♂ Spiegel des Bösen (Björn Springorum) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Das Verlangen, sich umzudrehen und
endlich dem gegenüberzustehen, was ihr aufgelauert hatte, war beinahe
übermenschlich stark. Doch sie tat es nicht. Sie wollte es nicht, konnte es
nicht.“
(S.84)
Eigentlich wollte Sophie gar nicht mit
ihren Eltern in dieses alte Hotel in den Bergen. Und tatsächlich! Ein paar
unbedacht gewählte Worte scheinen dafür verantwortlich zu sein, dass Sophie
sich plötzlich in einer anderen Realität wiederfindet. Ihre Eltern sind
verschwunden, Sophie hat Angst. Doch das ist noch nicht das Schlimmste. Sophie
weiß nur noch nicht, mit welchen Mächten sie es zu tun bekommt. Wird sie es schaffen,
ihre Eltern wiederzusehen?
Bei einer Signierstunde im Rahmen der
Leipziger Buchmesse hat Björn Springorum sein neues Buch „Spiegel des Bösen“
vorgestellt. Er erzählte hier auch von seinen Ängsten, und wie er diese in
seinen Geschichten verarbeitet. Hierdurch und durch den wirklich sympathischen
Auftritt des Autors bin ich ziemlich neugierig auf die Geschichte geworden und
wollte sie nun unbedingt lesen.
Gleich zu Beginn der Geschichte konnte
ich dann die Erfahrung machen, dass der Autor nicht lange fackelt und seine
Idee zum Laufen bringen wollte. Er stieß mich förmlich an die Seite der Protagonistin,
so dass ich mich unverzüglich mitten im Geschehen wiederfand. Ich persönlich
mag diese schnellen Einstiege in Geschichten, denn so nimmt das Geschehen
gleich ein gewisses Tempo an. Der Autor hielt sich dabei nicht mit
Nebensächlichkeiten auf, sondern nahm direkten Kurs auf die Handlung.
Der Schreibstil des Autors wirkte frisch
und konnte mich an die Geschichte binden. Geschickt gesetzte Spannungsmomente
in Verbindung mit immer wieder aufkommenden Gruselmomenten ließen mich durch
die Seiten fliegen. Für die Darstellung seiner Geschichte wählte Björn
Springorum hauptsächlich die Sicht von Sophie in dritter Person Vergangenheit.
Um die Geschichte abzurunden nutzte er zusätzlich zwischendurch eine weitere
Perspektive, ebenfalls in dritter Person Vergangenheit, die weitere wichtige
Einblicke in die Entwicklung gewährt. Die Geschichte war durchweg flüssig zu
lesen, Durststrecken gab es nicht.
Die Charaktere waren grundsätzlich
vorstellbar beschrieben und man hatte ein Bild von ihnen vor Augen. Ein bisschen
mehr Hintergründe zu den handelnden Personen habe ich mir dabei schon
gewünscht, dem Lesefluss selbst tat dies jedoch keinen Abbruch. Die
eingeflochtene Liebesgeschichte wirkte ein wenig gestellt und inszeniert, was die
Glaubhaftigkeit dennoch nur im Ansatz erschüttert.
Eine Entwicklung der Charaktere ist
definitiv zu verspüren. Vor allem Protagonistin Sophie schreitet hier mit gutem
Beispiel voran. Aber auch die anderen handelnden Personen können nahezu Schritt
mit ihr halten.
Bei der Darstellung und Beschreibung der
Spannungsmomente zeigt Björn Springurum dann seine wirklichen Stärken. Der
Autor schaffte es ein ums andere Mal, mich hier richtig zu fesseln und
Gänsehautaugenblicke zu schaffen. Seine Idee setzte er dabei nachvollziehbar
um, so dass damit – bis auf kleine Ausnahmen – eine Glaubwürdigkeit erzielt
wurde.

Zug um Zug steigert sich
das Tempo der Handlung, die Situation wird immer aussichtsloser. Doch dann
erlöste mich der Autor mit einem Showdown, der es erstens in sich hatte und
zweitens mit der Auflösung des Ganzen wirklich zufriedenstellt. Für den
Ausklang hat sich Björn Springorum sodann noch eine kleine Begebenheit
ausgedacht, die der Geschichte ein abgerundetes Ende verleiht. In den nächsten
Tagen werde ich definitiv an keinem Spiegel vorbeigehen, ohne zumindest einen
Blick aus dem Augenwinkel riskieren zu müssen.

Spiegel des Bösen“ von Björn Springorum
setzt auf eine gruselige Grundatmosphäre mit gut gesetzten Spannungsmomenten,
so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Meinen Aufenthalt im
Grandhotel Rabenfels belohne ich deshalb mit wirklich guten 4 Büchern.
Für alle, die ihre Ängste überwinden
können, dabei kein Risiko scheuen und ihre Grenzen überschreiten können.

Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here