♂ Evolution – Der Turm der Gefangenen (Thomas Thiemeyer) [Rezension]

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„Der Wolf kam näher – wenn es denn
überhaupt ein Wolf war. Aber darüber nachzudenken, war in etwa so sinnlos wie
die Frage, wie er überhaupt in diesen Irrsinn hineingeraten war.
Er hielt den Atem an.“
(S.72)
Die Jugendlichen konnten sich vor dem
Angriff der Tiere mit letzter Not retten und befinden sich nun bei den
Überlebenden. Hier treffen sie nun auf eine mittelalterliche Gesellschaft mit
einem Jarl an der Spitze. Vorerst befinden sie sich nun in Sicherheit und
genießen die Gastfreundschaft der Bewohner. Doch ihre Neugier nach Antworten
ist groß und so brechen sie ein Tabu. Nur durch eine Flucht gelingt es den
Jugendlichen, der nachfolgenden Strafe zu entgehen.
Auf der Suche nach den Zeitspringern
müssen sie durch gefährliches Land, beherrscht von den Squids. Und das ist
nicht die einzige Bedrohung, die sie fürchten müssen.
Nachdem ich bereits vom ersten Teil der
Reihe „Evolution – Die Stadt der Überlebenden“ wirklich sehr begeistert war,
konnte ich es kaum erwarten zu erfahren, wie sich die Geschichte fortsetzen
wird. Nun endlich war „Evolution – Der Turm der Gefangenen“ bei mir angekommen
und es losgehen. Sehr gespannt nahm ich das Buch zu Hand.
Und gleich vorweg ein ganz großes Lob an
Thomas Thiemeyer. Hier wurde nämlich an all die Leserinnen und Leser gedacht,
die die Fortsetzung nicht in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem
ersten Teil lesen können. Zu Beginn wurde hier ein Rückblick auf die bisherigen
Ereignisse eingefügt, so dass man sich gleich wieder gut in der Handlung
zurechtfinden kann. Respekt!
Daran anschließend hält sich Thomas
Thiemeyer sodann auch nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern lässt seine
Geschichte voranschreiten. Sein gewohnt flüssiger und spannungsgeladener
Schreibstil machte es mir leicht, mich voll auf die Handlung einzulassen und
diese zu genießen. Thomas Thiemeyer hat ein Händchen dafür, Leserinnen und
Leser einfach mitzunehmen und nah an das Geschehen zu bringen. Nahezu brillant
führte er mich von Szene zu Szene in seiner real wirkenden und skizzierten Welt,
es war gar nicht daran zu denken, das Buch zur Seite zu legen. In dritter
Person Vergangenheit aus verschiedenen Sichten erlebte ich eine Geschichte, die
einerseits wiederum gut recherchiert war und andererseits klare Handlungsfäden
aufwies. Thomas Thiemeyer verzichtete wie immer auf nebensächliches Geplänkel
und setzte den Fokus auf den reinen Lesegenuss seiner hervorragend umgesetzten
Idee.
Bei Thomas Thiemeyer kann man sicher
sein, immer auf gut ausgearbeitete Charaktere und Szenerien zu treffen. Genau
dies fand ich auch hier in diesem Fortsetzungsband gemischt mit einem
ordentlichen Einschlag aus der nordischen Mythologie. Dieser Mix konnte mich
begeistern und fesseln, die Seiten flogen nur so dahin.
Gekonnt heizt der Autor die Spannung
beständig an. Bringt er seine Charaktere vorerst bei den Überlebenden in
Sicherheit, laufen sie dann jedoch Gefahr, indem sie die Regeln in dieser Gesellschaft
schlichtweg missachten. Doch an sich haben sie keine andere Wahl, wenn sie
weitere Informationen erhalten wollen. Und so erfuhr auch ich weitere
Einzelheiten zum Untergang der Menschheit, aber auch von einer Hoffnung, die
unweigerlich vorhanden war. Die Jugendlichen erhielten unverhoffte Hilfe und
konnten so vor der drohenden Strafe fliehen. Dass die anschließende Suche nach
den Zeitspringern gefährlich werden würde, das war allen bewusst. Eine
Alternative hierzu gab es jedoch nicht. Und so geraten sie in Situationen, die
das Leben kosten könnten. Die offensichtlichen Gefahren bedenkend, nähert sich
jedoch noch eine andere Bedrohung.
Auch in dieser Fortsetzung entwickeln
sich die Charaktere beständig weiter. Die Gruppe wächst, bis auf Ausnahmen,
weiter zusammen. Und doch ist die eine oder andere Zerreißprobe zu bestehen.
Das vom Autor eingebundene Konfliktpotential wächst, treibt dabei die
Geschichte unweigerlich voran.
Die erstaunlichste Rolle in „Evolution –
Der Turm der Gefangenen“ wird zweifellos von Jem eingenommen. Mit Geschick und
Erfindungsgeist wehrt er sich der drohenden Gefahren, um wieder zu den anderen Jugendlichen
in Sicherheit stoßen zu können. Dass dabei für ihn vieles auf dem Spiel stehen
wird, entdeckt er kurz vor seiner vermeintlichen Rettung. Und doch gibt er
nicht auf, hat die von ihm gesteckten Ziele deutlich vor Augen.
Lucie war bereits im ersten Teil mein
Lieblingscharakter. Sie handelt immer wohlüberlegt und setzt sich für die
Gruppe ein. Im weiteren Verlauf kam es jedoch zu Irritationen mit der Intention
ihres Handelns, was jedoch für das Geschehen selbst unerlässlich war, für den Rest
der Gruppe jedoch zu Unverständnis und Misstrauen führte.
Thomas Thiemeyer überlässt auch in
diesem zweiten Teil seiner Reihe nichts dem Zufall, spannende Sequenzen setzen
aneinander an, die Geschichte entwickelt den notwendigen Sog, dem man einfach
nicht entrinnen kann. Hatte ich vor dem Lesen der Fortsetzung auch nur den
geringsten Zweifel, ob das Niveau aus dem ersten Teil gehalten werden kann,
wurden diese zusehends zerstreut; besser noch, hier setzt der Autor sogar noch
oben etwas drauf.

Wie einerseits erwartet,
andererseits aber auch befürchtet, lässt Thomas Thiemeyer den Plot mit einem
Ende ausklingen, das mich dem Erscheinen des finalen Bandes nun sehnsüchtig
entgegenblicken lässt. Ich hoffe, dass die Zeit bis dahin schnell vergeht.

Evolution – Der Turm der Gefangenen“ setzt
auf spannende Handlungen gemischt mit Einschlägen aus der nordischen Mythologie
und hervorragend ausgearbeiteten Charakteren. Meine Lesestunden an der Seite
von Lucie und Co. belohne ich deshalb mit ganz klaren 5 Büchern.

Für alle, die sich
Gefahren in einer gut gezeichneten und vorstellbaren Welt stellen können, dabei
Vorurteile hintenan stellen und den Blick klar in die Zukunft richten.

1. Evolution – Die Stadt der
Überlebenden
2. Evolution – Der Turm der Gefangenen
3. Evolution – Die Quelle des Lebens

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2 KOMMENTARE

  1. Hey Kay,

    ich bin zwar erst "mittendrin", aber ich finde Teil 2 sowas von cool. Ich sitze heute im Büro und das Hörbuch läuft während ich stupide Arbeiten verrichte. Ich hab mir selten gewünscht das ein Arbeitstag länger dauert, aber heute will ich es xD.
    Ganz großes Kino vom Herrn Thiemeyer.

    Frostige Grüße aus Wien
    Kerstin

    • Huhu Kerstin,

      ich finde auch, dass sich der Autor hier einmal mehr selbst übertroffen hat. Freue mich jetzt mal so richtig auf das Finale! Wünsche dir noch ganz viel Spaß mit der Geschichte ☺

      Liebe Grüße,
      Kay

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