♂ Red Rising – Tag der Entscheidung (Pierce Brown) [Rezension]

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„Die Verletzten starren an die steinerne
Decke und fragen sich, wie das Leben nun weitergehen soll. Dieses Gefühl
strahlt der Raum aus. Es ist traumatisch. Nicht wegen der Verletzungen, sondern
wegen der zerstörten Leben und Träume.“
(S.112)
Dunkelheit. Einsamkeit und Schmerzen.
Darrow ist gefangen. Unter unmenschlichen Bedingungen. Er verliert das Gefühl
für Zeit und Raum. Seine Ziele sind in weite Ferne gerückt. Darrow könnte seine
Lage verbessern. Doch noch ist er nicht gebrochen. Er gibt sich nicht
geschlagen. Und dann bietet sich tatsächlich diese eine Chance, die er
ergreifen muss.
Der Schnitter vom Mars ist zurück. Allein
durch seine Präsenz verbreitet sich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die
Feinde der Revolution zittern vor dem, was kommen wird. Doch kann Darrow seinen
Verbündeten vertrauen? Oder sie ihm? Die Entwicklung nimmt ihren Lauf. Und nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Nachdem zwischen den ersten beiden
Bänden der Reihe doch einige Zeit dazwischen lag, musste ich nun auf den
finalen Teil zum Glück nicht so lange warten. Denn bisher konnte Brown mit
seiner Geschichte begeistern. Nun musste ich unbedingt wissen, welchen Ausgang
seine Idee nehmen würde. Also musste „Red Rising – Tag der Entscheidung“ nicht
lange warten, bis ich es in die Hand nahm.
Da der zweite Teil der Reihe nun nicht
so lange zurücklag, konnte ich mich ohne Eingewöhnungszeit sofort wieder in die
von Pierce Brown erdachte Welt hineindenken. Ich fühlte mich gleich wieder
aufgenommen im Spiel der Farben und war neugierig auf den weiteren Fortgang.
Erlebte ich in den Vorgängerbänden einen
nahezu unschlagbaren Protagonisten, erhielt ich nun auch Einblicke in andere
Seiten. Die Gefangenschaft Darrows legte ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit auf
die Seiten. Es schien schier unmöglich, diesem Verlies zu entkommen. Ungläubig
erfuhr ich wenig später dann auch, worin Darrow eingesperrt war. Unfassbar, unmenschlich.
Wie kann man einem Menschen so etwas antun. Und doch konnte Darrow nicht
gebrochen werden. Tief in seinem Inneren gab es noch diese Stärke, die ihn
auszeichnet. Er hat diesen Wahnsinn überlebt. Trotz all der Folter, trotz der
Einsamkeit.
Wiederum nutzt Pierce Brown für die
Darstellung der Handlungen die Ich-Perspektive in Gegenwartsform von Darrow.
Der Geschichte verleiht er darum schon ein gewisses Grundtempo, das temporär
immer wieder gesteigert wird und kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Gefesselt
hing ich an den Seiten und konnte den weiteren Fortgang kaum erwarten.
Tatsächlich ist es Pierce Brown dann
immer wieder gelungen, mich zu überraschen und Handlungsstränge aufzubauen, die
man so nicht erwarten konnte. Ich erlebte mächtige Schlachten in den Weiten des
Weltalls, war Gast bei der Eroberung von Monden und Planeten. Strategische
Überlegungen und Loyalität, aber auch falsches Vertrauen und Verrat waren stets
gegenwärtig. Nie wusste ich sicher, wem man vertrauen konnte. Die Ereignisse
aus der Vergangenheit ließen mich hier vorsichtig sein. Und so wurde ich immer
wieder Zeuge von Entwicklungen, die auf den ersten Blick aussichtslos
erschienen, den Verlauf sodann aber in Richtungen lenkten, die im Nachhinein betrachtet
plausibler nicht sein könnten.
Pierce Brown hat seine Charaktere mit
Eigenschaften ausgestattet, die definitiv einen Wiedererkennungswert
verschaffen, so dass ich trotz der Vielzahl der handelnden Personen nie den
Überblick verlor. Besonders die vom Autor eingesetzten Antagonisten stachen
hier mit enormer Brutalität und Gewaltbereitschaft hervor. Pierce Brown hat
hier ein gut funktionierendes Zusammenspiel menschlicher Charakterzüge entwickelt.

Das von Pierce Brown
kreierte Ende hatte es eindeutig in sich. Gerade war ich noch in einem riesigen
Showdown gefangen, schließt der Autor seine Geschichte genau so, wie man es
sich wünschen kann. Er hat es geschafft, mir damit nochmal ein Lächeln ins
Gesicht zu zaubern, das Buch nun ins Regal zu stellen und mich absolut
zufrieden mit der Reihe zurückzulassen. Für mich ist die Red-Rising-Reihe ein
definitiver Kandidat für eine Verfilmung.

Red Rising – Tag der Entscheidung
konnte mich mit gut durchdachten Entwicklungen bannen und fesseln, aber auch
immer wieder überraschen. Meine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Bangen und
Hoffen belohne ich deshalb mit verdienten 5 Büchern.
Für alle, die den Glauben an die
Hoffnung nie verlieren, das Vertrauen an sich selbst behalten und sich
aussichtlosen Kämpfen stellen. Für Fans der ersten Teile sowieso ein Must-Read.
1. Red Rising
2. Red Rising – Im Haus der Feinde
3. Red Rising – Tag der Entscheidung

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6 KOMMENTARE

  1. Hallo Kay,
    für mich war dieser dritte Teil ebenfalls ein grandioses Finale, das bei mir Gänsehaut, gefesselte Lesestunden und letztendlich ein zusammenfassendes Wow hervorgerufen hat.
    Ich bin ja meist zurückhaltend bei neuen Reihen, doch bei dieser Trilogie bin ich absolut dankbar sie gelesen zu haben.
    Tolle Rezi, danke dafür.
    Liebe Grüße, Hibi

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