(L) Grim – Das Siegel des Feuers (Gesa Schwartz) [Rezension]

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„Aber vergiss nicht, Menschenkind“,
flüsterte er. „Man muss Flügel haben, wenn man den Abgrund liebt.“S. 321

„Sie fürchten und beschützen uns
seit uralter Zeit. Sie sind der kalte Hauch, der in einer warmen Sommernacht
deine Wange streift, wenn du schläfst, und sie sind der schwache Duft von
Dunkelheit im Morgengrauen. Sie sind die gefallenen Engel unserer Zeit, sie
sind – die Gargoyles.“

Grim ist ein Gargoyle, einer der
steinernen Wächter von Paris und das steinerne Gesetz bestimmt, dass die
Menschen niemals von der Existenz des Übernatürlichen erfahren dürfen. Doch
dann bricht ausgerechnet Grims älteste Freundin dieses Gesetz wegen eines
rätselhaften Pergaments. Schließlich muss auch Grim seine Regeln brechen,
gemeinsam mit Mia, einer Seherin des Möglichen, will Grim das Geheimnis
ergründen. Und plötzlich finden sie sich inmitten eines Kampfes wieder, der
schon uralt ist und dessen Ausgang die ganze Welt auf den Kopf stellen könnte.
Grim war mein allererstes Gesa Schwartz
Buch und ich habe es mit in den Urlaub genommen, um es in Ruhe zu rereaden.
Es ist eine regnerische Nacht in Paris
und der Gargoyle Grim beschattet in eisiger Kälte eine Bar, um gleich darauf
gegen einen Dämonen zu kämpfen. Seine trockene Art ist mir gleich sympathisch
und auch in der Welt fand ich mich gut zurecht. Es ist keine neue Fantasywelt
sondern unsere, wie wir sie kennen nur eben mit Magie. Und es gibt die
„Schattenwelt“ von den Menschen unbekannte Orte, wo sich magische Wesen
aufhalten.
Grim beobachtet, wie seine beste
Freundin Moira sich mit einem Menschen trifft, ein absolutes Tabu in ihrer
Welt. Und sie übergibt ihm auch noch etwas. Grim ist völlig von den Socken und
weiß nicht, wie ihm geschieht. Er stellt Moira zu Rede, doch da kommt nicht
wirklich was bei raus, sie bittet Grim sogar den Menschen zu beschützen!
Das zweite Kapitel erzählt die
Geschichte dann aus Mias Sicht weiter. Mia ist ein kleiner Grufti, sie trägt
meistens schwarz, hat einen Bruder namens Jakob und wohnt mit ihrer Mum und
ihrer Tante und deren fragwürdigen Wellensittich zusammen. Und außerdem hat Mia
eine Gabe. Sie sieht Dinge. Als sie verhaftet wird, scheint es plötzlich als
würde Eis durch das Fenster kriechen und schließlich sogar den Polizisten, der
sie gerade verhört köpfen. Mia hat Angst. Sie weißt, dass ihr toter Vater Lucas
auch Dinge gesehen hat. Die Leute hielten ihn für verrückt, ein verrückter
Künstler, der sich schließlich umgebracht hat.
Die Sichtweise wechselt sich mit jedem
Kapitel ab, immer zwischen Grim und Mia. Es ist nicht extra gekennzeichnet, man
kommt auch so super gut rein. Es gibt keine Ich-Perspektive, was mal was Neues
für mich war und ich habe mich in der Erzählweise sehr wohl gefühlt.
Recht schnell stellt sich raus, dass der
junge Mann, der das Pergament von Moira erhalten hat, Mias Bruder Jakob ist und
er erklärt seiner Schwester schließlich, dass sie keinesfalls verrückt ist. Sie
ist eine Hartide, eine Seherin des Möglichen und sie kann Magie wirken. Mia ist
schockiert, doch Jakob nimmt sie mit nach Ghrogonias, die Welt der Magie und
beweist ihr, dass er Recht hat. Sie treffen auf Gargoyles und erleben eine
Hinrichtung, an der auch Grim teilnimmt.
Die Gargoyles, sind die Herrscher der
Unterwelt, ihr König Rhodon regiert und Grim gehört zu einer Art Polizei, die
nur aus Gargoyles besteht und von einem leicht durchgeknallten Löwen angeführt
wird, der Paraden und Uniformen liebt. Seit einiger Zeit wird die Unterwelt von
einem Mörder heimgesucht. Immer wieder tauchen schrecklich verstümmelte Leichen
auf und die Ermittler tappen im Dunklen. Es gibt neben den Gargoyles auch noch Hybriden,
also halb Mensch, halb Gargoyle die seit jeher verachtet und gehasst werden,
weil sie die Fähigkeit haben zu träumen, etwas, dass die Gargoyles zwar zum
Leben brauchen, aber sie sind nicht selber dazu in der Lage, sondern auf
Traumsammelstationen angewiesen. Die Hybriden werden als Sklaven gehalten oder
leben als Rebellen im Untergrund. Sie werden für die Morde verantwortlich
gemacht und ihr Anführer Seraphin von Athen macht Jagd auf Jakob und das
Pergament, dass dieser von Moira erhalten hat. Auch Mia gerät in die
Schusslinie, als Jakob das Geheimnis an sie weiter gibt, doch Grim stellt sich
auf ihre Seite und versucht sie zu schützen.
Gemeinsam machen sie sich auf, um das
Rätsel zu lösen und den „Freien“ auf die Spur zu kommen, ein Volk, von dem nur
noch die Legenden übergeblieben zu sein scheinen. Dabei finden sowohl Mia, als
auch Grim Spuren aus ihrer Vergangenheit, die viele ihrer Fragen über sich
selbst lösen könnten. Sie treffen auf gefallene Helden und gute Bösewichte,
Träume und Erinnerungen und auf den Tod. Außerdem lernen sie einander kennen
und fragen sich, wie eine Welt wohl aussähe, in der Gargolyes und Menschen
wieder Freunde und Seelenverwandte sein könnten. Begleitet werden die beiden
von Remis, ein Moorkobold und so etwas wie Grims bester Freund und Begleiter.
Der Kleine sorgt für ordentlich Humor, neben Grims trockenem Sarkasmus.
In der Zwischenzeit greift Seraphin von
Athen die Schattenwelt offen an. Sein Ziel: der Thron.
Ich habe diese Geschichte wirklich sehr
gemocht. Die Figuren sind toll und wirken bald vertraut, die Sprache ist
zugleich einfach und teilweise auch verschlungen, sodass ich mir wieder viele
schöne Stellen angestrichen habe. In anderen Gesa Schwartz Büchern habe ich
mich ja teilweise echt in den Welten verloren und hatte gar keinen Überblick
mehr, aber das war hier überhaupt nicht. Alles war übersichtlich und
verständlich, die Handlungen nachvollziehbar und jedes Wesen hatte ein Gesicht.
Mit diesem ganzen drum rum von wegen Teufel, kann ich persönlich nichts
anfangen, aber das war nur ein winziger Teil der Geschichte.
Das Ende ist toll, nicht abrupt oder
schrecklich, sodass man sehnsüchtig auf den Folgeband warten möchte. Ich hatte
schon Lust auf mehr, konnte aber ohne schlimmen Herzschmerz, erstmal nach einem
anderen Buch greifen.
Wo ich vielleicht ein klein bisschen
jammern könnte, ist die Länge. Es zieht sich ein wenig, aber andererseits, ist
da so viel drin … anders geht das schwerlich.

Was mich mehr jammern lässt, ist die
Brutalität in diesem Buch. Es wird viel gekämpft und dabei platzen nur zu oft
Gedärme aus Bäuchen oder es geht um die Ermordung von Kindern. Das hat mich
ehrlich gesagt reichlich abgeschreckt und ich habe solche Szenen nur noch grob
überflogen.
Eindeutig mein liebstes Gesa Schwartz
Buch, das von mir fünf Bücher bekommt und eine klare Leseempfehlung. Ich freue
mich auf die Folgebände.
Grim – Das Siegel des Feuers
Grim – Das Erbe des Lichts
Grim – Die Flamme der Nacht
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3 KOMMENTARE

  1. Hey Lizzy,

    das Buch klingt wirklich toll und mir ist es auch schon aufgefallen, doch bisher hatte ich noch nicht so den anreiz dazu. Ich bin mir zwar auch jetzt noch nicht sicher, wann ich es mal lesen werde. Aber es wäre auf alle Fälle auch was für mich 😉

    Liebe Grüße,
    ruby

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