☺ Die Weihnachtsmannverschwörung (Christian Tielmann) [Hörbuch-Rezension]

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Am ersten Dezember plumpst den
Geschwistern Slalom und Lykke ein Mann vor die Füße. Und er sieht dem
Weihnachtsmann nicht nur erschreckend ähnlich, sondern benimmt sich auch noch
recht seltsam.

Die kleine Lykke ist schnell überzeugt, dass es sich bei dem Amnesie-Patienten
nur um den echten Weihnachtsmann handeln kann und der muss sich bis Weihnachten
einfach an alles erinnern. Oder?

Die Inhaltsangabe zum Buch klang nach
einem unterhaltsamen Spaß für die Vorweihnachtszeit und so mussten wir es
einfach hören. Theoretisch ist die Geschichte in 24 Kapitel unterteilt, damit
man sie wie einen Adventskalender hören kann, aber das halten wir sowieso nie
durch und hören lieber am Stück.
Gleich zu Beginn werden alle wichtigen
Figuren eingeführt: Slalom, seine kleine Schwester Lykke und die Hauptperson:
Der Mann, der sich Claus Santa nennt und irgendwie so gar nichts mehr weiß.
Stück für Stück kommen neben den Eltern der Geschwister, einem Ärzteehepaar,
auch die Kinder der Wahrheit ein wenig näher und stoßen auf ungeheuerliche
Tatsachen: Dass jemand den Weihnachtsmann mit Absicht vom Schlitten geschubst
haben muss. Nur wie und warum? Das gilt es in den restlichen Dezembertagen bis
Weihnachten dringend herauszufinden.
Uta Dänekamps Stimme passt perfekt zu
den jungen Protagonisten Slalom und Lykke, deren Geschichte aus der Sicht eines
Erzählers geschildert wird. Mark Bremer spricht die männlichen Parts der
Dialoge, haucht dem Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht authentisch Leben ein,
sodass wir gebannt lauschten.

Die Charaktere sind allesamt gelungen und für eine Kindergeschichte ausreichend
tiefgründig. Es gibt Geschwisterstreits, ein paar Einblicke in Freundschaften
und Schule und (wenn auch etwas außergewöhnliche) Probleme.

Wo mein 6-Jähriger das Hörbuch für „toll“ befunden und „keine Kritik“ hatte,
hakte es bei mir ab und zu an der Geschichte selbst und der „Vermischung“ von
Nikolaus, Weihnachtsmann, Knecht Ruprecht, Wichteln und Co. In der heutigen
Zeit ist es schwierig, die überall präsenten weihnachtlichen Einflüsse zu
sortieren und bei den Kindern dafür zu sorgen, dass sie wissen, wer wohin
gehört und woher er stammt. Die Interpretation in der Weihnachstmannverschwörung
war mir persönlich etwas zu viel in eine Story gepackt.

Lässt man die Tatsache außer Acht und denkt nicht weiter darüber nach, bekommt
man einen Kinderkrimi mit vielen Hinweisen, falschen Fährten und immer neuen
Möglichkeiten, die es kaum erlauben, zwischendurch Pause zu drücken.
Schließlich steht Weihnachten auf dem Spiel. Ein Fest, das von seiner ganz
besonderen Atmosphäre „lebt“, für die Autor Christian Tielmann natürlich auch
einen Grund nennt.

Selbstverständlich endet am 24. Dezember alles gut und wir alle können beruhigt
Weihnachten feiern.

Christian Tielmanns „Die
Weihnachtsmannverschwörung“ bringt Spannung in die Vorweihnachtszeit. Der
Kinderkrimi in 24 Kapiteln macht es einem kaum möglich, die CD abzuschalten und
sie als Hör-Adventskalender zu nutzen. Trotz (für mich als Erwachsene) kleiner
Mängel macht die von Ute Dänekamp und Mark Bremer gelesene Geschichte Spaß und
wirft einen neuen Blick auf den „Sinn“ von Weihnachten. Mängel, die unser
6-Jähriger als nichtig abtut. Daher sehr sehr gute 4 Spielsachen für Slalom, Lykke
und Santa.

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