♂ Armada – Nur du kannst die Erde retten (Ernest Cline) [Rezension]

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„Heute Abend fiel es mir jedoch schwer
abzuschalten. Ich verspürte Angst, Aufregung und Wut. Vielleicht sogar ein
bisschen Blutdurst. Fast so, als würde ich in einen echten Krieg ziehen.“
(S.89)
Armada ist ein angesagtes Onlinespiel.
Zack ist ein richtig guter Spieler. Er kämpft gegen Aliens und verteidigt die
Erde. Die Theorien, die Zacks verstorbener Vater in seinem Tagebuch festgehalten
hat, tut er als Unsinn ab. Doch aus dem Spiel wird plötzlich grausame Realität,
denn tatsächlich wird die Erde von Aliens bedroht. Die Menschheit steht am
Rande ihres Untergangs. Die Gamer nehmen unerwartet eine zentrale Rolle im
Kampf gegen die Bedrohung an. Es geht nur noch um Eines – das nackte Überleben.
Von „Ready Player One“ war ich voreinst
ziemlich begeistert. Als ich dann in der letzten Programmvorschau gesehen habe,
dass von Ernest Cline ein neues Buch auf den deutschen Markt kommt, war klar,
dass ich diese Geschichte lesen werde. Und so habe ich dann auch gleich zu „Armada
– Nur du kannst die Erde retten“ gegriffen, als das Buch bei mir angekommen
ist.
Auf den ersten Seiten wurde ich dann
behutsam mit dem Leben von Zack bekanntgemacht. Sein Vater ist noch vor seinem
ersten Geburtstag bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Zack spielt
unglaublich gern das Onlinespiel Armada, in dem die Erde vor bedrohlichen
Aliens verteidigt werden muss. Genau wie sein Vater ist Zack so etwas Ähnliches
wie ein Nerd. Allerdings kein typischer Nerd, denn er nimmt sehr wohl auch
normal am sozialen Leben teil, setzt aber auf das Onlinespiel auch eine hohe
Priorität. Klare Vorstellungen zu seiner Zukunft hat er allerdings nicht. Er
arbeitet neben der Schule im Computerladen eines Freundes als Aushilfe.
Wenngleich mir der Einstieg Einblicke
und teils auch ausführliche Hintergründe für eine Wissensbasis verschaffte,
konnte ich mich des Eindruckes eines etwas zu lang gewählten Anlaufes in die
Geschichte nicht erwehren. Es passierte auch hier das Eine oder Andere, doch
der Lesedrang steigerte sich anfangs nur in kleinen Schritten. Doch natürlich
blieb ich an der Geschichte dran, immer in Erwartung noch zu erwartender
Handlungen.
Und tatsächlich wurde ich nicht
enttäuscht. Irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, an dem der Autor den
Schalter umgelegt hatte und die Geschichte an Tempo gewann. Dies war dann auch
der Zeitpunkt, ab dem an Lesepausen kaum mehr zu denken war. Die Seiten
blätterten sich weg wie nichts und ich tauchte in die Handlung ein.
Ernest Cline wählte für die Erzählung
von „Armada“ die konsequente Präsentation in Ich-Perspektive von Zack in
Vergangenheitsform. Nach dem anfänglichen zaghaften Kennenlernen wurden im
weiteren Verlauf immer wieder doch überraschende Wendungen und Ansätze
eingebaut, so dass ich mehr und mehr gefesselt wurde. Die im Plot enthaltenen
Ansätze typisch amerikanischen Patriotismus – vorstellbar aus Filmen wie Independence Day – ließen mich dabei
immer wieder innerlich lächeln. Insofern kann ich bestätigen, dass Ernest Cline
in „Armada“ nicht darauf verzichtet hat, das ein oder andere Klischee zu
bedienen. Dies tat dem Leseeindruck insgesamt allerdings keinen Abbruch,
sondern passte im Gegenteil wirklich gut ins Schema.
Nachdem es dem Autor nun gelungen war,
mich an seine Geschichte zu binden, erlebte ich spannende Unterhaltung mit
spürbaren Bedrohungen. Dabei wurde ich Zeuge von Ideen und Entwicklungen, die
eine mögliche Katastrophe vermeiden könnten. Und auch hier überraschte mich
Ernest Cline mit der von ihm inszenierten Handlung. Auch wenn manche Szenen aus
meiner Sicht doch recht schnell aufgelöst und entschärft wurden, ließ ich mich
durch die Geschichte treiben und verfolgte das Geschehen. Ein wenig mehr
Emotionalität in den Interaktionen der Charaktere hätte ich mir dabei
allerdings in so mancher Entwicklung schon gewünscht. Bei der sich anbahnenden
Katastrophe kann ich hier aber auch nicht von einem MUSS sprechen.

Das Ende der Geschichte
gestaltete Ernest Cline dann wie erwartet nicht unbedingt überraschend, so doch
folgerichtig. Hier konnte ich dann doch noch ein wenig anbahnende Emotionalität
zwischen den Zeilen finden und „Armada“ damit lesebefriedigt zur Seite legen. „Armada“
hat zwar grundsätzlich einen Abschluss gefunden, dennoch bin ich der Meinung,
dass sich Ernest Cline zumindest ein winziges Hintertürchen für eine
Fortsetzung offen gelassen hat. Wir werden sehen!

Armada – Nur du kannst die Erde retten
beschreibt durchaus denk- und vorstellbare Szenarien einer möglichen Bedrohung
der menschlichen Existenz, verzichtet dabei auf selbstdarstellerischen
Heroismus der Charaktere, weist dennoch auch auf Probleme und Wesenszüge der
unterschiedlichsten Nationen hin. Meine Leseeindrücke neben Zack beim Versuch
die Erde zu retten sind mir deshalb gute 4 Bücher wert.
Für alle, die sich übermächtigen
Bedrohungen stellen können, den Glauben an einen guten Ausgang nicht verlieren
und dabei gern Teil des Geschehens werden.

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