♂ The Chemist – Die Spezialistin (Stephenie Meyer) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Es würde ihr schwerfallen, mit einer
Katastrophe dieses Ausmaßes zu leben, wenn sie der Meinung war, sie hätte etwas
dagegen tun können. Mit dem Argument hatte man sie damals für den
wahrscheinlich schlimmsten Job der Welt gewonnen.“
(S.42)
Mit viel Glück hat Juliana den Anschlag
auf sich überlebt. Aber ihr Chef musste sterben. Durch einen Anschlag aus den
eigenen Reihen. Denn ihr Wissen über die Machenschaften des Dezernats ist
tödlich. Und sie wussten zu viel.

Seitdem befindet sich
Juliana auf der Flucht. Allein und in jeder Minute vom Tod bedroht. Denn so
will man sie sehen – tot. Doch plötzlich ergibt sich wie aus dem Nichts eine
Chance auf ein normales Leben, ohne Furcht vor ständiger Verfolgung. Dafür soll
Juliana einen letzten Job erledigen. Diese Möglichkeit könnte eine Falle sein.
Juliana ist unsicher. Schließlich sagt sie doch zu. Sie will die geringste
Chance für sich nutzen. Und doch ist ihr der Tod plötzlich wieder auf den
Fersen.

Von Stephenie Meyer kennt man ja so
einige Bücher. Als nun „The Chemist – Die Spezialistin“ auf den Markt gekommen
ist, habe ich schon ein Auge auf das Buch geworfen. Zwischenzeitlich war es
sogar schon bei mir eingezogen, nur der richtige Zeitpunkt schien noch nicht
gekommen. Auch waren die Meinungen zur Geschichte eher durchwachsen. Aber nun
war es soweit! „The Chemist“ musste nun gelesen werden. Denn ich wollte mir
endlich einen eigenen Eindruck verschaffen.
Gleich zu Beginn stolperte ich in das
Leben von Juliana, die sich zu diesem Zeitpunkt Chris nannte. Allgemein
wechselte Juliana ihre Namen und Identitäten. Denn sie befand sich auf der
Flucht. Vor ihrem ehemaligen Arbeitgeber, der mit einem Anschlag versucht hat,
ihr das Leben zu nehmen. Gleich hatte ich den Eindruck, dass Juliana keinen
Allerweltsjob hatte. Und schnell bekam ich dafür die Bestätigung. Denn Juliana
war eine Spezialistin für Verhöre, für die besonders schwierigen Fälle. Bisher
hatte sie jeden zum Reden gebracht, selbst die ganz harten Jungs.
Nachdem ich mich nun mit Julianas Leben
soweit vertraut gemacht hatte, harrte ich neugierig der Dinge, die mich noch
erwarten würden. Hier erlebte ich dann jedoch meine erste Durststrecke. Juliana
verlor sich immer wieder in Befindlichkeiten und Vermutungen, spekulierte
hierbei immer wieder über Möglichkeiten, die sich eventuell und vielleicht
ergeben könnten. Nachdem Juliana dann die Chance eröffnet wird, mit einem
letzten Auftrag aus ihrer Zwickmühle zu entkommen, schöpfte ich neue Hoffnung
auf einen steigenden Spannungspegel. Zuerst schien sich diese Hoffnung auch
tatsächlich zu erfüllen, bevor die Autorin dann doch wieder deutlich abbremste.
Dennoch konnte mich Stephenie Meyer bei ihrer Geschichte halten und ich verzieh
ihr den zeitweiligen Stillstand zu großen Teilen. Denn immer wieder zieht das
Tempo dann schon an. Nur das Verhältnis zwischen schnelleren und gemächlicheren
Szenen und Handlungen empfand ich als nicht gänzlich optimal.
Die in dritter Person in
Vergangenheitsform und aus Julianas Sicht erzählte Geschichte konnte
grundsätzlich flüssig von mir gelesen werden. Dabei blieb dennoch durchweg eine
gewisse Distanz zu Juliana bestehen. Gern hätte ich mehr von ihr erfahren, doch
ihre Geheimnisse behielt sie für sich. Die in die Story eingewobene Liebesgeschichte
war darüber hinaus für mich nur in Ansätzen authentisch, dennoch konnte ich
diese Entwicklung akzeptieren und mich mit den Beteiligten sogar freuen.
Im letzten Viertel nimmt die Geschichte
dann doch nochmal Fahrt auf. Mein Durchhaltevermögen wurde somit belohnt und
ich genoss die Entwicklungen. Spätestens jetzt zeigte sich auch eine
Charakterentwicklung, vor allem bei Juliana. Nun fühlte ich mich der
Protagonistin etwas näher. Juliana ließ Emotionen zu, war nicht mehr voll und
ganz das spröde Wesen aus den vorangegangenen Seiten. Manchmal lohnt es sich
definitiv, nicht vorzeitig aufzugeben. Denn auch mit dem Showdown und dem
anschließenden Ausklang konnte mich Stephenie Meyer dann doch wieder für so
einiges versöhnen.
The Chemist – Die Spezialistin“ bietet
alles in allem eine abgerundete Geschichte, die durch ein wenig mehr Tempo an
einigen Stellen sicherlich zu einem absoluten Highlight avanciert wäre. Dennoch
konnte ich mich auf die Handlung einlassen und verfolgte diese voller Neugier.
Meine Lesestunden an Julianas Seite sind mir deshalb auf jeden Fall gute 3
Bücher
wert.
Für alle, die bei Todesgefahr einen
kühlen Kopf behalten, mit Schmerzen umgehen können und die Aussicht auf einen
guten Ausgang nie verlieren. 

Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

6 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen!

    Ja, das Buch musste ich auch unbedingt lesen – und war dann echt sehr enttäuscht! Meine Bewertung war noch einen Tick negativer, denn diesen "zeitweiligen Stillstand" fand ich doch extrem langweilig und hat mich so gar nicht in die Geschichte finden lassen.

    Für mich hätte das ganze auch noch etwas "erwachsener" sein müssen. Durch die ganze Thematik kam es mir doch wie ein verkapptes Jugendbuch vor, auch durch die Verhaltensweisen der Figuren. Wirklich schade, aber ganz so schlecht fandst du es ja zum Glück nicht 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    • Liebe Aleshanee,

      nachdem ich mit dem Buch fertig war, musste ich es auch erstmal setzen lassen, um zu einer Entscheidung zur Bewertung zu kommen. Man hätte aus der Geschichte wirklich ne ganze Menge machen können…Schade, Chance nicht genutzt. Deine Kritikpunkte kann ich auch absolut nachvollziehen! Wenn dann doch mal etwas Tempo in die Geschichte kam, hat es mir sogar richtig gut gefallen. Nervig fand ich immer diese Andeutungen zur Vergangenheit oder das Ausloten evtl. Möglichkeiten etc…Alles in allem kann man es gelesen haben – muss man aber nicht unbedingt 😉

      Liebe Grüße
      Kay

  2. Huhu,

    das Buch spricht mich leider überhaupt nicht an,obwohl ich ihre Bissreihe geliebt habe, aber das hat damit ja nun so überhaupt nichts mehr mit zu tun… Es gibt ja so einige negative Bewertungen und wenn man die Kritikpunkte so liest, dann wundert es mich wirklich überhaupt nicht.

    Ganz liebe Grüße

    Steffi

    • Huhu Steffi,

      ja, da hat sich die Autorin an etwas völlig Neues für sie gewagt. Der große Wurf war es dann aber leider nicht…Man hätte sicherlich einiges kürzen und straffen können. Ein wenig mehr hatte ich zumindest schon von Stephenie Meyer erwartet…

      Ganz liebe Grüße zurück
      Kay

  3. Wow, Du hast durchgehalten! Ich habe relativ bald abgebrochen, weil ich es unerträglich fand. Sie hat sich anfangs so in Details verloren, dass die Story gar nicht in die Pötte kam. Ich hatte von Frau Meyer definitiv mehr erwartet.

    LG
    Mona

    • Hallo Mona,

      mit dem Gedanken hatte ich irgendwann auch gespielt. Ich bin da allerdings auch ohne große Erwartungen an das Buch gegangen. Aber ich weiß, was du meinst…

      Liebe Grüße
      Kay

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here