♂ Für dich soll´s tausend Tode regnen (Anna Pfeffer) [Rezension]

Bildquelle und Infos vom Verlag gibt es hier.
Kaufen: 
 

„Ich sah ihn gelangweilt an. Wenn sein
Leben wirklich so beschissen war, war ich gerne bereit, ihm ein paar
Selbstmordtipps zu geben – zum Beispiel strangulieren mittels Badetuch.“
(S.25)
Emi hasst ihr Leben, ständig fühlt sie
sich von Leuten genervt. Der Umzug nach Hamburg hat ihre Situation nicht
verbessert. Schlimmer noch, sie musste ihr altes Leben zurücklassen und ist nun
die Neue in der Schule. Ihre Macke, Todesszenarien für nervige Leute
auszudenken, hilft ihr über so manche Situation hinweg.
Doch als ob das alles noch nicht genug
wäre, wird Emi aufgrund eines Zwischenfalls im Chemieunterricht eine
Strafarbeit aufgedrückt. Und diese muss sie ausgerechnet mit dem nervigsten
Menschen überhaupt erledigen – Erik. Neben ihrem Gute-Laune-Bruder Oliver und
der Neuen an der Seite ihres Vaters ist dies für Emi der absolute Supergau. Emi
versucht, das Beste aus der Situation herauszuholen und entdeckt plötzlich
völlig neue Facetten.
„Für dich soll´s tausend Tode regnen“ entspringt
nun nicht unbedingt dem mir vertrauten Genre, dennoch wurde ich neugierig auf
die Geschichte, da viele Leserinnen und Leser sehr begeistert waren. Kurzum
wurde das Buch also gekauft und musste auch nicht lange darauf warten, gelesen
zu werden.
Vorab muss erwähnt werden, dass sich hinter
dem Pseudonym Anna Pfeffer ein wirklich sehr sympathisches Autorinnen-Duo
verbirgt. Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit haben bereits die eine oder andere
Geschichte zusammen geschrieben und veröffentlicht. Der Einfachheit halber werde
ich hier jedoch auf das Pseudonym zurückgreifen.
Gleich auf den ersten Seiten wurde ich
kurzerhand in das Leben von Emi geworfen. Sie hat von Grund auf eine nicht
unbedingt positive Einstellung dem Leben gegenüber und zeigt dies auch offen.
So einiges läuft ihr gegen den Strich. Vor kurzem ist sie mit ihrem Vater und
ihrem Bruder nach Hamburg umgezogen, weil ihr Vater hier eine neue Praxis
eröffnet hat. Es fällt Emi nicht leicht, neue Freunde zu finden – dieser Umstand
zieht sich aus ihrem alten Leben durch. Und dann gibt es noch die vielen
Menschen, von denen sie sich einfach nur genervt fühlt. Sie denkt sich für
diese die skurrilsten Todesarten aus; das hilft ihr in vielen Situationen.
Anna Pfeffer lässt die Geschichte aus
Emis Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Viele Dialoge lassen die
Geschichte wirklich lebendig und authentisch wirken. Dabei wird mit schwarzem
Humor und triefendem Sarkasmus wahrlich nicht gespart. Die Beziehungen der
Charaktere untereinander erhalten einen enormen Biss, ich konnte mir den einen
oder anderen Lachanfall bei diversen Charakterhandlungen nicht verkneifen.
Emi war für mich trotz ihrer
Grundeinstellung eine sympathische Protagonistin. Man fühlte, dass sie ihren
Platz im Leben ganz einfach noch nicht gefunden hatte und auf der Suche nach
einem Ziel war. Auch wenn ich die eine oder andere Situation fast zu überspitzt
dargestellt fand, verringerte sich mein Lesefluss hierdurch nicht. Die
eingebauten Ideen und Umsetzungen ließen mich die kurzweilige Geschichte
einfach nur genießen, ich glitt durch die Seiten immer in der Erwartung der
folgenden Geschehnisse. Im weiteren Verlauf ließ der Biss in Emis Charakter für
mein Empfinden ein wenig nach, eine Entwicklung der Persönlichkeit war hierbei
dennoch deutlich zu bemerken.
Das von Anna Pfeffer gewählte Ende der
Geschichte war für mich nicht wirklich überraschend, dennoch kann man eindeutig
von einem folgerichtigen Abschluss sprechen, der mir einen absolut befriedigenden
Ausklang bot.

Zusätzlich hinweisen
möchte ich auf die Optik des Buches. Das wirklich schöne Cover und der farblich
gestaltete Buchschnitt sind definitiv richtige Hingucker. Gemischt mit einem
abwechslungsreichen Inhalt, der mir amüsant schöne Lesestunden bescherte, kann
ich mich nun von der Geschichte verabschieden und freue mich auf weitere Ideen
aus dem Hause Anna Pfeffer.

Für dich soll´s tausend Tode regnen“ punktet
mit jeder Menge schwarzem Humor gemischt mit sarkastisch witzigen Dialogen, die
in gut umgesetzte Handlungen integriert wurden. Für meine kurzweilige Lektüre
für „Zwischendurch“ vergebe ich an dieser Stelle deshalb sehr gute 4 Bücher.
Für alle, die noch auf der Suche nach
einem Ziel sind, augenzwinkernden schwarzen Humor dabei genießen können und
ihren Prinzipien treu bleiben.

Hier erfahrt ihr mehr über unser Bewertungssystem.

4 KOMMENTARE

  1. Hey Steffi,

    ich habe das Buch ja auch schon gelesen und fand es einfach toll. Ich habe während dem Lesen so viel gelacht, es war einfach köstlich und man sollte es auf alle Fälle mal gelesen haben 😉

    Liebe Grüße,
    Ruby

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here