♂ OMNI (Andreas Brandhorst) [Rezension]

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„Breite ockerfarbene Wolkenbänder
erschienen und zwischen ihnen der brodelnde rotbraune Wirbel eines
Sturmgebiets, groß wie ein Planet. Der Orbitalspringer stürzte in die endlosen
Wolkenmeere des Gasriesen Caledonia.“
(S.190)
Forrester und seine Tochter
Isdina-Iaschu, genannt Zinnober, verstecken sich erfolgreich seit Jahren vor
dem Zorn des Duke von Javaid. Forrester handelte damals im Auftrag der Agentur,
einer mächtigen Organisation. Die Flucht war anschließend der letzte Ausweg. Auch
der Agentur geht Forrester seitdem aus dem Weg.
Doch nun wurden Vater und Tochter von
der Agentur aufgespürt. Forrester soll einen letzten Auftrag ausführen. Seine
Aufgabe lautet, den Zehntausendjährigen Aurelius, der im Auftrag von Omni –
einem Zusammenschluss von Superzivilisationen – zu einem Artefakt unterwegs
ist, zu finden und zu entführen. Aber der Auftrag gerät zunehmend außer
Kontrolle. Aus Jägern werden Gejagte, und die Interessen mächtiger Hintermänner
bedrohen den interstellaren Frieden.
Es ist noch gar nicht so lange her, dass
ich „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst gelesen hatte. Die Ideen und der Stil
des Autors haben mir dabei wirklich gut gefallen. Als nun zufällig das neue
Buch „Omni“ von Andreas Brandhorst zu mir gefunden hatte war klar, dass ich die
Geschichte auf jeden Fall lesen werde. Und so stürzte ich mich in ein weiteres
Abenteuer in den unendlichen Weiten des Weltalls.
Der Klappentext hörte sich für mich
schon sehr interessant an, und so war ich neugierig, was mich in „Omni“
erwarten würde. Schon nach wenigen Seiten fand ich mich dann auch gut
integriert in der Handlung wieder. Ich traf auf Forrester, der vormals in den
Diensten der Agentur stand, und auf seine Tochter Isdina-Iaschu, die von ihrem
Vater jedoch ausschließlich Zinnober genannt wird. Nach der Flucht von Javaid
leben die beiden seit Jahren gut versteckt auf einem weit entfernten und fast unbekannten
Planeten völlig allein. Bis ihre Ruhe gestört wird und die Agentur einen
letzten Auftrag von Forrester fordert.
Natürlich benötigte ich ein wenig Zeit,
um mich in die von Andreas Brandhorst entwickelte Welt hineinzudenken und den
Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Ein Glossar im hinteren Teil des Buches
konnte mich dabei gelegentlich unterstützen. Die in dritter Person
Vergangenheit und aus verschiedenen Sichten erzählte Geschichte nahm mehr und
mehr einen kontinuierlichen Fortgang und entwickelte dabei stetig eine Neugier
auf die weiteren Handlungen.
Die Geschichte selbst nimmt dabei
jederzeit einen etwas ruhigeren Verlauf, selbst gesetzte Spannungsbögen enden
jeweils etwas unspektakulär, ohne dabei Langeweile aufkommen zu lassen. Eine kleine
Straffung der Ereignisse könnte das Tempo aus meiner Sicht womöglich steigern
und aufkommende kleine Längen vermeiden, dies war für mich jedoch kein Muss und
ich konnte mich auf den Stil des Autors wiederum gut einstellen. Auf jeden Fall
werden die Handlungsstränge intelligent und authentisch vorangeführt, ein Sci-Fi-Feeling
begleitete mich von Beginn bis zum Ende.
In „Omni“ entwickelt Andreas Brandhorst
wiederum eine Welt – oder besser gesagt Welten – die gut durchdacht sind und
einen besonderen Reiz mit ihren Eigenarten ausüben. Hierbei ist abstraktes
Vorstellungsvermögen an der einen oder anderen Stelle sicherlich von großem
Vorteil.
Auch seine Charaktere stattet der Autor
mit unverkennbaren Eigenschaften aus, die entsprechende Sympathien und
Antipathien auslösen können. Sicherlich hätte man in dem einen oder anderen
Fall noch ein wenig mehr Tiefe in so manchen Charakter einbringen können, für
die Erzählung der Handlung empfand ich die Darstellung dennoch als ausreichend
und vorstellbar. Besonders gelungen fand ich in „Omni“ den Charakter Zinnober.
Die Tochter von Forrester ist durch ihren Vater halb menschlicher Herkunft,
besticht durch gut durchdachtes Handeln und ihre Zielstrebigkeit.
Andreas Brandhorst gelingt es, seiner
Geschichte mit einfachen Mitteln eine Komplexität zu verleihen, die dennoch nie
ausufernd wirkt und Verläufe und Handlungen dabei nachvollziehbar wirken lässt.
Vielmehr faszinierte mich die Ideenvielfalt des Autors, die gradlinig und
vorstellbar in die Geschichte eingebettet wurde.
Nach einer Vielzahl intergalaktischer
Gefahren und zu überwindenden Hürden beschließt Andreas Brandhorst seine
Geschichte mit einem nachvollziehbaren und annehmbaren Ende, mit dem ich
absolut gut leben kann. Auch nach „Omni“ kann ich bedenkenlos sagen, dass dies
mit Sicherheit nicht das letzte Buch des Autors für mich gewesen sein wird.
Omni“ von Andreas Brandhorst bietet
einmal mehr Science-Fiction-Erlebnisse in Reinkultur und lässt die
Unendlichkeiten des Universums förmlich unter der Haut spüren. Meine
intergalaktischen Lesestunden sind mir definitive 4 Bücher wert.
Für alle, die sich vor weit entfernten
Galaxien nicht fürchten, Gefahren als Ansporn sehen und ihre Prinzipien dabei
nicht außer Acht lassen. Alle Liebhaber des Genres werden an „Omni“ nicht
vorbeikommen.

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