♂ Phase Null – Die Auserwählten (James Dashner) [Rezension]

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„Er lag zusammengerollt auf dem Bett in
seinem kleinen Zimmer, die Knie an die Brust gezogen, die Augen fest
zugekniffen, aber der Schlaf kam nur in Schüben, ein kurzes Abtauchen in
Albtraumwelten voll düsterer Wolken und schreiender Tiere. Er konzentrierte
sich mit aller Kraft.“
(S.14)
Der Brand greift immer mehr um sich, die
Infizierten mutieren zu kranken Irren, die vor sinnlosem Töten nicht
zurückschrecken. Nichts scheint die Krankheit aufhalten zu können.
In höchster Not wird der fünfjährige
Thomas von seiner Mutter an die Abteilung Nachepidemische Grundlagenforschung
Sonderexperimente Todeszone, kurz ANGST, gegeben. Ab sofort beginnt für ihn ein
Leben in fast völliger Isolation. Fürs Erste gebrochen muss er zahllose
Experimente und Tests über sich ergehen lassen. Die Zeit vergeht, irgendwann
bemerkt Thomas, dass es noch andere Kinder wie ihn gibt. Und endlich erlaubt
man ihm auch Kontakte. Zuerst darf er sich mit Teresa treffen.
Die Vorbereitungen auf die
entscheidenden Phasen nehmen immer mehr Konturen an. Bald ist es soweit. Das
Ziel ist es, eine Heilung für Den Brand zu finden. Doch kann man ANGST wirklich
trauen? Geheimnisse werden aufgedeckt, Machenschaften und Intrigen kommen zum
Vorschein. Verratene werden zu Verrätern. Nichts ist, wie es scheint. Nur eines
ist sicher. Die Auserwählten schweben in großer Gefahr.
Die Auserwählten-Reihe von James Dashner
begleitete mich für eine ganze Weile und so habe ich mich schon auf die
angekündigten Prequels „Kill Order“ und „Phase Null“ gefreut. Nachdem „Kill
Order“ aus meiner Sicht sehr gut gelangen war, stieg meine Neugier auf „Phase
Null“ natürlich nochmals an. Was war vor der Zeit im Labyrinth passiert? Einige
Fragen musste ich ganz einfach beantwortet haben. Und schon kurz nach Erscheinen
von „Phase Null“ lag das Buch nun lesebereit bei mir.
Gleich zu Beginn wurde ich in einigen
Fällen beispielhaft Zeuge davon, unter welchen Umständen Kinder zu ANGST
gelangten. Die Umstände waren ein ums andere Mal erschütternd. In einer Welt,
in der Der Brand wütet, gelten keine normalen Regeln mehr. Der Kampf ums
Überleben beginnt an jedem Tag neu, Glück hat, wer den Tag ohne eine Infektion
mit der tödlichen Krankheit übersteht. Und darauf setzt ANGST, vermittelt
vermeintliche Sicherheit. Doch diese erweist sich sehr bald als trügerisch.
Experimente und Tests bestimmen den Alltag der Auserwählten, eine richtige
Kindheit ist weit entfernt. Die fast vollkommene Isolation zermürbt zunehmend.
Und all diese Maßnahmen sollen nur einem Zweck dienen – eine Heilung für Den
Brand zu finden.
Auch Thomas gerät in die Fänge von
ANGST. Sein Wille muss gebrochen werden, damit die Testergebnisse entsprechende
Erfolge aufweisen. Ein aufgezwungener Namenswechsel ist hierbei nur der Anfang.
Doch ein Fünkchen seiner Persönlichkeit kann sich Thomas bewahren.
Der James Dashner eigene Schreibstil
konnte mich auch hier wieder von Beginn an mitnehmen. Ein Hauch der MazeRunner-Atmosphäre
war immer zwischen den Seiten zu spüren. Die Handlung erlebte ich aus der Sicht
von Thomas in dritter Person Vergangenheit. Gewohnt nüchtern erzählt James
Dashner seine Handlung, spart an ausufernden Beschreibungen und beschränkt sich
auf das Wesentliche. Die Bindung an die Charaktere blieb für mich diesmal ein
wenig auf der Strecke, doch konnte mich dies nicht davon abhalten, den in der
Geschichte enthaltenen Geheimnissen und Informationen nachzuspüren und diese aufzusaugen.
Insgesamt erschien mir „Phase Null“
trotz einiger interessanter Wendungen etwas ruhiger. Mehr und mehr fühlte ich
mich in eine Beobachterperspektive gedrängt, konnte die Emotionen in den
Handlungen nicht immer greifen. Vielleicht lag es aber auch an meinem Wissen
über die letztendlich nachfolgenden Geschehnisse in der MazeRunner-Trilogie.
Und doch erlebte ich viele Augenblicke, die genau hier die bisherigen
Wissenslücken auffüllten und dem großen Ganzen eine Abrundung gaben.

Mit dem Ende gab James
Dashner seiner Geschichte nochmals eine Wendung mit, der den Blick auf die
Zukunft eindeutig ein wenig ändert. Einige Entwicklungen ergeben nun noch mehr
Sinn. Ich empfehle allerdings, dieses Prequel doch erst nach dem Genuss der eigentlichen
Trilogie zu lesen, um sich dann an den hier enthaltenen „Aha-Momenten“ erfreuen
zu können.

Phase Null – Auserwählten“ reiht sich einmal mehr gut
in die Auserwählten-Welt ein, die Labyrinth-Atmosphäre streicht durch die
Seiten. Insgesamt erlebte ich die Handlung etwas ruhiger und eher aus
Beobachtersicht ohne tief in die Geschehnisse gerissen zu werden. Für meine
Erlebnisse und Erkenntnisse in der Welt von ANGST vergebe ich deshalb knappe 4
Bücher
.
Für alle, die in einer bedrohten Welt
bestehen können, ihre Identität zu schätzen wissen und bereit sind, Opfer zu
bringen.
0,5 (Prequel) Kill Order (Rezension)
0,6 (Prequel) Phase Null – Die Auserwählten
1. Die Auserwählten – Im Labyrinth
(Rezension)
2. Die Auserwählten – In der Brandwüste
(Rezension)
3. Die Auserwählten – In
der Todeszone (Rezension)

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12 KOMMENTARE

  1. …ich finde, dass der Autor eine besondere Stimmung in seiner Geschichte geschaffen hat, die von anderen Geschichten schon etwas abhebt. Und Thomas und Co. haben mich von Beginn unseres Blogs an begleitet 😉 Liebe Grüße, Kay

  2. Hi,

    ach gott…soviele Bücher so wenig Zeit…habe die Rezi nicht komplett gelesen, habe nach einem Satz gesucht und ihn auch gefunden hihi Und zwar gings darum: Zuerst das Prequel oder die Trilogie! Danke für die Antwort und ich finde dass echt toll, dass ihr gemeinsam den Blog führt <3 Echt!!

    Lg
    Gaby

  3. Hallo Kay,

    eine sehr treffende Rezension. Ich fand es auch sehr spannend, nochmal einen neuen Blick auf einige Ereignisse zu bekommen. Ein wenig geärgert habe ich mich aber, dass meine Erinnerungen an die Reihe schon etwas verblasst waren, sodass ich bestimmt nicht jedes Detail aufnehmen konnte.
    Kill Order ist irgendwie auch an mir vorbeigegangen, das sollte ich schnellstmöglich noch nachholen.

    Lieben Gruß und ein frohes neues Jahr
    Anja

    • Hallo Anja,

      stimmt, auch bei mir sind einige Sachen aus der Trilogie verlorengegangen…Einiges konnte ich aber dennoch wieder auffrischen. "Kill Order" kann ich dir auf jeden Fall wärmstens empfehlen! Fand es wirklich richtig gut und es spielt in der Zeit "davor". Wirklich gut 😉

      Liebe Grüße und ebenfalls gesundes neues Jahr,

      Kay

  4. Hi 😀

    Ich muss sagen, dass ich die beiden Filme gesehen hatte und eher enttäuscht war. Deswegen habe ich mich an die Bücher nie herangewagt, obwohl ich auch schon gehört habe, dass die mega sein sollten. 😀

    Auf jeden Fall eine schöne Rezi! 😀 Irgendwann, wenn der Film aus meinem Kopf verschwunden ist, werde ich die Reihe auch mal lesen!

    Liebe Grüße
    Jessi

    • Huhu Jessi,

      von der Machart her fand ich die Filme gar nicht schlecht; von der Handlung in den Büchern war es teilweise aber schon entfernt. Ich hoffe, du schaffst es irgendwann, doch noch zu den Büchern zu greifen…Verdient hätten sie es auf jeden Fall 😉

      Liebe Grüße,
      Kay

  5. Ich werde mir nun mal die Prequels besorgen, irgendwie war das völlig an mir vorbei gegangen *Augen zuhalt*. Die Bücher haben mir gut gefallen und die Filme unabhängig davon auch (was aber wohl daran liegt das zwischen Buch und Film die Zeitspanne sehr groß war).

  6. Halli hallo

    " Kill Order" war mir persönlich ja zu actionslastig, da ich mir schon dort eigentlich viel mehr Hintergrundwissen gewünscht hätte.
    Von daher denke ich dass mir dieses Buch hier mehr entsprechen wird.
    Mal gucken unsere Biblio hat bis jetzt alle Bücher von ihm angeschafft….

    Liebe Grüsse
    Bea

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