♂ Young Elites (Marie Lu) [Rezension]

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„Ich blicke hinab ins dunkle Wasser.
Tief, schwarz, endlos, erfüllt von schemenhaft dahingleitenden Monstern.
Entsetzen steigt in mir auf.“
(S.109)
Als Kind am Blutfieber erkrankt und dem
Tode knapp entronnen ist Adelina seit dieser Zeit gezeichnet, sie hat ein Auge
verloren. Damit gehört sie zu den Malfettos, den Gezeichneten. Manche Malfettos
haben übernatürliche Kräfte entwickelt, sie sind die Elite. Doch
gesellschaftlich geächtet fristen sie ein Dasein am Rande der Gesellschaft und
werden von der Inquisition verfolgt.
Adelina lebt mit ihrem Vater und ihrer
wunderschönen jüngeren Schwester Violetta. Durch die „Schande“, ein Malfetto in
der Familie zu haben, verliert ihr Vater immer mehr Handelspartner. Die Familie
verarmt zusehends. Als Ausweg wird Adelina einem Kaufmann als Mätresse
versprochen. Doch sie fasst den Entschluss zu fliehen. Als ihr Vater sie
einholen kann, spürt Adelina erstmal ihre Kräfte. Sie kann diese jedoch nicht
kontrollieren, ihr Vater stirbt.
Nun wird Adelina als Mörderin gesucht.
Allein mit ihrer aufkommenden Gabe ist die Inquisition dicht auf ihren Fersen.
Am Tag ihrer Hinrichtung passiert das schier Unglaubliche. Die Gemeinschaft der
Dolche kommt ihr zu Hilfe. Doch Adelinas Sicherheit scheint trügerisch.
Meine erste Bekanntschaft mit der
Autorin Marie Lu machte ich, als ich ihre „Legend-Reihe“ gelesen habe. Der
flüssige Schreibstil der Autorin und gut durchdachte Handlungen hatten mir sehr
gut gefallen. Als nun feststand, dass „Young Elites – Die Gemeinschaft der
Dolche“ als Auftakt einer neuen Reihe bei uns erscheinen würde war klar, dass
ich hier auf jeden Fall zugreifen würde. Nun ist dieser erste Teil der Reihe bei
mir angekommen und ich griff auch gleich nach dem Buch.
Und so hält sich Marie Lu auch nicht
lange mit einleitenden Worten auf, sondern offenbarte mir die ganze
ungeschminkte Wahrheit. Ich traf auf Adelina, die seit ihrer Kindheit aufgrund
einer grassierenden Krankheit, dem Blutfieber, gezeichnet war. Viele Menschen
haben durch das Blutfieber ihr Leben verloren. Insofern hatte Adelina sogar
Glück, wenn man davon sprechen kann. Sie hat „nur“ ein Auge verloren. Die
meisten Überlebenden des Blutfiebers wurden gezeichnet. Als sogenannte
Malfettos werden sie von der Gesellschaft lediglich geduldet. Doch einige der
Malfettos entwickelten nach dem Blutfieber eine übernatürliche Kraft. Umso mehr
werden die Geächteten gefürchtet.
Wann immer ein Malfetto in der Handlung
auftauchte, spürte ich eine extreme gesellschaftliche Ausgrenzung. Nie wurde in
männlicher oder weiblicher Form von dem oder der Betroffenen gesprochen. Die
Autorin wählte für die Beschreibung immer die sächliche Form. Damit gelang es
ihr auch definitiv, die gewünschten Emotionen in mir zum Vorschein zu bringen.
Auch Adelina hat es nicht leicht. Ihr
Vater zieht ihre jüngere wunderschöne Schwester Violetta vor. Selbst vor Gewalt
gegenüber Adelina schreckt ihr Vater nicht zurück. Ein Malfetto in der Familie
zu haben bedeutet, dass sich die Leute zurückziehen. Niemand möchte damit zu
tun haben. Als sich ein Kaufmann für Adelina interessiert, will ihr Vater
sofort zugreifen. Doch es ist nicht geplant, dass der Kaufmann Adelina
heiratet. Nein, ein Malfetto heiratet man nicht. Als Mätresse jedoch kann er
Adelina akzeptieren. Denn auch, wenn sie gezeichnet ist, hat sie von ihrer
natürlichen Schönheit nichts verloren.
Dies ist der Punkt, an dem Adelina zum
Handeln gezwungen wird. Hier setzt ihre Entwicklung an und schreitet voran. Als
Protagonistin war sie mir grundsätzlich auch sympathisch und ich konnte mit ihr
fühlen. Im weiteren Verlauf fehlte mir dann jedoch ab und an der Zugang zu ihr.
Ihr Handeln erschloss sich mir nicht immer in Gänze und dennoch verfolgte ich ihre
Entwicklung mit großem Interesse. Denn neben ihrem Makel ist Adelina keine
gewöhnliche Protagonistin. Sie hat definitiv ihre Eigenheiten. Und das, was
sich in ihrem Inneren entwickelt, hat es definitiv in sich.
Marie Lu wählte für die Darstellung
ihrer Geschichte die Ich-Perspektive Adelinas in Gegenwartsform, so dass ich
immer nah am Geschehen war. Kurze Einblendungen anderer Sichtweisen in dritter
Person Gegenwart rundeten die Erzählung dabei gut ab. Der von Beginn an
vorhandene Spannungspegel ließ mich kaum von den Seiten kommen und überspielte potentiell
aufkommende kleine Längen zusehends.
Nach einem ordentlich heftigen
actiongeladenen Geschehen lässt Marie Lu die Geschichte zum Ende hin vorerst
beruhigend ausklingen, bevor sie mit einem gelungenen Epilog die Neugier auf
die Fortsetzung zusätzlich schürt. Insgesamt ist ihr hier ein sehr guter
Einstieg in ihre neue Reihe gelungen und ich bin sehr gespannt auf die
folgenden Ereignisse.
Young Elites – Die Gemeinschaft der
Dolche
“ glänzt mit einer nicht ganz typischen Protagonistin, gut
ausgearbeiteten Entwicklungen und einer spannenden Grundstimmung. Ich freue
mich so sehr auf die Fortsetzung, dass ich diesem gelungenen Einstiegsband
definitive 4 Bücher geben kann.
Für alle, die Ausgrenzungen ertragen
können, dabei hoffnungsvoll von einer besseren Zukunft träumen und sich von
Rückschlägen nicht verunsichern lassen.
1. Young Elites – Die Gemeinschaft der
Dolche
2. Young Elites – Das Bündnis der Rosen
(ET Herbst 2017)
3. Young Elites – The Midnight Star (OT)

Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

13 KOMMENTARE

  1. Halli hallo

    Ich habe gespannt die Bloggtour verfolgt und war mir danach sicher es darf bei mir einziehen.
    Du bestätigst jetzt meinen Entschluss auch noch mal 😉
    Vorher hat aber noch das ein oder andere Buch Vorrang…

    Liebe Grüsse
    Bea

  2. Hey Steffi,

    eine wirklich tolle Rezi und ein sehr neugierig machendes Buch. Ich könnte mir vorstellen, dass die Story genau das richtige für mich wäre 😉

    Liebe Grüße,
    Ruby

  3. Huhu Kay,

    danke für deine tolle Rezi! 🙂 Das bestärkt mich nur weiter darin, dass dieses Buch unbedingt bei mir einziehen muss ;D
    Legend habe von der Autorin in 2013 mal gelesen (begeistert muss ich ja nicht dazu sagen ;)) und dann die Reihe leider nicht weitergelesen. Letzte Woche habe ich diesen Band endlich nochmal gelesen und Band 2 und 3 warten auch schon auf dem SuB. Ihr neustes Buch passt dann super in meine Lesepläne.

    Liebe Grüße
    Jenny

    • Huhu Jenny,

      die Autorin hat einen tollen Schreibstil und versteht es, einen wirklich zu fesseln. Die Legend-Reihe hat mich damals auch begeistern können. Wünsche dir viel Spaß bei deinen Leseplänen 🙂

      Liebe Grüße,
      Kay

  4. Hi 😀

    Wow, ich muss mir das Buch UNBEDINGT besorgen, ich hab noch nie etwas vergleichbares gelesen. Das will ich unbedingt nachholen 😀
    Die Geschichte schein mega interessant zu sein.
    Danke, für die tolle Rezension, hat mir die Entscheidung echt abgenommen xD

    Liebe Grüße,
    Tamara Schreiberling

    • Hallo Tamara,

      die Autorin schreibt schon wirklich tolle Geschichten. Da kann man echt nichts falsch machen…Viel Spaß dann mit der Geschichte, wenn es soweit ist 🙂

      Liebe Grüße,
      Kay

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