(L) Die Geschwister Gadsby im Sommerchaos (Natasha Farrant) [Rezension]

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„Wenn man so durch die morgendliche
Kühle reitet, obwohl man eigentlich Hausarrest hat, fühlt man sich ein bisschen
wie ein Schmuggler, der gerade seine Ware an Land schafft. (…) Man fühlt sich
wie eine Romanfigur oder als käme man aus einem anderen Land.“

 (S.132)

Skye stöhnte auf. „Meine Mutter bringt
mich um. Ich habe diese Brille erst seit einem Monat.“
„Wie willst du denn jetzt was sehen?“,
fragte ich.
„Mein rechtes Auge ist ganz okay.“„Aber das linke Glas ist kaputt.“„Das“, seufzte Skye. „Ist wieder mal
typisch.“

 (S.46)
Die Geschwister Gadsby werden von ihrer
gestressten Mama zur Großmutter auf dem Land geschickt, um dort den Sommer zu
verbringen. „So wie früher“, sagte Mama, aber nichts ist mehr wie früher. Oma
wird immer tüdeliger, Bluebell vermisst Ines, Jas vermisst Pumkin. Auf Fahrrädern
und Ponys und mit neuen Freunden machen die Gadsby Geschwister die Gegend
unsicher. Bis die Sache mit Oma langsam seltsam wird und die Geschwister einen waghalsigen
Plan fassen.
Ich musste zum Zahnarzt und hab ein Buch
aus meinem SuB Regal gesucht, dass man mit zum Zahnarzt nehmen kann. Ich finde
Zahnärzte nämlich ganz furchtbar, also nicht die Menschen an sich, aber … ihr
wisst, was ich meine. Jedenfalls, habe ich dieses Buch mitgenommen, weil es
aussah wie ein ZahnarztFurchtBekämpferBuch.
Und mein Zahnarzt hat mich auch prompt
gefragt, ob es da um den richtigen Gadsby ginge und ob ich denn den Film
gesehen hätte, was ich davon halten würde und plötzlich war mein Zahnarzt ein ganz
normaler Mensch <3
Jedenfalls zum Buch…Es ist toll!
Bittersüß trifft es hier sehr gut, denn die Protagonistin Bluebell hat ihre
Zwillingsschwester vor vier Jahren verloren und kommt nicht darüber hinweg. Sie
ist noch sehr jung, dreizehn Jahre alt, die Zweitälteste und hat noch vier
Geschwister.
In der Familie herrscht immer großer
Trubel und es ist recht verständlich, dass Mama Gadsby ihre Sprösslinge
schließlich zu Oma schickt und mit dem Baby Pumkin (eigentlich heißt es
William) daheim in London bleibt.
Die Geschichte wird aus Bluebells Sicht
erzählt. Mal in der Form von Tagebucheinträgen, dann in einer Art Kameraführung
und dann wieder wie „ein normales Buch“ aus der Ich Perspektive. Am Anfang war
ich ein bisschen verwirrt, wusste nicht ganz wer wer ist und wer erzählt, aber
das kann auch an der Zahnarztpraxisumgebung gelegen haben. Nach einigen
Kapiteln war ich dann richtig drin und habe mich Bluebell auch sehr nah
gefühlt. Sie ist wirklich süß und hat diese typischen Mädchenprobleme, die aber
dann auch wieder nicht so typisch sind, wegen der Sache mit ihrer Schwester.
Die Kinder sind also bei ihrer Oma (die
sie eine Stunde zu spät vom Bahnhof holt) und der Hof, auf dem sie lebt klingt
wunderschön und ist sehr liebevoll beschrieben. Es gibt Ponys und eine alte
Scheune mit Fledermäusen, einen Bach mit einer Stelle zum Schwimmen gehen,
wilde Himbeeren und einen großen Gemüsegarten, den Oma hegt und pflegt.
Bluebell, Jasmin und Twig sind sehr unterschiedlich und haben doch alle eine
Sache, die sie bedrückt. Jasmin vermisst das Baby, Twig fühlt sich Zuhause
unsichtbar und Bluebell vermisst ihre Zwillingsschwester Ines. Dann gibt es
noch Flora, die älteste der Gadsbys, die mit ihrem Vater in Neuseeland ist und
in seinem Film mitspielt. Sie taucht immer mal wieder über Skype auf und
scheint eine ziemliche Nervensäge zu sein.
Und dann sind da noch die Jungs, zwei
Jungs um genau zu sein, Skye und Oliver. Skye ist ein pferdeverliebter
Tollpatsch mit Brille und Oliver ein gutaussehender, wortgewandter Draufgänger.
Die Kinder schließen direkt Freundschaft und ziehen zusammen los. Doch dann
müssen Skye und Oliver nach Frankreich, zu Skyes Papa und die Kinder sind mit
ihrer Oma alleine. Als Oma Gadsby dann plötzlich mitten in der Nacht zu ihrer
eigenen Hochzeit will, startet Bluebell einen verzweifelten Hilferuf.
Die Geschichte ist einfach cool. Ich
hatte ja erst sowas 5Freunde mäßiges, lustiges erwartet, aber dann plötzlich
kommen total ernste Themen auf und das Ganze geht richtig in die Tiefe. Das
einzige, was mich ein bisschen gestört hat, war die Dreiecksgeschichte, aber
selbst für die gab es, zumindest von der einen Seite eine ganz gute Auflösung.
So wie ich das gerade auf Lovelybooks
recherchiert habe, handelt es sich bei „Die Geschwister Gadsby und das
Sommerchaos“ um einen dritten Band. Ich fand jetzt nicht, dass man es als
störend empfindet, die ersten Bände nicht zu kennen. Sicher würde es die
Figuren noch ein wenig farbiger gestalten, aber ich konnte mich auch so sehr
gut in alle hineinversetzten. Ich werde aber mal schauen, ob ich die Bücher auch
in der Bücherei finde und würde sie dann auch noch rezensieren.

Ich mochte das Buch richtig gerne. Es hatte Humor, Spannung, Liebe,
Freundschaft, Familie und Herz. Es kriegt eine absolute Leseempfehlung und 4
Bücher
von mir. Ich empfehle dazu einen Sessel in der Sonne und frischen
Eistee!

1. Die Geschwister Gadsby
2. Die Geschwister Gadsby und die Liebe
3. Die Geschwister Gadsby im Sommerchaos
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