlich angespannt, aber es gibt auch viel Humor, Heldenmomente und
Augenblicke in denen man Luft holen und lächeln kann. Marks veränderte Art
sorgt gleichzeitig für Schmunzeln und Wahnsinn, die Love Story war nicht so
meins, aber das ist Geschmackssache.

Ich werde mir den zweiten Band auf jeden Fall zum Geburtstag
wünschen, voll gut, dass er im Oktober erscheint.

Ein wirklich cooles Buch, dass mich mit Macht aus meinem
Lesetief gerissen hat! Vier fette liebevolle Bücher für Heldenmomente,
Geschwisterherzchen, Sarkasmusgedöns, tolle Charaktere, eine gute Geschichte
und viel Fantasy.
Die dunklen Mächte 01 – Midnight Lady
Die dunklen Mächte 02 – Lord of Shadows (erscheint
09.10.2017)
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