♂ Des Teufels Gebetbuch (Markus Heitz) [Rezension]

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„Der Dealer nahm derweil die verheerende
Karte und gab sie mit dem verbliebenen Stapel, aus dem gezogen wurde, in den
Mischapparat. Der Tod befand sich erneut im Spiel.“
(S.52)
Der Ex-Spieler Tadeus versucht nach
Jahren im Geld- und Drogenrausch sein Leben in den Griff zu bekommen. Tadeus
musste aufgrund hoher Spielschulden Privatinsolvenz anmelden. Er arbeitet in
einem Casino, täglich konfrontiert mit seiner Sucht. Doch bisher ist er stark
geblieben.
Tadeus gerät überraschend in den Besitz
einer alten Spielkarte, die eine eigentümliche Macht auf ihn auszuüben scheint.
Den Einflüsterungen der Karte kann er sich zunehmend nicht entziehen. Jemand
hat ein großes Interesse an dieser Karte und so befindet sich nicht nur Tadeus
plötzlich in großer Gefahr. Mehr noch, mächtige Leute sind nun hinter ihm her.

Gemeinsam mit Hyun,
deren Verlobter bei einer illegalen Spielrunde ermordet wurde, versucht er, die
Geheimnisse der Karte zu ergründen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Karte zu
einem unheilvollen Kartenspiel gehört. Und jemand versucht, dieses Spiel
zusammenzuführen. Doch dies muss mit allen Mitteln verhindert werden! Tadeus
macht sich mit Hyun auf die Suche nach weiteren Karten. Dass er damit sein
Leben auf Spiel setzt, nimmt er in Kauf. Denn auch er kann sich der Anziehung der
Karten nicht erwehren.

Schon als ich das erste Mal von „Des
Teufels Gebetbuch“ gehört habe, dachte ich mir, dass ich das Buch auf jeden
Fall lesen muss. In der Folgezeit ist mir die Geschichte immer wieder über den
Weg gelaufen. Nun war es endlich soweit, bei einem Besuch in meiner
Lieblingsbuchhandlung habe ich mir „Des Teufels Gebetbuch“ spontan zugelegt.
Und habe nicht lange gewartet, mit dem Lesen loszulegen.
Es dauerte auch wirklich nicht lange, da
habe ich mich in der Geschichte wohlgefühlt. Ich erlebte zwei Erzählstränge in
verschiedenen Gesellschaftsepochen, die sich hervorragend ergänzten und
aufeinander aufbauten, dabei die Leseneugier stetig anheizten. Die Charaktere
stellten sich hierbei meinem Empfinden nach vorstellbar dar, die gewählten
Eigenschaften schlossen Verwechslungen aus.
Markus Heitz schuf mit den anfänglichen
Handlungen eine gute Basis, brachte wissenswerte Informationen und legte damit
den Grundstein für einen sich von Beginn an andeutenden Lesegenuss. Nach und
nach zog das Tempo immer mehr an, die Geschichte entwickelte eine Sogwirkung
auf mich. Auch wenn ich leider durch persönliche Umstände gezwungen war, die
Geschichte nicht durchgängig lesen zu können, waren die Geschehnisse und
Handlungen dennoch bei jedem Wiedereinstieg sofort präsent. Allein dies ist für
mich immer ein Indiz für eine prägnant dargestellte Entwicklung, die mir selbst
bei Leseunterbrechungen im Gedächtnis bleibt.
Markus Heitz wählte für die Präsentation
seiner Geschichte die Erzählform in dritter Person Vergangenheit aus
verschiedenen Sichten. Vorrangig erlebte ich dabei die Handlungen von Tadeus,
erhielt aber immer wieder Einblicke in eine Zeit im 18. Jahrhundert, die eine
wunderbare Abrundung der Ereignisse darstellten.
Die Idee des Autors wurde wirklich gut
recherchiert, wobei er jedoch immer Wert darauf gelegt hat, die Geschichte
nicht mit Informationen zu überfrachten. Der Fokus lag vielmehr auf einer
spannenden Handlung und gut verzahnten Geschehnissen, die insgesamt einen
mitreißenden Lesemix boten.
Mit jeder gelesenen Seite wurde ich mehr
an die Geschichte gebunden, meine Neugier war entfacht und ich fieberte den
weiteren Ereignissen entgegen. Sehr gut gefallen hat mir außerdem, dass weder
der Protagonist Tadeus noch andere Charaktere wie z. B. Hyun besonders
herausragende Stärken aufweisen mussten, um sich den anstehenden Aufgaben
stellen zu können. Diese mussten mehr oder weniger mit herkömmlichen und
alltäglichen Mitteln gelöst werden.
Natürlich ließ es sich Markus Heitz auch
nicht nehmen, die eine oder andere Spur in seiner Geschichte zu legen, so dass ich
auf eine falsche Fährte gelenkt wurde. Umso überraschter war ich, als sich dann
jeweils der wahre Hintergrund auftat und der Handlung dann wieder eine andere
Richtung zuwies.
Geschickt gewählt fand ich die Idee des
Autors, ein Kartenspiel mehr oder weniger in die Rolle des Antagonisten zu
setzen. Die Erklärungen rund um die Geschehnisse herum gaben der sich damit
steigernden Gefahr ein Gefühl von Erlebbarkeit und ich so wurde ich regelrecht
dazu gezwungen, mich diesem Eindruck zu stellen.
Zum Ende hin zieht Markus Heitz nochmals
alle Register, wollte mich nicht einfach mit einem 08/15-Ende aus seiner
Geschichte entlassen und so erlebte ich nochmals einen Showdown, der es in sich
hatte. Dennoch konnte sich mein Puls nach dem vom Autor gewählten Ausklang nun
doch wieder beruhigen.

Zum Glück musste ich
mich nicht gleich abrupt von der Geschichte trennen, sondern konnte noch im
Epilog, den folgenden Nachworten und Danksagungen stöbern. Enthalten sind
außerdem viele interessante Informationen aus Recherchen des Autors, die Markus
Heitz aufgrund der schieren Menge schlichtweg nicht in den eigentlichen Plot
aufnehmen wollte, um die Leserinnen und Leser nicht mit einer Informationsfülle
zu überfluten. Klasse!

Des Teufels Gebetbuch“ hält, was es
verspricht und konnte mir mit abwechslungsreichen Handlungen, gut inszenierten
Entwicklungen und dem spürbaren Hauch einer übernatürlichen Gefahr Lesestunden
erster Güte verschaffen. Meine Erlebnisse auf der Suche nach den mysteriösen
Spielkarten sind mir deshalb klare 5 Bücher wert.
Für alle, die sich von gefährlichen
Gegenspielern nicht aufhalten lassen, dabei übernatürliche Bedrohungen
akzeptieren und auf überraschende Entwicklungen eingehen können.

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