(L) Die Furcht des Weisen Band 2 (Patrick Rothfuss) [Rezension]

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Kvothe atmete tief durch: „… aber das
hier ist kein kühnes Liebesabenteuer. Es ist kein Märchen, in dem die Toten
wiederkehren. Es ist kein mitreißendes Epos, das dazu bestimmt wäre, das Blut
in Wallung zu bringen. Nein. Wir wissen doch alle, was für eine Art von
Geschichte das hier ist.“
(S.102)

 „Also für mich sieht es nicht so aus,
als würde das Wirtshaus in Flammen stehen.“Bast sah ihn ungläubig an. „Die ganze
Welt steht in Flammen“, sagte er. „Macht doch mal die Augen auf.“

(S.510)
Kvothe ist auf Banditenjagd und um
Haaresbreite und knapp mit dem Leben davongekommen. Jetzt begegnet er Felurian,
der sagenhaften Elfe, die durch ihre unfassbare Schönheit die Männer in Tod und
Wahnsinn treibt. Durch eine List kann er ihr entkommen und sein Weg führt ihn
zum Volk der Adem, den stillen Kriegern. Hier lernt er den Weg des Lethani und erhält
ein legendäres Schwert. Mit ihm und einem von Feluarian gewobenen Mantel aus
Schatten und Mondlicht tritt er den Heimweg zum Hof des Maer an. Doch auf
diesem lauern Dunkelheit und Blut auf den jungen Arkanisten.
Wir starten (im Gegensatz zu den anderen
beiden Bänden) direkt in Kvothes Geschichte. Kein Gänsehautprolog, keine Szene
im Gasthaus Wegstein. Kvothe hat den
Kampf gegen die Banditen überlebt und wieder einmal mehr dafür gesorgt, dass
man über ihn ordentlich spekulieren kann. Er genießt es sehr, seinen Ruf
anzukurbeln, was ich ein bisschen unsympathisch finde. Da die Aufgabe, die ihm
der Maer gestellt hat, jetzt erfüllt ist, machen Kvothe und seine Leute sich
auf dem Heimweg.
Doch unterwegs treffen sie plötzlich auf
Feluiran, einer Sagengestalt, eine wunderschöne Elfe von der es heißt, dass
kein Mann sie lebend verlassen kann. Entgegen aller Vernunft geht Kvothe,
gebannt von Leidenschaft und Sehnsucht zu ihr und verlässt seine Gefährten. Es
folgt eine Zeit voller… Sex. Naja und gegessen wird auch hin und wieder.
Felurian lehrt Kvothe die Künste der
Liebe und dabei allerlei schräge Begriffe wie „die tausend Hände“ etc. Ich fand
das ehrlich gesagt etwas albern und konnte nicht so viel mit diesem Kapitel anfangen.
Kvothe trifft allerdings im Elfenreich auch auf ein Baumwesen, das ihm die
Zukunft voraussagt und allerlei Sachen andeutet, auch über Denna, Kvothes
Herzensdame.
Hier ist der erste Bruch in der Geschichte,
weil Bast das bisher nicht über seinen Reshi wusste und jetzt fix und fertig
mit der Welt ist. Er hat totale Angst vor diesem Wahrsageding, und das, obwohl
er selbst so ein mächtiges Wesen ist.
Kvothe gelingt es schließlich, sich von
Felurian zu trennen. Sie lässt ihn gehen, damit er ein Lied über sie in der
Welt bekannt machen kann und er muss versprechen, zu ihr zurückzukehren. Kvothe
findet seine Gefährten wieder und erzählt, dass er Felurian mithilfe eines
Zaubers besiegt hat. Das finde ich kurz gesagt überhaupt nicht gut. Was soll
denn diese Lüge? Nur um besser dazustehen?
Aber gut, Kvothe und seine Leute ziehen
weiter, doch einer von ihnen, Tempi, wird nach Hause zurückbeordert. Wenn ihr
die Bücher gelesen habt, wisst ihr, dass Tempi einem speziellen Volk mit
ziemlich vielen Eigenarten angehört. Er hat Kvothe viel über sein Volk gelehrt
und soll jetzt dafür bestraft werden. Kvothe beschließt, sofort mit ihm zu gehen,
um seinem Freund zu helfen.
Er wird im Volk der Adem als Lehrling aufgenommen,
bekommt eine Lehrerin und außerdem wieder jede Menge Sex. Mich hat die erste
Hälfte des Buches leider total enttäuscht. Eine Elfen-Kamasutra-Lehrerin und
danach Jedi, die in Gesten reden und es mit jedem treiben. Nicht meins. Die
Sprache ist einfach, hat nicht mehr diese magische Tiefe und mir fehlen Sim und
Will und ihr Humor.
Aber, sobald Kvothe von den Sex-Jedi
aufbricht, wird es besser, viel besser! Der alte Patrick-Rothfuss-Zauber kehrt
zurück und hat mich total in seinen Bann gezogen. Kvothe gerät an eine Gruppe
Banditen, die sich als Edman Ruh ausgeben und stellt sich ihnen entgegen. Und
den Rest kann ich euch leider nicht erzählen, sonst braucht ihr das Buch ja
nicht mehr lesen, aber glaubt mir, es wird toll, so toll, wie im ersten Band!
In der Erzählung von Kvothe geht es also
ordentlich rund und ebenso in der Gegenwart. Das Wirtshaus wird angegriffen,
Bast heckt etwas aus und Kvothe … Kvothe macht mir Angst. Nicht vor, sondern um
ihn. Und auch Bast begibt sich auf einen dunklen Pfad, der schon Anakin
Skywalker zum Verhängnis wurde. Es gibt wieder einen wunderschönen, düsteren
Epilog, bei dem ich fast geweint hätte.
Ich liebe die Figur von Kvothe, trotz
seiner Angeberei, er ist so vielschichtig und neben Aragorn definitiv mein
Lieblings-High-Fantasy-Held.
Wann und in welcher Form der nächste
Band erscheinen wird, ist leider immer noch nicht bekannt und ich hoffe
wirklich sehr, dass es bald soweit sein wird!!!

PS: Behaltet mal beim
Lesen die Lady Lackless, also die Frau des Maer im Auge, ich habe da eine megainteressante
Fantheorie gehört, die ich absolut logisch finde!

Der Anfang war enttäuschend, aber dann konnte mich die Geschichte doch
packen und restlos begeistern. 4 Bücher von mir und die dringende Bitte nach
mehr!

1. Der Name des Windes
2. Die Furcht des Weisen Band 1
3. Die Furcht des Weisen Band 2
Außerdem von Patrick Rothfuss in dieser
Welt erschienen:
Die Musik der Stille –
Aurils Geschichte
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4 KOMMENTARE

  1. Lizzy!

    Ich hoffe seit JAHREN das es bald soweit sein wird. Willkommen im Club. Ich fand diesen Band übrigens auch am schwächsten, aber trotz Schwächen immer noch sensationell.
    Hach, ich glaube ich rereade es auch noch. Ich vermisse Kvothe….

  2. Ich glaube, dass das Buch auch noch einmal anders wirkt, wenn man es am Stück lesen kann. Also so wie es eigentlich gedacht ist 🙂 Von allen Büchern bisher ist es wohl wirklich "am schwächsten", aber im Vergleich zu anderen Büchern ein ganz anderer Maßstab.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Ich hab sie ja alle hintereinander gelesen (:
      Stimmt, im Vergleich zu anderen Büchern in dem Gengre stechen sie echt heraus, aber trotzdem war mir das viel zu viel Sex-Gedöns und die erste Hälfte dieses Bandes hätte für mich einfach nicht sein müssen.
      Ich hoffe aber auf Neues aus seiner Feder *-*

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