♂ Red Rising – Im Haus der Feinde (Pierce Brown) [Rezension]

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„Wir sind alle nur verletzte Seelen, die
im Dunkeln umhertappen und verzweifelt versuchen, uns wieder zusammenzuflicken,
darauf hoffend, die Löcher auszufüllen, die ihre Hiebe in uns hinterlassen
haben.“

(S.104)

Nach den vergangenen Strapazen befindet sich Darrow nun an der Akademie
und befehligt eine Flotte. Doch im entscheidenden Kampf um den Sieg passiert
ihm ein schwerwiegender Fehler. Damit fällt er bei Augustus, dessen Schutz er
bisher genießen durfte, in Ungnade. Mehr noch, er soll versteigert werden, das
Haus seines Herrn verlassen. Damit scheint sein sicherer Tod besiegelt, denn
Darrow hat mächtige Feinde, die nur auf eine solche Gelegenheit gewartet haben.

„Red Rising – Im Haus der Feinde“ ist
eine der Fortsetzungen, die ich mir sehnlichst herbeigewünscht habe. Zu
gigantisch fand ich die Idee und die Umsetzung der Geschichte durch Pierce
Brown. Nun endlich nach einer gefühlten Ewigkeit hielt ich das Buch in den
Händen. Natürlich konnte ich Darrow und Co. dann auch nicht warten lassen.
Schon nach den ersten Seiten wurde mir
klar, dass das Lesen des ersten Teils dann doch etwas länger zurück lag. Viele
der Charaktere waren mir noch bekannt, dennoch gab es einige Erinnerungslücken,
so dass eine Zuordnung mancher handelnden Personen etwas schwierig erschien.
Nichtsdestotrotz fühlte ich mich von Beginn an wieder gut aufgehoben. Nach und
nach kamen dann auch die Erinnerungen zurück und irgendwann war der Punkt
erreicht, an dem es kein Halten mehr gab.
Gleich zu Beginn erlebte ich einen Darrow,
der im Augenblick seines vermeintlich größten Triumphes eine unglaubliche
Niederlage einstecken muss. Unzählige Menschen verlieren ihr Leben. Doch nicht
nur diese Tatsache macht Darrow zu schaffen. Sein Herr Augustus lässt ihn
fallen. Nicht zuletzt durch die Machenschaften seines Beraters Plinius, der
Darrow aus dem Weg schaffen will. Das wahre Ausmaß seiner Intrigen kommt
Schritt für Schritt zum Vorschein. Darrow war unvorsichtig und soll dafür der
Willkür seiner Feinde ausgeliefert werden.
Nachdem ich mich wieder in die von
Pierce Brown erdachte Welt eingewöhnt hatte, wurde ich mehr oder weniger durch
die sich ergebenden Handlungen gepusht, ich konnte nicht mehr aufhören zu
lesen. Der Autor überraschte mich mit Wendungen, wie ich sie nicht
vorhergesehen habe. Die Entwicklungen überschlugen sich, auf Niederlagen
folgten Siege, folgten Niederlagen.
Pierce Brown nutzte die Ich-Perspektive
von Darrow in Gegenwartsform, um die Geschichte an mich zu transportieren.
Immer wieder straffte er das Handlungstempo, ließ es sich nicht nehmen, mich
atemlos durch die Seiten rauschen zu lassen. Ich erlebte Verrat und Intrigen,
aber auch Vertrauen und Freundschaft. Doch nicht immer kann man auf das bauen,
was man glaubt zu meinen und zu fühlen. Das hat mich diese Geschichte nochmals
eindrucksvoll gelehrt.
Der Autor beschreibt die Charaktere ohne
viele Worte, aber dennoch eindrucksvoll und vorstellbar. Entsprechende
Emotionen waren bei den jeweiligen Auftritten deshalb definitiv vorhanden. Auch
wenn dieser Esprit aus dem ersten Teil nicht ganz in die Fortsetzung übertragen
werden konnte, hatte ich durch die eingebauten Szenen und Handlungsstränge
immer nahezu einen Ausgleich dazu. Der innere Kampf, den Darrow führen musste,
war greifbar, für mich eindeutig erlebbar. Denn auch er ist nun einmal nicht
das, was man meint, zu sehen.

Seite für Seite
steigerte sich die Spannung, meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Ich
fieberte dem Showdown entgegen und dachte, ich hätte sämtliche Qualen eines
Lesers durchlitten, da setzte Pierce Brown noch einmal einen Point obenauf. „Red
Rising – Im Haus der Feinde“ erfüllte meine Erwartungen zum größten Teil.
Sicherlich könnte ich noch einige kleine Kritikpunkte anbringen. Aber das wäre
Jammern auf hohem Niveau.

Red Rising – Im Haus der Feinde“ knüpft
an die Geschehnisse aus dem ersten Teil gut an und ließ mich durch die
eingebauten Spannungsmomente durch die Seiten fliegen. Auch wenn sich das
Feeling aus dem ersten Teil nicht ganz in der Fortsetzung wiederfindet, gibt es
von mir einen Bonus für die wirklich gute Idee und hervorragende Umsetzung, so
dass Darrow und Co. knappe 5 Bücher von mir erhalten.

Für alle, die in
aussichtslosen Situationen nicht das Ende sehen, intriganten Machenschaften
entgegenstehen können und dabei dennoch stets das Vertrauen in die Menschen
nicht verlieren.

1. Red Rising
2. Red Rising – Im Haus der Feinde

3. Red Rising – Tag der
Entscheidung

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6 KOMMENTARE

  1. Hallo Kay,
    ein sehr interessantes, auf den Punkt gebrachtes Resümee, bei dem ich zustimmend nicken musste und das mich – wo doch der dritte Teil schon auf mich wartet – auf das Finale freuen lässt, auch wenn mir die Seitenanzahl Respekt einflößt.
    Bei diesem Teil hier hatte ich etwas die Spannung vermisst, auch wenn ich durch stetige Kämpfe und Täuschungen gefesselt war. Zudem war da eine Distanz zu Darrow, die ich nicht so ganz überbrücken konnte. Aber ich bin sehr gespannt darauf, wo sein Platz sein.
    Danke für deine ansprechende Rezension.
    Liebe Grüße, Hibi

    • Hallo Hibi,

      das kann ich absolut nachvollziehen. Das Flair aus dem ersten Teil und DEN Darrow habe ich auch etwas vermisst. Dennoch war es wieder eine klasse Leistung des Autors. Respekt vor diesen Ideen und der Umsetzung. Freue mich nun schon heftig auf das Finale. Zum Glück liegt das Buch schon hier 🙂

      Liebe Grüße, Kay

  2. Huhu Kay!

    Also ich mochte den ersten Teil auch sehr gerne und er hat mich umgehauen! Aber der zweite, hm, ich hab manchmal nicht ganz gerafft, warum da dauernd Krieg und Kampf ist. 😀 Ich fands ganz schön zäh, nur zum letzten Drittel hin war ich wieder gespannt.

    Nichtsdestotrotz liegt der dritte Teil schon bereit und ich habe erfreut festgestellt, dass es ne kurze Zusammenfassung der Ereignisse aus Teil 1 und 2 gibt. 😀 Juhu!

    Bin mal gespannt, wie der finale Band nun wird. 🙂

    LG
    Lalapeja

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