♀ Die Prophezeiung der Hawkweed (Irena Brignull) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

Aufgrund des Klappentextes war ich sehr
neugierig auf das Buch, hatte aber bereits Angst, dass er zu viel verrät, weil
dort bereits erzählt wird, dass Ember und Poppy durch einen mächtigen Fluch
direkt nach ihrer Geburt vertauscht wurden
. Dennoch war ich neugierig, was mich
denn dann noch erwarten könnte (außer dem Herausfinden, dass die beiden
vertauscht wurden und in einer völlig ‚falschen‘ Umgebung aufwachsen).
Diese Befürchtung hat sich nach dem
Prolog erübrigt. Denn dort wird direkt erzählt, wie der mächtige Zauber gewirkt
wurde – und auch wer ihn ausspricht und warum.
Dies ist für mich persönlich der größte
Kritikpunkt
an der Geschichte. Denn ich als Leser wusste ja von Anfang an, wer
wem Böses wollte. Ich konnte mich daher zu keiner Zeit den Täuschungen
hingeben, miträtseln, wer „der Täter“ ist und so ging die Spannung nahezu
komplett verloren.
So blieben mir „nur“ die äußeren
Umstände und wie die Hauptfiguren Ember und Poppy mit ihrem falschen Leben klar
kommen. Ich hangelte mich von Kapitel zu Kapitel, von Szene zu Szene, die im
personalen Stil aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert wird. Teils
wurde zwischen den Figuren so schnell hin und her gesprungen, dass ich kaum
Zeit hatte, ihre Emotionen wirken zu lassen. So bestand über das gesamte Buch
hinweg eine große Distanz zu den Haupt- sowie den Nebencharakteren, die auch im
letzten Viertel, als die Spannung dann etwas anzog, noch nachwirkte.
Was sich im ersten Moment etwas nach
typischer Tausch-Geschichte anhört, ist ganz anders als erwartet. Das einzig
klischeehafte
an der „Prophezeiung der Hawkweed“ ist die Charakterisierung und
Beschreibung der Hexen, die düster, hässlich und auf Männer regelrecht abstoßend
wirken. Wer jedoch glaubt, die Geschichte zu durchschauen, wird schnell eines
Besseren belehrt. Die Figuren handeln so gut wie nie wie erwartet, zahlreiche
Twists wenden die Ereignisse – teils aber so schnell herbeigeführt, dass man
nicht überrascht, sondern eher verwirrt ist. Auch das Ende ist nicht wie (von
mir) erwartet – aber darüber verrate ich natürlich nicht mehr.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr
direkt, sie beschreibt Qualen ebenso schonungslos wie den Aufenthalt auf der
minimalistischen ‚Toilette‘ im Hexenlager oder eben auch jene Gefühle, die sich
zwischen den Figuren entwickeln. Teils wirkte diese Art jedoch etwas kühl und schuf
daher zusätzliche Distanz, weshalb mich Showdown und Abschluss auch wenig
emotional berührten.
„Die Prophezeiung der Hawkweed“ ist das
Gegenteil der erwarteten typischen Geschichte, denn die von Irena Brignull
erschaffenen Figuren handeln so gut wie nie wie erwartet und das Buch wartet
mit einigen kleinen Twists auf. Leider war die Distanz zu den Figuren zu groß,
um mich durch eine Geschichte zu tragen, in der ich als Leser den Figuren das
Wissen um den Täter vom Prolog an voraushatte. 3 Bücher für Ember und Poppy.

Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

1 KOMMENTAR

  1. Hey Steffi,

    ich habe die Story auch schon gelesen und konnte leider ebenfalls nicht richtig abgeholt weden. Die Idee an sich fand ich wirklich gut, aber die Charaktere konnten mich einfach nicht wirklich erreichen. Eigentlich sehr schade, aber es kann nicht immer passen. 😉

    Liebe Grüße,
    Ruby

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here