♂ Einzig (Kathryn Evans) [Rezension]

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„Sie hatte mein Gesicht zerkratzt und
versucht, mich wieder zurückzudrängen. Aber ich war die Stärkere gewesen. Ich
war neu und voller Energie. Genauso wie diejenige, die sich bald aus mir
herauskämpfen würde.“
(S.22)

Die sechzehnjährige Teva lebt ein,
zumindest nach außen, normales Teenagerleben. Doch ihr Leben ist alles andere
als normal. Denn sie hat nur ein Jahr Zeit, dann übernimmt die nächste Teva
ihren Alltag.
Teva will sich mit allen ihr zur
Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehren und um ihr Leben kämpfen. Ihr Geheimnis
allerdings kennen nicht einmal Maddy, ihre beste Freundin, noch ihr Freund
Olli. Teva versucht im Alleingang, ihre Existenz zu entschlüsseln. Doch hat sie
tatsächlich die Kraft, die unsägliche Verkettung aufzuhalten? Teva stellt sich
dieser Herausforderung.
Der Klappentext zu „Einzig“ hat mich
unwahrscheinlich neugierig auf die Geschichte gemacht. Kaum war das Buch nun
bei mir angekommen, habe ich auch gleich mit dem Lesen begonnen.
Es ging dann auch gleich
vielversprechend los. Ich erlebte, was es damit auf sich hatte, wenn jemand
anderes ein Leben übernimmt. Ein Leben, von dem man sich logischerweise ungern
trennt. Dieser Jemand geht statt deiner in die Schule, nimmt sich deine
Klamotten, übernimmt deinen Freund. Alles andere als eine schöne Vorstellung.
Die sechzehnjährige Teva lebt nun das
Leben ihrer Vorgängerin. Doch sie weiß auch genau, dass ihre Tage letztendlich
auch gezählt sind. Denn an ihrem nächsten Geburtstag wird sie sich trennen
müssen, die nächste Teva ist in ihrem Körper schon spürbar. So ist es bereits
seit einigen Jahren. Nach einem Jahr ist das Leben vorbei und die nächste
übernimmt. Doch Teva will diesen Teufelskreislauf durchbrechen, sich nicht
einfach geschlagen geben. Sie kann es nicht akzeptieren, dass an ihrem nächsten
Geburtstag Schluss ist. Teva geht ihre Möglichkeiten durch. Sich zu offenbaren,
kommt nicht in Frage. Denn dann würde man, laut den Worten ihrer Mutter, die
Familie zur Freakshow abstempeln.
Kathryn Evans lässt die Geschichte aus
Tevas Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Hierdurch erhielt ich
einen guten Zugang zu ihrer Idee und schwamm im Lesefluss mit. Nach einem
wirklich guten Beginn fand ich mich dann allerdings phasenweise in einer
Highschool-Teenie-Plänkelei in allen denkbaren Facetten wider. Einige Klischees
wurden sodann auch bedient und eine typische Dreiecksgeschichte bahnte sich an.
So kam unwiderruflich der Zeitpunkt, an dem ich mich nur noch an die Hoffnung
klammerte, dass der Fortgang der Geschichte nicht nur rein an diese Entwicklung
geknüpft sein würde.
Die Charaktere wurden vorstellbar
beschrieben und spiegelten ein entsprechendes Bild in meinen Lesegedanken.
Trotz der gewählten Ich-Perspektive verlor ich dennoch immer mehr den Draht zu
Teva und konnte ihr Handeln mitunter nicht in Gänze nachvollziehen. Ihre Ängste
konnte ich natürlich spüren, doch die durch sie zu treffende Entscheidung ließ
lange auf sich warten. Dennoch war ich gespannt, in welchem Zusammenhang die
Ereignisse nun stehen würden.
So schritt ich voran und hatte auf den
folgenden Seiten das eine oder andere schöne Erlebnis, bis ich nun den Grund
für das große Ganze erfuhr. Für mich stellte sich dieser Grund etwas abstrakt
dar, die Möglichkeiten, dieses Resultat zu erzielen, scheinen mir in der
dargestellten Zeitlinie doch ein wenig an der Realität vorbei. Doch ausschließen
kann man natürlich gar nichts.

Die Geschichte endet
sodann auch beruhigt, nachdem ein kleiner Showdown das Tempo nochmals ein wenig
anziehen ließ. Nun wissend, welches Geheimnis hinter der Geschichte steckt,
kann ich das Buch in mein Regal stellen.

Einzig“ basiert auf einer wirklich
guten Idee und sorgt in vielen Ansätzen mit den konstruierten Handlungsfäden
für aufkommende Spannung. Meine Stunden an der Seite von Teva verdienen deshalb
auf jeden Fall 3 Bücher.

Für alle, die sich vor
Andersartigkeit nicht fürchten, ein feststehendes Ergebnis nicht akzeptieren
und die Suche nach einer Lösung bedingungslos vorantreiben.

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4 KOMMENTARE

  1. Hi Kay, trotz deiner gemischt ausfallenden Bewertung bin ich immer noch ganz neugierig auf dieses Buch. Ich mag es ja, wenn ein Buch mal "anders" ist als das, was sonst hauptsächlich auf dem Buchmarkt zu finden ist. Mal sehen, ob sich mein Eindruck dann mit deinem decken wird.
    Liebe Grüße

  2. Hallo Kay,

    das Buch hatte mich bei der Verlagsvorstellung auch gereizt, weshalb es bei mir auch einziehen durfte. Ich bin gespannt, wie es mir letztlich gefallen wird. Die Dreiecksgeschichte und Highschoolgeblänkel bräuchte ich allerdings nicht 🙂

    Liebe Grüße,
    Uwe

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