♂ Aquila (Ursula Poznanski) [Rezension]

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„Sie zählte zweimal bis hundert, dann noch einmal, um
sicherzugehen. Die ganze Zeit über lauschte sie, doch es war nichts mehr zu
hören, nur das Hämmern ihres eigenen Herzens.“

(S. 52) 

Nika befindet sich zu einem
Auslandssemester in der italienischen Stadt Siena. Gemeinsam mit ihrer
Mitbewohnerin Jenny teilt sie sich eine Wohnung. Nach einem Wochenende, das mit
einer Party begonnen hatte, wacht Nika in ihrem Bett auf. Erschrocken muss sie
feststellen, dass es bereits Dienstag ist. Doch ihr fehlt jegliche Erinnerung
an die letzten zwei Tage. Was war passiert? Hat sie trotz ihrer Vorsätze derart
über die Stränge geschlagen? 

Auch von ihrer
Mitbewohnerin findet sich keine Spur. Daneben fehlen noch ihr Handy, die
Wohnungsschlüssel und ihr Reisepass. Nur einen seltsamen Zettel mit
unzusammenhängenden Mitteilungen findet Nika in ihrer Tasche. Nika macht sich
auf die Suche nach Informationen zur fraglichen Zeit. Doch dabei stößt sie auf
Dinge, die sie nicht erwartet hat. Denn sie könnte schreckliche Schuld auf sich
geladen haben. 

Bücher von Ursula Poznanski begleiten mich schon lange
Jahre. Wenn eine neue Geschichte von ihr erscheint, steht diese natürlich auf
meiner Must-Read-Liste. So habe ich dem Erscheinen von „Aquila“, ihrem neuesten
Werk, entgegengefiebert. Nun hatte mich das Buch endlich erreicht, und so
begann ich unmittelbar zu lesen.
Schon mit einem interessanten und neugierig machenden
Einstieg in die Geschichte gelang es der Autorin dann gleich, mich auf den
weiteren Fortgang einzustimmen. Ich erlebte Nika, als sie nach einem Wochenende
erwacht, das mit einer Party in einem Club begann. Ohne Erinnerung. Gemeinsam
mit ihr versuchte ich Puzzleteile zu entdecken, die eine Erklärung dafür
abgeben könnten, was in den vergangenen Stunden passiert war. Doch da war
nichts. Schlimmer noch, Nika und ich entdeckten, dass mehr Zeit vergangen war
als gedacht. Ihr fehlten sage und schreibe komplette zwei Tage. Tage, in denen
etwas geschehen sein muss, was Nika sich gar nicht ausmalen möchte.
Gemeinsam machten wir uns nun auf den Weg, die Lücken zu
schließen. Doch das war natürlich nicht so einfach. Es stellten sich immer wieder
Hürden in den Weg. Erkenntnisse führten in Sackgassen, es ergaben sich hinter
so manchen menschlichen Fassaden tiefe Abgründe, nichts schien so, wie man auf
den ersten Blick dachte.
Doch natürlich hat Nika nicht ans Aufgeben gedacht. Umso
mehr, als dass sie nun plötzlich in richtigen Schwierigkeiten steckt und nichts
auf der Welt sie aus dieser Spirale befreien kann.
Zum Schreibstil von Ursula Poznanski muss man wohl nicht
mehr viel sagen. Mit gewohnter Sorgfalt führt sie mit flüssigem Schreibstil
durch die Geschichte, nutzt für die Erzählung dabei die dritte Person in
Vergangenheitsform aus der Sicht von Nika. Die Autorin hat ein Geschick dafür,
ohne ausufernde Beschreibungen die von ihr gewollten Bilder im Kopf entstehen
zu lassen. Dabei verpasst sie ihren handelnden Personen prägnante
charakteristische Züge, die das zur Verfügung stehende Spektrum an Emotionen
hervorrufen können.
So hat mir auch die Darstellung von Nika hervorragend
gefallen. Anfangs machte sie einen verschüchtert hilflosen Eindruck, der
aufgrund der Situation auch völlig nachvollziehbar war. Auf den weiteren Seiten
konnte ich ihre Entwicklung mitverfolgen und genießen. Das zunehmende
Selbstvertrauen war spürbar und mehr und mehr gelang es ihr, ihre getroffenen
Entscheidungen fortzuführen. Auch die anderen Charaktere wirkten auf mich sehr
vorstellbar und rundeten die Geschichte logisch ab.
In „Aquila“ ist es Ursula Poznanski wiederum gelungen, mich
auf falsche Fährten zu locken und doch immer wieder für einen „Aha-Effekt“ zu
sorgen. Ich genoss es, die Idee der Autorin zu verfolgen und mit Nika
Geheimnissen auf die Spur zu kommen. So war es auch kein Wunder, dass ich
förmlich an die Seiten gefesselt wurde. Und so sehr ich auch einer Auflösung
entgegenfieberte, genauso wünschte ich mir, dass ich nicht von der Geschichte
loslassen müsste.

Doch irgendwann endet eben jede Geschichte. Und so
löste Ursula Poznanski die Geschichte in meinen Augen schlüssig und
nachvollziehbar auf, nachdem sie es sich allerdings nicht nehmen lassen hat,
die Spannung vorher nochmal auf ein hohes Niveau zu heben. Nun kenne ich die
Geschichte hinter „Aquila“ und kann das Buch nun zu den anderen
Poznanski-Büchern ins Regal stellen.

Aquila“ konnte mich mit überraschenden Wendungen und gut
ausgearbeiteten Charakteren begeistern. Meine Suche nach Geheimnissen an der
Seite von Nika belohne ich daher mit vollen 5 Büchern.

Für alle, die in schwierigen Situationen nicht aufgeben,
dabei auch vor unerwarteten Lösungen nicht erschrecken und sich von scheinbaren
Offensichtlichkeiten nicht verwirren lassen.

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Weitere Meinungen zum Buch findet ihr hier:

Claudias Bücherregal (Rezension)
Das Niliversum (Rezension)
*wir haben noch keine weiteren Meinungen gespeichert*
Ihr habt das Buch ebenfalls rezensiert?
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17 KOMMENTARE

  1. Super Rezension! 🙂
    Ich hab das Buch noch auf dem SuB und werde es wahrscheinlich kommmendes Wochenende beginnen. Bin schon wahnsinnig gespannt darauf 🙂

  2. Sehr fein! Ich habe heute schon einige Rezensionen dazu entdeckt und das Buch wird allseits ähnlich bewertet. Daher wird wohl auch dieses Buch von Ursula Poznanski bei mir einziehen dürfen, ich freue mich drauf!

    Ehrlich gesagt, ich war bzgl. Klappentext und Cover anfangs etwas unsicher, ob es wirklich was für mich sein könnte.

    Liebe Grüße & schönes Wochenende,
    Nicole

    • Hallo Nicole,

      schön, dass ich deine Kaufentscheidung positiv beeinflussen konnte. Die Geschichte ist wirklich toll! Wünsche dir ganz viel Spaß in Siena, wenn es dann soweit ist 🙂

      Liebe Grüße
      Kay

  3. Huhu liebster Kay,

    ich habe dich bzw. das Lesen deiner "Aquila-Rezi" natürlich nicht vergessen. Auch wenn es jetzt ein paar Tage später wurden, als geplant.

    Ich kann dir auch in allen Punkten nur zustimmen. Das Buch ist so großartig, man kann gar nicht anders, als es nicht mehr aus der Hand zu legen, zu raten und mit zu fiebern.

    Schön, dass wir hier einer Meinung sind.

    Fühle dich gedrückt,
    Ally

    • Liebe Ally,

      dankeschön. Bei Ursula sind wir soweit ja immer ungefähr gleich im Geschmack ☺️ Sie hat es aber auch wirklich verdammt gut drauf, uns ihre Geschichten zu fesseln. Das Buch müssen unbedingt viele Menschen lesen!

      Drück dich ganz lieb zurück
      Kay

  4. Hallo ihr beiden,

    das Buch steht auch ganz weit oben auf meiner Wunschliste! Ich bin schon total gespannt auf die Story und hoffe natürlich, dass sich mich genauso begeistern wird!

    Liebe Grüße
    Meiky

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