♂ Das Paket (Sebastian Fitzek) [Rezension]

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„Während ihre Hände immer feuchter und
ihr Mund immer trockener wurden, würde sie die Minuten, später sogar die
Sekunden zählen, so lange, bis der fremde Gegenstand aus ihrem Haus und endlich
verschwunden war.“
(S.72)
In Emmas Leben ist alles so, wie es sein
sollte. Sie ist mit einem liebevollen Mann verheiratet, beruflich läuft alles
bestens, und die Familie erwartet Nachwuchs. Doch dann kommt dieser
schreckliche Tag. Emma wird in einem Hotelzimmer vom „Friseur“, einem
Verbrecher, der seinen Opfern nach der Tat die Haare abschert, vergewaltigt.
Emma fällt in ein tiefes emotionales
Loch. Und noch schlimmer, mehr und mehr zweifeln die Menschen daran, dass sie
wirklich vergewaltigt wurde. Doch Emmas Mann Philipp stützt sie, wo er nur
kann.
Als eines Tages der Postbote klingelt
und Emma bittet, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen, stimmt sie
widerwillig zu. Als sie den Namen des Adressaten liest, stockt ihr der Atem.
Denn diesen Namen hat sie noch nie gehört. Und eigentlich kennt sie alle
Nachbarn in der Siedlung. Und doch soll dies nicht der erste Schreck gewesen
sein. Als wäre die Vergewaltigung nicht schon schlimm genug, hat sie nun dieses
mysteriöse Paket in ihrem Haus. Emma hat große Angst.
Das Merchandising um Sebastian Fitzeks
Buch „Das Paket“ fand ich bereits grandios und gelungen. Allein die Aufmachung
der ersten Auflage, in der das Buch daherkommt, zieht die Blicke magisch auf
sich. So konnte ich mich auch nun nicht mehr erwehren, nach diesem Fitzek-Buch
zu greifen und befreite es von meinem SuB.
Zu Beginn lernte ich Emma auf einem
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie kennen, auf dem sie gerade
einen Vortrag über unsaubere Behandlungsmethoden hielt. Auf viel Gegenliebe stößt
sie dabei nicht und wird von Kolleginnen und Kollegen angefeindet. Abends in
ihrem Hotelzimmer erhofft sie sich Erholung von diesem anstrengenden Tag. Die
Warnung am Badezimmerspiegel schreibt sie ihrer blühenden Phantasie zu, doch
kurze Zeit später wird sie von Jemandem überwältigt. Und die Dinge nehmen ihren
Lauf. Völlig wehrlos wird Emma vergewaltigt.
Ich muss gestehen, dass mich bereits die
ersten Seiten und die beschriebenen Handlungen einerseits fesseln, andererseits
aber auch schockieren konnten. Sebastian Fitzek schnürt gradlinig und ohne
Umschreibungen einen Handlungsfaden, dem sich meine Leseneugier nicht entziehen
konnte. Seine Charaktere sind vorstellbar, auch wenn sich für mich etwas
Distanz zu seiner Protagonistin Emma aufbaute. Aufgrund der gewählten Thematik
und den von ihr erlebten Geschehnissen ist dies aber insgesamt sehr
nachvollziehbar. Insgesamt mochte ich Emma, konnte ihre Gedankengänge zum
Großteil verstehen. Auch die anderen Charaktere stellt der Autor entsprechend
der von ihm zugewiesenen Aufgaben realistisch dar und stattet sie mit
unverwechselbaren Eigenschaften aus.
Sebastian Fitzek wählte für die
Erzählung seiner Geschichte die dritte Person in Vergangenheitsform. Hierbei
setzte er auf die vorwiegend dominierende Erzählsicht von Emma, wodurch das
Geschehen hautnah erlebbar wurde. Andere Sichten strahlten später ebenfalls in
den Handlungslauf ein und fügten sich dabei abrundend ins Geschehen.
Sebastian Fitzek ist es wieder einmal gelungen,
eine in sich schlüssige Idee in spannend erzählter Form an die Leserschaft zu
bringen. Der Autor legte, nicht nur für die Protagonistin, falsche Spuren und
ließ damit auch mich ein ums andere Mal ins Leere laufen. Bis dahin schlüssige
Erklärungen wurde plötzlich ad absurdum erklärt und lenkten Verdachtsmomente in
völlig andere Richtungen. Zu keiner Zeit konnte ich mir sicher sein, die
richtigen Leute im Visier zu haben, und dies änderte sich bis zum endgültigen
Abschluss auch nicht wirklich. Sebastian Fitzek konnte mich damit mit jeder
gelesenen Seite zusehends mehr an seine Geschichte binden, so dass ich nicht
mehr loslassen konnte.
Der flüssige und ausnehmend gut zu
lesende Schreibstil des Autors bereitete mir auch in dieser Geschichte ein besonderes
Lesevergnügen. Seite um Seite vergrößerte sich der Lesesog und ich konnte mich
kaum trennen.
Zum Ende hin werden die Verstrickungen
entsprechend gelöst, die Aufklärungen dabei konnten mich vollends überzeugen. Nachdem
ich nun die Geschichte hinter dem Buch kenne, werde ich das nächste Mal genauer
prüfen, ob ich nochmal ein Paket für einen Nachbarn entgegennehmen werde.
Zum Schluss möchte ich noch auf ein
kleines Extra im Nachgang zur Geschichte hinweisen. Sebastian Fitzek hat hier (Nach-)Worte
für die Leserschaft gefunden, bei denen ich einerseits Tränen vor Lachen in den
Augen hatte, andererseits feststellen konnte, dass der Autor wirklich sehr nah
an seinen Leserinnen und Lesern ist und auch sein will. Auch Ausschnitte aus
E-Mails an Sebastian Fitzek wurden abgedruckt und runden den ohnehin schon
vorhandenen sympathischen Eindruck des Autors ab. Ein wirklich hervorragend
geschaffenes Gesamt“paket“
Das Paket“ fesselt mit unvorhersehbaren
spannenden Entwicklungen, setzt dabei immer wieder auf Überraschungsmomente und
lässt den Leser einfach nicht mehr los. Meine mitunter traumatischen
Lesestunden an der Seite von Emma belohne ich deshalb mit 5 Büchern.

Für alle, die mit
Schicksalsschlägen umgehen können, dabei mit der gnadenlosen Realität
zurechtkommen und sich vor Niederlagen nicht fürchten.

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10 KOMMENTARE

  1. Hallo!
    Ich hatte es ja bereits erwähnt: Ich liebe die Fitzek Bücher und gerade Das Paket fand ich wieder total gelungen, spannend und unvorhersehbar!
    Liebe Grüße Anett

    • Huhu Mikka,

      vielleicht kam "Das Joshua-Profil" zum falschen Zeitpunkt 😎 Ich hatte eher etwas Probleme bei der "Blutschule"…Kann dich da aber auch total verstehen. Mir gefallen manche Bücher auch nicht, von denen andere regelrecht schwärmen. Zum Glück gibt es genügend Auswahl 😉

      Liebe Grüße
      Kay

    • Huhu Kerstin,

      versuch es einfach mal. Wenn du zu viel Angst bekommst, gebe ich dir meine Handy-Nummer und ich stehe dir mental bei 😎 Also trau dich 😉

      Liebe Grüße
      Kay

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