♂ Water – Der Kampf beginnt (Paolo Bacigalupi) [Rezension]

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„Der Sturm wurde stärker. Der Tag wurde
zur Nacht. Sand und Kies schlugen gegen die bebenden Scheiben. Die Menschen
unterhielten sich nur noch mit gedämpfter Stimme, fahrig, niedergedrückt von
den tobenden Elementen.“
(S.113)
Das Wasser im Südwesten der USA geht zur
Neige. Der Kampf um die schwindende Ressource spitzt sich immer mehr zu. Wer
die Rechte am Wasser hat, überlebt.
Jedes Mittel zur Erlangung der
Wasserrechte wird in Kauf genommen. Menschenleben sind dabei nicht viel wert.
Auch Angel Velasquez kämpft in diesem erbitterten Krieg. Er wird in die
sterbende Stadt Phoenix gesandt, um die Interessen seines Arbeitgebers zu
sichern. Hier trifft er auf Lucy Monroe, eine talentierten Journalistin.
Gemeinsam sind sie einer Fährte auf der Spur. Denn ein Bekannter von Lucy wurde
Opfer eines schrecklichen Verbrechens. Was war der Hintergrund dafür? Doch
plötzlich werden sie selbst zur Zielscheibe. Ihr Leben ist in großer Gefahr.
„Water – Der Kampf beginnt“ war mein
erstes Buch von Paolo Bacigalupi. Der Klappentext versprach eine spannende
Geschichte, der Kampf um Ressourcen ist immer eine gute Grundlage für
interessante Unterhaltung. Also konnte ich nun voller Neugier starten.
Nach den ersten Seiten musste ich dann
jedoch feststellen, dass es mir etwas schwerfiel in die Geschichte zu finden.
Ich sah mich konfrontiert mit mir unbekannten Begrifflichkeiten und spanischen
Phrasen, denen ich nicht durchgehend gleich eine Bedeutung zuordnen konnte.
Dennoch hoffte ich, jeweils das Richtige interpretiert zu haben und las weiter.
Ich traf in „Water – Der Kampf beginnt“
auf drei verschiedene Erzählsichten, die jeweils in dritter Person
Vergangenheit dargestellt wurden. Hierdurch musste ich mich erst einmal an
unterschiedliche Sichtweisen und Absichten der Charaktere gewöhnen, was nicht
immer unbedingt leicht war. Doch irgendwann hatte ich einen gewissen Überblick
erzielt, so dass ich mich fortan ausschließlich auf den Fortgang der Handlung
konzentrieren konnte.
Der Schreibstil von Paolo Bacigalupi ist
grundsätzlich gut lesbar. Für meinen Geschmack wurden aber auch immer wieder
Stellen eingebaut, die das Augenmerk auf Nebensächlichkeiten lenkten und diese
zu ausführlich beschrieben. Nichtsdestotrotz glänzte die Geschichte dennoch ein
ums andere Mal mit gut konstruierten Handlungen und Spannungseffekten. Auch
wenn Spannungshöhepunkte oftmals recht schnell und etwas zu gewollt wirkend aufgelöst
wurden, entwickelte sich hierdurch Zug um Zug eine Anziehung, die mich zu
fesseln begann.
Hatte ich anfangs noch etwas
Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Charakteren, lösten sich diese
zusehends auf. Eine besondere Tiefe wurde den handelnden Personen nicht
verliehen, dennoch wurde ein gewisser Grad an Authentizität erreicht. Auch
Veränderungen in Sichtweisen, und damit ein Voranschreiten der Handlung, konnte
ich bemerken.
Die Geschichte von Paolo Bacigalupi ist
zeitweise sicherlich nicht für schwache Nerven geeignet. Dies trifft vor allem dann
zu, wenn Brutalität und Gewalt die Oberhand gewinnen und so gewisse Bilder im
Kopf entstehen lassen.
„Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt
die Vorstufe zu einer dystopischen Entwicklung, eine gewisse bekannte
Grundordnung ist noch immer gegeben. Die Thrillerelemente überwiegen wie
angekündigt eindeutig, so dass ich hier keine Überraschung erlebte.
Eindrucksvoll beschreibt der Autor,
welche Entwicklungen vorstellbar sind, wenn Ressourcen knapp und knapper
werden, welche Wege sich sodann plötzlich auftun, diese schwindenden Ressourcen
für bestimmte Bevölkerungsteile zu beanspruchen. Denn nur so kann das Überleben
gesichert werden. Allein am hier gewählten Beispiel Wasser – für uns heutzutage
eine nicht wegzudenkende Annehmlichkeit – konnte gut dargestellt werden, wozu
die Menschheit plötzlich fähig wird.
Paolo Bacigalupi führt seine Geschichte
nach einer temposteigernden Entwicklung zum Ende hin zu einem für mich
befriedigendem Ausklang. Auch wenn „Water – Der Kampf beginnt“ meine erste
Geschichte des Autors war, werde ich mir seine anderen Werke garantiert noch
näher anschauen.
Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt
real denkbare Entwicklungen nach einer Verknappung von Ressourcen und zeigt die
damit einhergehenden Gefahren nachvollziehbar auf. Für meine Lesestunden im
vertrocknenden Südwesten der USA vergebe ich 3 Bücher.

Für alle, die sich dem
Kampf um das tägliche Überleben stellen können, Ungerechtigkeiten
zähneknirschend über sich ergehen lassen und die Hoffnung auf eine bessere
Zukunft nicht verlieren.

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2 KOMMENTARE

  1. Schade, dass das Buch einige Kritikpunkte hat, die mich auch abschrecken würden. Aber irgendwie finde ich die Idee an sich ziemlich interessant. Ich setz mir das Buch auf die Wunschliste, damit ich es nicht aus den Augen verliere 😀
    Danke für die Rezension!

    LG Heffa

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