♀ Haus der Tausend Spiegel (Susanne Gerdom) [Rezension]

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Annabell, genannt Annik, erhält die
Stelle als Kindermädchen in dem Haus des reichen Gabriel van Leuthen. Dieser
Job ist die Zulassungsaufgabe für die Uni und Anniks Studiengang der Chaosmagie
und so gibt sie nicht auf, als sie dem unfreundlichen Nachfahren des legendären
Hexenschlächters gegenübersteht. Jener Familie, die Hexen wie ihre Familie so
sehr verabscheut. Sie flieht auch nicht, als die Aufgabe des Kindermädchens für
den kleinen Elias aussichtslos scheint, oder sich seltsame Dinge im Herrenhaus
ereignen, sodass Annik oft Realität nicht mehr von Fiktion und Traum
unterscheiden kann, oder sie glaubt, sich zu dem grausamen Hausherrn van
Leuthen ebenso hingezogen zu fühlen wie zu dem Mann im Schatten, dem
gesichtslosen Daniel.

Annik muss das Geheimnis ergründen und
das Rätsel lösen.
Bei Büchern von Susanne Gerdom kann man
nichts falsch machen. Als ich erfahren hatte, dass es sich beim „Haus der
tausend Spiegel“ um eine Adaption des Märchens von der Schönen und dem
Biest
handelt, musste ich natürlich zugreifen.
Binnen weniger Seiten lockte mich die
Autorin in ihre Geschichte rund um die Antwerpener Hexe Annik, die im
Hexenviertel lebt und deren Zulassung zum magischen Studium von jener Aufgabe
abhängt, zu der sie in diesem Moment unterwegs ist.
Doch alles kommt anders, als man denken
könnte, wenn man sich zu sehr auf Disneys Interpretation einschießt. Denn
Susanne Gerdom hat ihre eigene Welt um das alte Märchen erschaffen. Mit
Betreten des Geländes der alten Familie, den Nachkommen des gruseligen
Hexenschlächters, wird der Leser mit jeder Seite weiter und weiter in eine
finstere, bedrückende und doch absolut faszinierende Welt gezogen. Es entsteht
ein Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte, ich wollte das Geheimnis um die
jungen Männer lüften, musste wissen, was dahintersteckt.
Die Geschichte wurde düsterer,
verwirrender, verstrickte
sich solange, bis ich gemeinsam mit der Protagonistin
wie in einem Irrgarten umherlief. Ich kann rückblickend nicht mit 100
prozentiger Sicherheit sagen, ob die Knoten in meinem Hirn aufgrund meiner
Interpretation des Gelesenen begründet oder unbegründet waren, der Faszination
an der Geschichte tat dies jedoch keinen Abbruch.
All die kleinen Details um den magischen
Teil des vermeintlich gegenwärtigen Antwerpens wurden so beiläufig und normal
geschildert, als bedürfe es nur einer kurzen Reise, um der wahren Magie und
Zauberei zu begegnen.

Der Schreibstil der Autorin passt auf
diese Art von Geschichte wie angegossen. Mit wenigen Sätzen schafft Susanne
Gerdom eine Stimmung, um die ich sie beneide. Jedes Wort riss mich weiter in
das Haus ohne Spiegel, zu den mysteriösen Männern, dem Jungen und dem zarten
Kind. Ich erlag Susanne Gerdoms Bann, bis sie mich über einen weiteren
hirnvernebelnden Showdown hinweg endlich aus Antwerpen entließ. Das Ende war
nicht überraschend, aber schlüssig und zufriedenstellend.
Wer eine moderne, magische und zugleich
düstere Interpretation von „Die Schöne und das Biest“ sucht, ist mit
Susanne Gerdoms „Haus der tausend Spiegel“ perfekt bedient. Ich war
erfüllt von absoluter Faszination für das mysteriöse Herrenhaus und dem
Geheimnis um die Familie van Leuthen, das durch die bedrückende Atmosphäre so
realistisch war, dass ich mir vorkam wie bei einem Besuch im Wunderland, an das
die Autorin mit ihrer Mischung aus Realität und Fiktion durchaus ebenso
anknüpft, bis mein Kopf nicht mehr bestätigen konnte, ob jetzt wirklich alles
logisch vonstatten geht. Haarscharfe fünf Bücher für die junge Hexe Annik und
den finsteren Gabriel, den entstellten Daniel, den eingeschränkten Raphael und
den kleinen Elias. Von all den gelesenen Büchern von Susanne Gerdom war diese
Geschichte mein bisheriger Favorit.
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5 KOMMENTARE

    • Ich hatte es aufgrund von Klappentext und Cover nie so als Must-Read gesehen. Dann hab ich gelesen, dass es eine Adaption ist und wurde in Verbindung damit neugierig 🙂

      Liebe Grüße

      Steffi

  1. Hey Steffi,

    das Buch klingt faszinierend und ich bin wiedermal überrascht, dass es eine Märchenadaption sein soll. Da muss ich es natürlich auch noch unbedingt lesen, sobald mir die Zeit dazu vorhanden ist und das Buch eingekauft wurde.

    Vielen Dank für deine tolle Rezi. 🙂

    Liebe Grüße,
    Ruby

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